Different and unique call
Einführung:
In der ersten Lesung hören wir von der Berufung des Elischa durch den Propheten Elija. Elischa trifft eine starke Entscheidung, indem er auf seinen gesamten Besitz verzichtet. Auch das Evangelium berichtet von einem solchen radikalen Verzicht.
Und im Galaterbrief, der zweiten Lesung, hören wir:
„Ihr seid zur Freiheit berufen.“
Stimmt das wirklich? Wo und wie erlebt man diese Freiheit?
Es ist eine innere Freiheit, die Gott uns schenkt…
Daraus empfangen wir Mut und Kraft für den Glauben.
Danken wir Gott für die Freiheit der Kinder Gottes, die wir aus unserem Glauben in der Gemeinschaft leben können. Ihn preisen wir im Kyrieruf:

Predigt:
Wer ist der berühmte Inder… Ich meine nicht den, der in Nierstein lebt, sondern den, den die ganze Welt als Mahatma (große Seele) bezeichnet. Ja, ich spreche von Mahatma Gandhi.
Wer Fotos von ihm gesehen hat, sollte auch eine Besonderheit erkannt haben: Er hatte einige Zähne verloren, nicht etwa weil er alt war. Dazu gibt es eine Geschichte.

Mahatma Gandhi lebte 21 Jahre in Südafrika und führte dort als Anwalt eine erfolgreiche Kanzlei. Dort hat er seine Satyagraha-Bewegung, den Kampf gegen die Unterdrückung der indischen Minderheit durch die Briten begonnen.
Ein Freund, Mir Alam, der ihn dabei unterstützte, konnte eine Entscheidung von Gandhi nicht akzeptieren, da Gandhi
mit der Regierung einen Kompromiss schließen wollte.
Mir Alam sah diesen Kompromiss als Betrug an und wurde wütend.
Er hat sich geschworen diesen mit allen Mitteln zu verhindern.
Eines Tages als Gandhi und weitere Freunde vor dem Büro waren,
kam Mir Alam und seine Freunde dazu. Während Gandhi und Mir Alam im Gespräch waren, wurde Gandhi vom hinten angegriffen.
Er stürzte bewusstlos zu Boden und hat dabei einige Zähne verloren.
Trotzdem blieb Gandhi standhaft bei seiner Entscheidung.
Diese Entschlossenheit erlebte die Welt bis zu dem Tag als er ermordet wurde.

Ich erzählte euch diese Geschichte, um zu sagen, dass es
Menschen gibt, die für ein bestimmtes Ziel bereit sind Leiden auf sich zu nehmen.
Nicht nur Gandhi, viele gehören dazu.
Zum Beispiel – Jesus.

Wir wissen, dass Jesus normalerweise von allen freundlich aufgenommen wurde. Auch in Samaria hatte er seine Anhänger.
Das kennen wir aus dem Johannes Evangelium von der Geschichte mit der samaritanischen Frau am Brunnen.

Aber er wurde auch von einigen Menschen aus einem samaritanischen Dorf abgelehnt. Der Evangelist nennt dazu folgenden Grund.
Jesus war auf dem Weg nach Jerusalem.
Samariter waren keine besonderen Freunde der Juden;
sie lehnten den Tempelkult in Jerusalem ab und hatten
ihre eigenen Opferstätten auf dem Garizim.

Jerusalem steht hier nicht nur für einen geographischen Ort.
Es steht für ein Bündnis,
für eine besondere Beziehung zwischen Gott und den Menschen.

Jeder, der ein besonderes Ziel in seinem Leben verfolgt, erlebt auch
ähnliche Ablehnung, wie sie Jesus erlebte.
Wir leben leider in einer Gesellschaft, wo Menschen
den anderen keine besondere Anerkennung schenken.
Auch der Glaube spielt für manche überhaupt keine Rolle mehr.

Auch Jesus hatte in seinem Leben nicht nur begeisterte Anhänger, sondern erfuhr selbst eine ablehnende Gesellschaft. Aber – er hat
niemand wegen einer anderen Meinung verurteilt oder verletzt.
Er lebte seinen Glauben.
Er wusste, Jerusalem war sein Ziel und
wenn er dieses Ziel verfolgt,
standen ihm Leiden bevor.
Dazu gehörte auch die Ablehnung der Menschen –
sogar aus den eigenen Reihen.

Wenn wir als Christen unsere Berufung bewusst leben,
werden wir, wie Jesus, einige Ablehnungen erfahren.
Die Kirche erlebt das seit ihrer Gründung bis in die
heutige Zeit.
Sie erlebt Anfeindungen von innen und von außen.

Ja. Es ist nicht einfach dem Ruf Gottes zu folgen.
So hören wir im Evangelium, wenn Jesus über die Berufung spricht.
Es werden Hindernisse zu überwinden sein,
aber wir dürfen nicht zurückschauen,
nicht anderen Meinungen hinterherlaufen.
Dem göttlichen Ziel folgen braucht viel Kraft.
Es ist nicht einfach der Berufung Gottes zu folgen, denn Gott fordert einen konsequenten Weg und eine stabile,
radikale Entscheidung…
Auch deshalb wird ein Leben im Glauben für manche Menschen unbegreiflich sein.

In diesen Tagen sind wir verstört über die Gewalt,
die manche Politiker demonstrieren.
Die Unruhe zwischen Iran und USA bereitet uns Sorge.
Auch hierzulande hören wir von bedrohten Politikern, weil sie für Menschen und deren Rechte einstehen.
Gewalt ist überall…
Wie soll es weitergehen?
Was können wir dagegen tun?

Wir brauchen wieder begeisterte Menschen.
Wir brauchen Menschen, die göttliche und menschliche Werte leben: Menschen wie Gandhi, Martin Luther King, Mutter Teresa,
die ein Beispiel für uns sein können.

Wir brauchen heute Menschen, die ein Ziel verfolgen und dafür alles tun ohne Gewalt anzuwenden.
Unsere Gesellschaft braucht solche Vorbilder…

Das zeigt uns Jesus;
er ging einen Weg der Entschlossenheit und Gewaltlosigkeit.
Möge die heutige Welt von ihm lernen.
Möge eine Kultur der gesunden Diskussion wieder Macht gewinnen.
Mögen überzeugte Menschen starke Unterstützung erhalten.
Mögen wir vor allem vom Glauben geprägt und gestärkt sein.
Amen!

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