Worthy and precious
Einführung:
Jesus verwendet Gleichnisse, um wichtige Botschaften zu vermitteln. Damit stellte er sich immer wieder den Fragen, was den Menschen am wichtigsten ist, wo ihre Schätze verborgen liegen, was sie im Leben suchen und finden. Genau das fragt er uns heute. Überlegen wir, was ist mir am wichtigsten? Bedeutet das Reich Gottes, der Glaube an Gott einen Schatz für mich? Suchen wir dazu eine Antwort und bitten wir um seine Gnade im Kyrie:

Predigt:
An den letzten beiden Sonntagen hörten wir, dass Jesus Gleichnisse über das Himmelreich erzählte… Auch heute hören wir gleichsam eine Fortsetzung dieser Reihe. Es ist interessant zu beobachten, dass Jesus jedes Mal eine andere Geschichte erzählt und dazu neue Beispiele und Bilder wie, Feld, Samen, Unkraut, Acker, Perle, Schatz, Fischernetz, Mehl, Sauerteig usw. verwendet. Wenn wir dabei seine Sprache analysieren, können wir auch sehen, wen er dabei vor sich hat und zu wem er spricht:
Das waren bestimmt Bauern, Kaufleute, Fischer, Frauen, usw…
Er sprach ihre Sprache und verwendete Bilder und Objekte, die sie in ihrem Alltag kennen und verwenden… So konnten die Menschen seine Aussagen und die hintergründigen Gedanken verstehen…
Ja, Gedanken richtig und treffend vermitteln zu können ist wichtig für eine gelungene Kommunikation. Jesus hatte diese Begabung und selbstverständlich auch die Gnade seines himmlischen Vaters und die Kraft des Heiligen Geistes.

Die Verkündigung war die wichtigste Aufgabe von Jesus. Er wusste, dass er dazu verschiedene Wege nutzen konnte…Das Reich Gottes ist eine Gemeinschaftserfahrung. Dennoch muss man sich persönlich darum bemühen.…
Das zeigte Jesus immer wieder indem er allein betete. Obwohl er oft bei einer Menschenmenge war, fand er für diese persönliche Suche stets die Zeit und die Einsamkeit. Ja, die eigentliche Suche nach Gott geschieht im Gebet und im Herzen. Das Wort Gottes ist hierbei nur eine Hilfe.
Gott offenbart sich auch in der heutigen Zeit. Aber – nur ein Mensch mit bedingungsloser Liebe kann ihn erkennen. Dafür muss man all seine Mittel aufwenden, so wie der Mann im heutigen Evangelium für den Schatz im Acker all seinen Besitz verkaufte. So fand und erhielt er das wertvollste…

Ist Gott und sein Reich wirklich ein Schatz für uns?
Das ist auch heute eine wichtige Frage. Denn viele Menschen sagen jetzt, da wir von der Corona-Pandemie eingeholt wurden:
Ich brauche keine Kirche oder ich brauche keinen Gottesdienst.
Ich kann auch ohne all das leben. Stimmt das? Ist das wirklich so?
Ich denke nicht. Das erinnert mich an meine Kindheit.
Wenn ich manchmal mit der Familie Streit hatte,
dann sagte ich aus Trotz: „Ich brauche kein Essen und Trinken.“
Aber dieser Widerstand überlebte nur ein paar Stunden.
Irgendwann bekam ich großen Hunger und musste etwas essen.
Durch die Corona-Pandemie denken wir, dass wir vieles nicht mehr brauchen. Aber ich glaube, dass diese Einstellung nicht von langer Dauer sein wird.
Jede und jeder von uns sucht Gott und seine Wahrheit.
Wir brauchen im Leben wertvolle und sinngebende Erfahrungen.
Viele Dinge können uns auch in dieser schwierigen Zeit Trost schenken, aber nur Gott und die Kirche schenken uns im Leben den notwendigen Halt.

Um Menschen zu gewinnen müssen wir Christen heute die Sprache der Menschen verstehen, ob sie traurig sind, ob sie frustriert sind…
Das lehrt uns Jesus durch seine Gleichnisse…
Nur dann können wir unseren Glauben wertvoll, lebendig und liebevoll vermitteln. Wir dürfen auch nicht vergessen, nicht nur der Glaube, auch die Menschen, unsere Beziehungen sind wahre Schätze in unserem Leben.
Wir wollen deshalb einander wertschätzen und Anerkennung schenken. Suchen wir Gott mit Begeisterung – persönlich und in der Gemeinschaft. Gott segne uns dazu. Amen!

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