right-or-wrongEinführung:
Wer ist mein Freund? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.
Denn nicht jeder meint es gut mit uns….
Die Schlange in der ersten Lesung ist ein Beispiel dafür.
Auch nicht jedes Familienmitglied kann uns helfen….
Das Evangelium bestätigt das.
Aber wer ist mein echter Freund? Wem kann ich vertrauen?
Ja, es bleibt eine schwierige Frage!
Gott allein kann man immer vertrauen. Seine Freundschaft ist echt. Diesem, unserem besten Freund und Begleiter wollen wir heute im Gottesdienst danken:

Predigt:
Menschen mit geistiger Behinderung lebten noch vor ein paar Jahrzehnten unter schwierigsten Umständen.
Sie wurden sogar von anderen für ,verrückt’ erklärt…
Viele von ihnen waren aggressiv und wussten nicht mehr
was sie sagten oder taten.
Auch deshalb hatten Menschen Angst vor ihnen…
Sie mieden ihre Nähe, weil sie unberechenbar waren…

Heute wissen wir, dass solche Krankheiten viele Entwicklungsstufen haben. Wir kennen die verschiedensten Namen, wie z.B.
Erinnerungsverlust, Demenz, usw.
Viele wissenschaftliche Erklärungen, die wir heute bekommen mindern unsere Ängste und verhindern in Vorurteilen zu denken.
Man behandelt Menschen mit Gedächtnisproblemen nicht wie früher. Obwohl es nicht immer einfach ist, versucht man Verständnis aufzubringen.
Heute wissen wir, dass die Menschen unterschiedlich, aber jeder für sich einzigartig ist…
Auch Menschen die geistig krank oder behindert sind haben ihre eigene Würde…

Auch Jesus wurde damals als ein Mensch „wie von Sinnen“ bezeichnet. Unter ihnen waren auch Familienangehörige, die ihn so nannten.

Die Schriftgelehrten fällten ein noch schlimmeres Urteil und sagten:
Jesus vollbringe seine Wunder mit Hilfe des Beelzebub, des Satans.
Die Handlungen Jesus überstiegen ihr Verständnis. Seine Worte und sein Leben waren unangenehm für die Familie. Jesus sprach mal wie ein Prophet, mal wie ein Freiheitskämpfer, mal wie ein Dichter, und lebte doch mit einfachen, machtlosen Menschen… Ja, das war „nicht normal“…

Menschen, die sich schnell eine Meinung bilden oder diese wechselten, gibt es genug in der Bibel… Von Adam und Eva bis Judas Iskariot treffen wir auf viele Namen, die genau das tun und damit das in sie gesetzte Vertrauen brechen.

Paul Claudel, ein französischer Schriftsteller, Dichter und Diplomat,
schreibt: „Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Anzahl der Leute,
die von ihr überzeugt sind“.

Ja, eine Menschmenge kann eine Lüge als Wahrheit propagieren.
Sie kann aber auch eine Wahrheit totschweigen…
Auch Menschen die ein schnelles Urteil fällen, können unter Umständen eine Wahrheit vortäuschen oder eine Lüge verbreiten.

Jesus aber blieb von der Meinung seiner Mitmenschen unberührt.
Seine Verkündigung war Ausdruck seiner inneren Überzeugung.
Er wusste, wofür er mit seinem Leben Zeugnis gibt.
Er hatte größtes Vertrauen in seinen Vater.
Die falschen Meinungen waren deshalb kein Problem für ihn

Es ist nicht unsere Aufgabe andere zu verurteilen.
Es steht uns nicht zu, andere zu demütigen oder gar abzuschreiben.
Menschen sind nun einmal unterschiedlich – körperlich und geistig. Versuchen wir einen jeden so anzunehmen wie er ist und ihm unsere Würdigung zu schenken. Gott segne uns. Amen!

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