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Einführung:
„Flüchtlinge sind hier nicht willkommen“. So hören wir immer wieder, auch in unserer nächsten Umgebung. Selbst die Menschen, die sich für die hilfebedürftigen Fremden einsetzen, werden teilweise diffamiert.
In der Bibel wird uns aber eine andere Botschaft verkündet:
Menschen, die Fremden willkommen heißen, erleben Wunder…

Durch die Gnade Gottes sind wir jetzt um den Tisch des Herrn versammelt und erleben das große Wunder, dass wir bei Gott willkommen sind. Christus teilt sein Leben mit uns und ermutigt uns dadurch Menschen besser zu verstehen und freundlich aufzunehmen. Er möge unsere Herzen weit öffnen. Darum bitten wir ihn im Kyrie-ruf:

Predigt:
Ich bin momentan sozusagen auf ‚Abschiedstournee‘.
Meine Tage in der Pfarrgruppe sind gezählt und ich bin in diesen Tagen und Wochen bei vielen Menschen eingeladen.
Wir essen zusammen, genießen die gemeinsame Zeit und unsere Freundschaft.
Dabei erlebe ich oft Freude, aber auch Tränen in ihren Augen.

Ja, der Tisch verbindet uns Menschen. Beim Essen teilt man nicht nur Freude, sondern auch Sorgen. Freudige und traurige Anlässe vereinen die Menschen um den Tisch.

Die Lesungen des Sonntags verkünden uns die gleiche Botschaft.
Die erste Lesung erzählt uns die Geschichte Abrahams mit seinem fremden Gast. Abraham hat ihn freundlich empfangen,
nahm sich Zeit für ihn und ließ ihn festlich bewirten.
Entweder hatten Abraham und Sarah darüber gesprochen haben, dass sie keine Kinder haben oder der Gast war ein aufmerksamer Mensch und hat das beobachtet.
Auf jedenfalls endet die Lesung mit einem wunderbaren Versprechen.
Der Gast, der die Gastfreundlichkeit Abrahams erfahren hat, gibt der Familie etwas zurück. Es waren nur Worte zum Abschied.
Aber sie erwiesen sich als Segen!
Vielleicht haben wir ähnliches schon an unserer Haustüre oder auf der Straße erlebt, wenn wir einem Hungrigen etwas zu Essen oder ein Geldstück gaben. Wir hörten oft Worte des Dankes. Sie wirkten bei uns wie ein Segen.
Ja, genauso erlebten Abraham und seine Frau die Verheißung ihres Gastes. Ihnen wurde ein Kind geschenkt.

Auch Marta und Maria erlebten einen ähnlichen Segen durch Christus.
Jesus wurde freundlich in dieser Familie empfangen.
Aber dann beobachtete er die Schwestern und merkte zwischen ihnen Unstimmigkeiten

Er erlebte die ruhige Maria, die neben ihm saß und ihm zuhörte.
Auf der anderen Seite sah er eine unruhige und unzufriedene Marta, die sich ganz ihrer Arbeit widmete.

Ich denke, wir kennen viele Menschen wie Marta.
Sie werden alles tun… dennoch sind sie dabei unzufrieden.
Sie schimpfen auf die anderen… suchen nach deren Fehler …
Auf diese Art werden sie oft zu erbitterten Menschen.

Jesus erkennt diese Bitterkeit und Unzufriedenheit Martas.
Er gibt ihr Anweisung für ihr Leben und bringt sie zur Ruhe.
Seine Worte wirken wie ein Segen!

Menschen erleben Gottes Heil in der Gemeinschaft…
Sie erleben Wunder, weil sie offen für die Mitmenschen sind,
weil sie ihre Bedürfnisse sehen und danach handeln.

Sowohl am Tisch des Herrn als auch bei meinen Freunden erfahre ich, dass es eine starke Bindung zwischen uns gibt. Sie kommt aus der Menschenfreundlichkeit, aus der Offenheit und auch vor allem aus unserem christlichen Glauben.
Ich erlebe, dass kaum Entfernung zwischen Indien und Deutschland liegt.

Meine Lieben,
auch Jesus lädt uns zu seinem Tisch um eine solche Erfahrung zu ermöglichen.
Seine Eucharistie ist ein Geschenk für alle.
Ein Geschenk, das aus Fremden Freunde macht.
Es stärkt uns…
Es verbindet uns…
Es versorgt unseren inneren Wunden.

Gott sieht unsere Freude, Ängste, Zweifel und Trauer.
Er beobachtet unsere Anstrengungen und lädt uns ein, ein Fest mit ihm zu feiern, seine Liebe und Leben zu erfahren und sie mit ihm zu teilen.

Mögen unsere Worte und Anwesenheit, Menschen Freude und Segen bringen.
Wir wollen zu Gottes Füßen sitzen, seine Worte hören und seine Liebe empfangen.
Wir wollen Menschen wie Abraham und Sarah, die unsere Hilfe brauchen, beistehen,
wir wollen Menschen wie Marta, die mit Sorgen geplagt sind, stärken.
Möge der Tisch des Herrn und der gemeinsame Tisch mit unseren Freunden uns nicht trennen, sondern einigen.
So können wir Freude vermehren,
Tränen trocknen,
schwache Schultern und Herzen stärken.
Möge Gott uns dazu segnen. Amen!

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