Prayer changes viewsEinführung:
Gott sprach zu Ezechiel:“Menschensohn, ich will mit dir reden“.
Das hören wir in der ersten Lesung…
Ja, Gott will mit uns reden. Wir wollen ihm auch gerne zuhören.
Darum sind wir auch hier und jetzt in diesem Gotteshaus zusammen gekommen.
Gott möge unsere Herzen und Ohren öffnen, damit wir sein Wort vernehmen und es mit Liebe und Überzeugung leben können.
Ihn loben wir in Kyrie:

Predigt:
Klerus, Adel, Ritter, Kaufleute, Bauern…:
In Europa gab es eine solche Ständeordnung und
gesellschaftliche Gruppierungen über viele Jahrhunderte.

Auch in Indien, in meiner Heimat, hatten wir das bekannte Kastensystem: Priester und Gelehrte in der obersten Klasse, Fürsten und Ritter in der zweiten Klasse, Bauern und Kaufleute in der dritten und schließlich Dienstleiter und Knechte in der vierten Klasse.
Darunter waren die kastenlosen, unberührbaren Menschen.
Für die Menschen aus den niedrigen Klassen, war es sehr schwierig aus ihrem System auszubrechen.
Auch wenn sich mit der Zeit viel verändert hat, so ist auch heute diese Einteilung noch nicht völlig aus dem praktischen Leben verschwunden. Benachteiligungen durch das Kastenwesen sind aber in Indien gesetzlich verboten.
Und es ist möglich, unabhängig von seiner Kaste viel erreichen.
Zum Beispiel stammt der amtierende Staatspräsident aus der Gruppe der „Unberührbaren“.

Ja, die Welt verändert sich täglich. Viele Menschen sind weltoffen.
Trotzdem gibt es immer noch Menschen, diese Öffnungen nicht akzeptieren wollen.
Auch Jesus bekam davon einiges zu spüren, das berichtet uns heute das Evangelium.
Jesus ist in seiner Heimatstadt und will dort am Sabbat lehren.
Das Judentum achtete nicht nur streng auf seine Rituale und Regeln.
Es war auch fortschrittlich. In der Synagoge durfte jeder erwachsene Mann aus den Schriften lesen und sie erklären oder
mindestens die Segenssprüche sprechen.
Das Judentum war in dieser Hinsicht offen…
Dennoch saßen da auch Menschen, die dies nicht einfach hingenommen haben. Sie stellten Fragen…

Ja, es ist paradox:
Menschen die zum Beten gekommen waren, zeigen hier offen, dass sie durch die Religion nicht verändert wurden.
Sie hatten ihre Vorurteile und blieben dieser Welt verhaftet.

Nicht nur damals, auch heute werden Menschen auf verschiedene Weisen gedemütigt und moralisch gestraft, weil sie anders sind,
weil sie aus einer anderen Gesellschaftsschicht kommen,
weil sie eine andere Spiritualität leben oder anders orientiert sind, weil sie eine andere Hautfarbe, Kultur, Sprache haben…

Jesus selbst erlebte es, weil er ein Zimmermann war.
Aber diese „Geringschätzung“ ist kein Hindernis für ihn,
um immer wieder die Liebe und die Menschenfreundlichkeit Gottes zu verkünden.
Ja, Jesus lehrt uns, dass man anders sein darf.
Nicht die äußere Bedingung ist wichtig, sondern die Leistung, der erbrachte Beitrag für die Gesellschaft und die Menschheit, eigene Ideen… ja, damit muss man sich beschäftigen.

Gottes Geist kann in uns allen wirken. Er kennt keine Grenzen.
Möge dieser Geist uns alle aus unserer engen Gedankenwelt und von vielen Vorurteilen befreien. Amen!

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