compassion
Einführung:
„Ihr sollt mein Eigentum sein…“:So sagte Gott zu seinem Volk in der Wüste Sinai. Diese Zusage hören wir auch heute von Jesus.
Wir sind berufen unseren Gott den Menschen nahe zu bringen und gemeinsam mit ihnen seine neue Herrschaft der Freiheit und des Lebens bekannt zu machen.
Denn Gott schenkt uns die Freiheit der Kinder Gottes.
Dafür danken wir ihm und bitten um seine Gnade:

Predigt:
Im heutigen Evangelium hören wir von der Berufung der zwölf Jünger Jesu. Da erfahren wir aber auch, dass er sie zunächst nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel sendet und nicht zu den Heiden.
Weil dies gerade so leichtfertig falsch interpretiert wird, möchte ich betonen, dass man diese Worte nicht als Diskriminierung sehen darf.
Denn wir wissen schon, dass Jesus nichts gegen Nicht-Juden bzw. gegen Heiden hatte.
Das lesen wir in vielen Stellen der Heiligen Schrift:
Zum Beispiel spricht er mit der Samariterin,
heilt die Tochter einer syro-phönizischen Frau und den Diener eines römischen Hauptmannes. Bei allen seinen Begegnungen hat er niemals fremde Menschen übergangen oder diskriminiert.

Aber warum sagt er, dass seine Jünger nicht zu den Heiden gehen sollen? Es ist aus der Sorge heraus, die Jesus um seine Jünger hatte.

Denn es war ihre erste Sendung, sozusagen ihre erste Missionsreise…
Wir wissen, jeder braucht am Anfang einen gewissen Erfolg…
Nun, wenn die Jünger gleich am Anfang bei den Fremden das Evangelium verkünden und dort sich nicht willkommen fühlen,
wären sie schnell enttäuscht gewesen.
Das kann prägende und schlechte Eindrücke hinterlassen.
Vielleicht würden sie sogar sagen: Ja, das ist nicht mehr meine Berufung. Ich kann das nicht. Auf Neudeutsch – sie wären „Loser“.
Dies war der Grund, dass er sie nicht zu den Heiden entsandte.

Aber das änderte sich mit der Zeit und
wir hören am Ende des Matthäus-Evangeliums das genaue Gegenteil:
„Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern…“ (Mt 28, 19)
Das sind auch die Worte Jesu. Das sagte er, weil er wusste, dass sie in dieser Zeit besser gerüstet waren. Sie sind jetzt erfahrene Menschen.
Sie wissen, was die Verkündigung bedeutet.

Ja, Jesus sorgte sich um seine Jünger. Aber auch anderen Menschen galt seine Sorge. Wir hörten heute zu Beginn des Evangeliums die Worte:
„Jesus sah die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen.“ (Mt 9, 36)
Ja, meine Lieben, Jesus war einer, der die Not aller Menschen vor Augen hatte. Er sah diese Not, weil er unter ihnen lebte. Weil er das gesehen hat, handelte er. Er spürte, dass die Menschen eine Befreiung aus ihrer Situation und dazu neue Hirten brauchten.

Hirten und Führer hatten sie genug. Aber diese hatten irgendwann von ihrer Berufung und ihren Aufgaben Abstand genommen.
Sie kümmerten sich mehr um Regeln und Ordnungen in der Gesellschaft…
Jesus will neue Hirten berufen. Und sie sollen aus Mitleid handeln.
Sie sollen Menschen befreien. Seine Botschaft,
das Evangelium ist die Botschaft der Befreiung und nicht der Diskriminierung. Das ist die Botschaft des Mitleids und
der Barmherzigkeit…

Die meisten Christen leben vorbildlich und sorgen sich um ihre Mitmenschen. Sie gehen neue Wege der Verkündigung und Befreiung der Menschen. Sie handeln nach Gottes Willen.

Versuchen auch wir durch unser Verhalten Menschen zu gewinnen.
Dann werden wir seine Jünger in der heutigen Zeit sein.
Gott segne uns. Amen!

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