Hope and Consolation
Einführung:
Als ich im Priesterseminar war, habe ich oft den folgenden Satz gehört:
„Die Freude ist der Feind des Bösen.
Du kannst alles mit einem Lachen besiegen.“
Im wirklichen Leben ist das meistens nicht so einfach. Oft erleben wir Dinge über die wir nicht lachen können. Dennoch versuchen wir unsere Freude am Leben zu bewahren.
Ja, in solchen Momenten brauchen wir einen starken Glauben an Gott, der uns Kraft und Halt schenkt. Bitten wir um diese Kraft, damit wir zur inneren Freude gelangen können.

Predigt:
In dieser Woche habe ich einen kurzen Dokumentarfilm angeschaut.
Es ging um Christen in Sri Lanka, die nach dem Anschlag am Ostersonntag mit gemischten Gefühlen leben und
trotz der schrecklichen Erfahrung ihren Glauben an Gott feiern.
In dem Film sah ich ein Mädchen, das für seine beiden verstorbenen Geschwister ein Lied singt. Wie auch andere Familien, hatte diese Familie zwei ihrer Kinder verloren, als sie in der Kirche waren…
Der Terror veränderte ihr Leben. Christen leben in Unsicherheit.
Sie wurden verfolgt, weil sie an Christus glaubten.
Trotzdem finden sie immer noch Halt und Trost in Christus,
im Glauben an ihn.

Viele Menschen erleben in ihrem Leben schwere Schicksale.
Fast jeder kann dazu eine eigene Geschichte erzählen.
Aber was können wir Christen für sie tun?

Es ist eine schwierige Frage; das weiß ich schon.
Aber die Kirche sagt, dass wir doch etwas tun können.
Die Lesungen des Sonntags bestätigen es uns.
Heute hörten wir mehrmals die Worte ‚Trost und Freude‘.
Das Besondere ist, dass Gott uns wie eine Mutter trösten wird.
Es ist ein Gottesbild, das unsere Herzen erfreuen soll.

Ja, es ist wirklich gut an einen Gott zu glauben, der bereit ist
uns in seinen Armen zu tragen und auf den Knien zu schaukeln.

Auch Jesus sandte seine Jünger als Tröster und Heiler aus,
weil er Menschen beobachtete, die in ihrem Leben
Enttäuschungen erlebt haben, die krank und ausgestoßen waren.
Er schickte seine Jünger mit dem besonderen Auftrag aus
die Macht des Feindes zu überwinden.
Ja, wer an Gott glaubt, sollte von den negativen Erfahrungen nicht mitgerissen werden. Solche Gefühle sollten uns nicht beherrschen.
Vielmehr sollen wir unser Vertrauen auf Gott setzen und
an ihn, der wirklich Frieden schenken kann, glauben.

Zufällig habe ich ein Lied gehört, das von René Baumann geschrieben und von Andrea Berg gesungen wurde.
Das Lied heißt, „Mosaik“ und an einer Stelle hören wir:

„In jedem Scherbenmeer seh’ ich ein Mosaik
Bunt und schön, wie das Licht, das den Morgen verspricht
Dann wird aus jedem Stolperstein ein Diamant…“
(Quelle: https://songtexte.co/andrea-berg-mosaik-songtext-236d3a)

Ja, es ist eine Kunst, aus den tiefen Erfahrungen des Lebens,
wieder Kraft zu gewinnen, aufzustehen und
weiter das Ziel zu verfolgen.

Viele Menschen haben diese Kunst beherrscht.
Deshalb rühmt der Apostel Paulus den gekreuzigten Christus,
nicht seine Herrlichkeit, nicht seine Wunder…
Ja, auch in Leiden kann man die Kraft Gottes erleben.
Dazu braucht man eine tiefe geistliche Erfahrung.

Ich habe am Anfang eine Frage gestellt,
ob wir Christen für die Menschen, die Trost brauchen,
etwas tun können und erwähnt, dass dies möglich ist.

Meine Lieben, auch wir können Boten der Freude sein.
Ja, wirklich, das ist möglich.
Es ist auch unsere Berufung Menschen Freude zu schenken.
Denn, wir haben einen Gott, der uns tröstet.
Über ihn sollten wir bewusst reden.
Durch unser Leben sollen wir Menschen zu ihm führen, die ihn suchen und selbst Kraft im Leben brauchen.

So können wir Menschen trösten,
die in unserer unmittelbaren Nähe leben und leiden,
in unseren Familien, am Arbeitsplatz.
Wir können mit ihnen fühlen und sie stärken.

Die Kirche hatte zu allen Zeiten den besonderen Auftrag,
den leidenden Menschen nahe zu sein, auch den Menschen die ihre Würde verloren haben.
Sie soll ihnen den Trost Gottes spenden.
Sie soll die Freude und vor allem die Hoffnung Gottes verkünden.
Wir sind die Vertreter Gottes.
Wir sind die Vertreter der Kirche.
Unsere Anwesenheit und unsere vom Glauben geprägte Worte können das tun.
Dann werden sie – wie es im Lied von Andrea Berg heißt –
in jedem Scherbenmeer ein schönes buntes Mosaik sehen können;
sie werden auch in der Dunkelheit das Licht der Hoffnung erblicken;
Dann wird aus jedem Stolperstein ein Diamant…
Sie werden in Gott und auch bei den Menschen Trost und Freude finden.

Ja, wir haben diese wunderbare Berufung und diese besondere Kraft des Glaubens. Möge unsere Gemeinschaft mit Christus uns auch künftig in dieser Berufung stärken. Gott segne uns. Amen!

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