Jesus is the message of Mary
Wenn ich eine mir fremde Kirche betrete, betrachte ich mir zunächst die Ausschmückung der Kirche.
Dabei sehe ich oft die eine oder andere interessante Figur oder Darstellung der Muttergottes.
Diese kann eine Pietá sein oder auch Maria mit dem Jesuskind oder ein Bild gemeinsam mit ihrer Mutter oder mit ihrem Bräutigam Josef.
Obwohl die meisten Bilder oder Figuren keine besonderen Kunstwerke sind, haben sie doch eine gewisse Anziehungskraft.

Ja, Maria spielt eine besondere Rolle in unserem Glauben. Wie erklären wir ihre wichtige Stellung in der katholischen Kirche?
Das heutige Fest bietet uns hierzu ein Geheimnis.

Wir feiern heute ein großes Marienfest – ihre leibliche Aufnahme in den Himmel.
Für manche ist dieser Begriff nicht eindeutig genug.
Aber den Menschen, die Rosenkranz beten, ist er geläufig.
Da betet man bei den glorreichen Geheimnissen:
„Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus,
der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat“…

In diesem Satz können wir das Geheimnis der Stellung Mariens in der Kirche erkennen. Obwohl sie nicht die wichtigste Person in der Heilsgeschichte ist, kommt sie zu einer einzigartigen Ehre durch ihren Sohn, der Gott und Mensch ist.
Maria spielt – durch Gottes Vorsehung – nach Christus, eine wichtige Rolle in der Kirche. Sie hat diesen Platz bekommen, weil Gott bei ihr eindeutig an erster Stelle steht.
Und deshalb feiern auch wir sie in ganz besonderer Weise.
Maria selbst ist nicht das Ziel, aber wirkt wie ein Zeichen,
das den Menschen den Weg zu Christus weist. Sie wurde von Gott und den Menschen geehrt, weil sie diese ihre Berufung erkannte.

Dass Maria bei Gott eine zentrale Rolle spielt erkennen wir in vielen Stellen der Heiligen Schrift. Ein Beispiel ist die Hochzeit zu Kana. Maria wird nur am Anfang der Erzählung erwähnt.
In dem Moment, da Jesus seine Rolle übernimmt,
rückt sie wieder im Hintergrund… Ihr Name wird nun nicht mehr genannt: Christus ist wichtiger als sie…

Solche Szenen durchziehen das ganze Leben von Maria. Sie sagen uns, dass auch wir nicht immer im Vordergrund stehen sollen und müssen…
Vielmehr sollen wir lernen für Gott Mittler zu sein und im Hintergrund zu arbeiten. Maria lehrt uns dieses Geheimnis.

Wer also wie sie, Christus in der Mitte seines Lebens stellt,
wird mit ihr im Himmel beschenkt und gekrönt sein.
Das lehrt uns Maria am heutigen Festtag.
Oft stand sie im Hintergrund, aber Gott hat sie dort abgeholt und ihr große Anerkennung zu Teil werden lassen.
So wie sie Gott in die Mitte stellte, so stellte Gott sie in der Mitte der Menschengeschichte.

Maria ist die neue Mutter der Lebenden.
Nicht wie Eva im Paradies, die erste ‚Mutter der Lebenden‘. Sie hatte ihre Berufung und ihr „Ja-Wort“ vergessen.
Sie hat Gott keine zentrale Stellung gegeben, sie hat ihn nicht in die Mitte ihres Lebens gestellt und dadurch ihre Würde verloren.
Die Nacktheit, die, Eva im Paradies erlebte, war nicht ihre körperliche Blöße, sondern der Verlust ihrer inneren Würde.

Maria hingegen hat ihr „Ja-Wort“ nicht vergessen,
sondern es in voller Liebe gelebt und als Lohn die Krönung ihres Lebens erfahren.
Sie lebte nicht im Paradies, sondern auf der Erde,
dennoch hat sie das Wort ‚Christus‘ in ihrem Herzen bewahrt.
Ihn nahm sie mit, wohin sie auch ging und brachte ihn zu den Menschen in Not.
Deshalb stellt uns die Kirche Maria als großes und wichtiges Beispiel vor. Auch heute ist sie für uns da – auf der Erde und auch im Himmel. Sie ist unsere Mutter und unsere starke Fürsprecherin…

Meine Lieben, wie Maria sind wir berufen den Menschen zu dienen; ihnen die Menschenfreundlichkeit und den Segen Gottes zu bringen. Wir müssen von ihr lernen Christus in die Mitte unseres Tuns zu stellen, so wird er die Dunkelheiten unseres Lebens besiegen. Er ist unser Gott, im Himmel und auf der Erde…

Heute werden in vielen Kirchen Kräutersträuße und Blumen gesegnet.
Das Brauchtum geht vermutlich auf die Überlieferung des Kirchenvaters Johannes von Damaskus zurück.
Diese Überlieferung sagt uns: Als man das leere Grab Mariens öffnete, entströmte ihm ein Wohlgeruch von Rosen und Kräutern.
Legende oder Wahrheit – wir wissen es nicht,
aber wir können sagen, dass Maria
durch ihr Leben und ihre Fürsprache uns eine unvergleichliche Erfahrung der Göttlichkeit schenkt. Sie bringt uns die heilende Botschaft, dass Gott immer in unserer Mitte ist.

Meine Lieben,
wir dürfen unser Ja-Wort nicht vergessen und so wird Gott auch uns nicht vergessen.
Denn die Liebe ist stark und überwindet die Grenzen der Zeiten und der Räume…

Wir wollen ihrem Beispiel folgen.
Dann werden wir wie Maria den
Menschen Heil und die Freude Gottes bringen.
Gott möge uns durch Maria segnen und uns auf unseren Wegen begleiten. Amen!

WordPressFacebookBlogger PostDeliciousDiggEmailTwitterShare