Be Blessing
Einführung:
Das heutige Evangelium spricht vom Kreuz, das man im Leben annehmen muss, wenn man für Gott steht. Gut zu hören ist, dass viele Menschen uns annehmen und freundlich begleiten werden, wenn wir Gott annehmen…. Das Reich Gottes ist eine gute Gemeinschaftsarbeit.
Stärken wir einander. Beten wir füreinander, damit wir alle unser Kreuz gut tragen können. Zu Gott unserem Helfer beten wir im Kyrie-Ruf:

Predigt:
„Du hast es gut. Denn als Priester hast du ein tolles, sorgenfreies Leben. Du hast keine finanzielle Not. Vor allem hast du deine Freiheit…“ Ja, als Priester höre ich von vielen Menschen immer wieder solche Kommentare. Manchmal sind die Äußerungen gar nicht böse gemeint und ich nehme sie auch mit gewissem Humor.
Ja, viele denken, dass das Leben eines Priesters oder eines Seelsorgers oder einer Seelsorgerin ganz einfach ist. Gut. Diese Berufung bietet uns viele Vorteile. Aber auch wir haben unsere Schwierigkeiten im Leben.

Ich denke, das heutige Evangelium drückt das ganz klar aus.
Zunächst hörten wir von der Aufgabe eines Gesandten.
Das Kreuz zu tragen, ist in dieser Berufung unverzichtbar.
Was kann man als Kreuz bezeichnen?
Es sind viele Herausforderungen, die man täglich zu schaffen hat.
Es kann eine Auseinandersetzung mit einer Person sein…
Es kann aber auch eine finanzielle Situation der Gemeinde sein.

Was wir noch hören, ist über die Beziehung zu den Menschen:
Ja, einen gewissen Abstand in den Beziehungen muss man in dieser Berufung pflegen. Das sagt Jesus klipp und klar, wenn er sagt,
„Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert…“
Aber das heißt nicht, dass für einen Seelsorger die familiären Beziehungen unwichtig sind. Denn Gott selber gab uns Menschen das Gebot: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren“…
Diese Ehre schenkt man nicht nur in Worten, sondern auch in unserer Achtung für sie… Die Taten müssen auch folgen.
Sicherlich, Gott und der Dienst an Menschen stehen an der ersten Stelle. Aber der Seelsorger lebt nicht elternlos… Denn er ist kein Einsiedler…

Ja, das Leben eines Seelsorgers ist nicht nur Dienst und immer mehr Dienst. Auch er braucht gute Freundschaft und Unterstützung von Menschen. Das sagt uns das Evangelium in der zweiten Hälfte.
Ein Prophet findet seine Annahme bei den Menschen…
Das Leben des Propheten Elisha, von dem wir in der ersten Lesung gehört haben, bestätigt diese dynamische Beziehung eines Gesandten Gottes. Der Prophet wurde in einer Familie freundlich aufgenommen und er versprach der Frau den Segen Gottes: Sie wird einen Sohn gebären.

Ja, meine Lieben, wer in einer guten Beziehung steht, sieht die Not der Menschen. Er bringt den Segen Gottes.
Denn seine Sendung ist, ein Segen zu sein.
Menschen, die nach unserer Hilfe schreien, gibt es viele in der Welt.
Aber es gibt auch Menschen, die in der Stille, im Herzen beten und weinen. Gott verlangt von uns, auch diese zu sehen und zu handeln.

Elisha wirkte als der Mittler Gottes. Gott sah die Not der Menschen durch ihn. Nicht nur Elisha oder ein Seelsorger, sondern wir alle sind Mittler Gottes.

Das Leben eines Seelsorgers ist nicht unbedingt schlecht,
aber es ist genauso abwechslungsreich wie jedes anderes Leben.
Vor allem erwarten Menschen von ihm einen Superman, einen Helden.
Er soll alle Wünsche erfüllen. Er soll es allen Recht machen…
Aber bitte denken Sie daran, dass er seine Grenzen hat.
In vielen schwierigen Momenten findet er in Gott seine Kraft,
aber auch die Gemeinde muss ihm Rückendeckung geben.

Ich kann sicher sagen, dass meine guten Freunde mir Kraft in meiner Seelsorge sind. Da merke ich, dass ich nicht alleine bin.
Ja, das ist ein tolles Gefühl.

Aber das verlangt von mir ständiges Sehen und Handeln.
Ich bin berufen, Gottes Segen zu erwirken…
Und ich weiß, dass es ein Kreuzweg ist,
ein Weg, den wir gemeinsam gehen.
Ja, meine Freunde,
gemeinsam können wir Segen bringen und Segen sein.
Gott segne uns dazu! Amen.

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