Be kind in Words and deeds
Einführung:
„Duty First“… zuerst die Pflicht… so denken wir immer, weil wir verantwortungsvolle Menschen sind. Manchmal müssen wir aber die
Menschlichkeit vor unsere Verpflichtungen stellen.
Das kann der Fall sein, wenn wir jemanden sehen, der unsere Hilfe dringend braucht, z.B. wenn ein Unfall vor uns passiert, wenn ein älterer oder behinderter Mensch auf der Straße unsere Hilfe benötigt oder wenn ein Kind verzweifelt in einem Einkaufzentrum nach seinen Eltern sucht, dann sind wir sofort da…
Für diese großartige Gabe der Hilfsbereitschaft wollen wir Gott danken:

Predigt:
Es gibt einige Freunde, die mir immer wieder Fragen stellen.
So wurde ich gerade wieder vor Kurzem angesprochen:
„Du, ich habe mal wieder eine Frage,
es geht um die Bibel und den Rosenkranz“…
Wir diskutierten eine lange Zeit, seine Frau war davon nicht gerade begeistert. Für sie waren die Themen so ‚fromm‘ gewesen. Während unseres Gesprächs konnte ich ihre Kommentare im Hintergrund hören. Trotzdem – mein Freund und ich haben uns darüber amüsiert…

Normale Menschen haben nun einmal Fragen.
Diese Tatsache kann man weder abstreiten, noch verhindern.
Es ist auch gut, dass sie gestellt werden, denn nur so lernen wir neue Dinge.
Aber wir wissen ebenso, dass nicht hinter allen Fragen eine gute Absicht steckt. Es gibt Menschen, die mit hinterhältigen Gedanken Fragen stellen. Sie wollen andere damit herausfordern oder kritisieren.
Auch Jesus wurde mit einer solchen Frage konfrontiert.
‚Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben?‘
Ein Gesetzeslehrer wollte Jesus mit dieser Frage auf die Probe stellen.
Wie kann ein Gesetzeslehrer, der sich in der Thora bestens auskennt,
eine solche Frage stellen?
„Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken…“
Jeder, der in der jüdischen Kultur verwurzelt ist, kennt dieses Gesetz sogar auswendig.

Es wäre vergleichbar, wenn man einen erwachsenen Deutschen nach dem ersten Artikel des Grundgesetzes der Bundesrepublik fragen würde…

Also, seine Frage war nicht klug und hatte vor allem keine gute Absicht.

Aber Jesus blieb „cool“, gelassen und ruhig, solche Hinterhältigkeiten waren für ihn nichts Außergewöhnliches. Er erlebte sie sowohl in der Wüste als auch später am Kreuz.
Sie haben ihn weder geärgert noch aus der Ruhe gebracht.
Als Antwort hören wir eine sogar wunderbare Geschichte.
Daher stammt auch der Begriff „Guter Samariter“,
der weit über die Religion hinaus bekannt ist.

Mit dieser Geschichte beantwortet Jesus die Frage des Gesetzeslehrers und ergänzt damit das Verständnis des Juden.
Die Erzählung erinnert uns auch an die Worte Jesu,
dass er nicht gekommen sei, um „das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern sie zu erfüllen“. (Mt 5, 17).

Ja, Jesus konnte wunderbar mit solchen Situationen umgehen.

Uns gelingt das nur selten.
Wir empfinden manche Fragen verletzend.
Wir regen uns auf, wenn manche Dinge uns nicht passen.

Jesus aber nutzt solche Gelegenheiten, um Menschen zu belehren.
Auch denen, die ihn nicht akzeptierten, vermittelte er,
dass es weder nur menschlich, noch nur göttlich ist, ohne andere
schlecht zu machen oder sie in eine Falle zu locken.

Er nutzte solche Gelegenheiten auch zur Belehrung, dass jeder, der schwach ist und Hilfe braucht, unsere Hilfe bekommen muss. Wir dürfen eine Person, die seelisch oder körperlich verwundet ist, nicht ignorieren.
Ja, in Wort und Tat Barmherzigkeit zu zeigen ist der richtige Weg, ja der angemessene Gottesdienst.
Denken wir an die Worte in seiner Bergpredigt (Mt 5,7):
„Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“.

Meine Freunde, Jesus ruft uns auf zu einer Kultur der Barmherzigkeit.
Gegenseitiger Respekt ist wichtig als Grundlage für unseren Glauben und auch für eine funktionierende Gesellschaft. Mitleid haben und Menschlichkeit zeigen sind Eigenschaften, die uns zu Gott hinführen.

Wir werden mit vielen Fragen in unserem Leben konfrontiert.
Warum gibt es Krieg und Krankheit?
Warum so viel Armut und Arbeitslosigkeit?
Warum müssen Menschen ihre Heimat verlassen und fliehen?
Warum wird die Erde ausgebeutet?
Warum so viel Gewaltanwendung gegen Schwache?
Warum müssen Menschen in Einsamkeit leben?…

Ja, es sind so viele Fragen. Nur mit einem barmherzigen Herzen können wir darauf eine Antwort finden.
Praktizierte Barmherzigkeit ist die Antwort.
Nur so können wir Licht, statt Dunkelheit und
Hoffnung, statt Zweifel verbreiten
und ehrliche, herzliche Beziehungen aufbauen.
Gott segne uns dazu. Amen!

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