share and careEinführung:
Jesus ist der Sohn Gottes. Als solcher braucht er keine menschliche Hilfe. Trotzdem wählt er Menschen als seine Mitarbeiter aus. Das heutige Evangelium spricht von einem kleinen Jungen, der mit fünf Gerstenbroten und zwei Fischen anwesend ist.
Diese Kleinigkeiten werden reichen, so erfahren wir, um viele Menschen satt zu machen…
Auch wir stehen vor Gott mit unseren kleinen Gaben,
mit unserem Leben und unserer Liebe. Gott möge sie verwandeln und vielen Menschen damit Freude bringen.
Darum bitten wir im Kyrie:

Predigt:
Wenn man hungrig ist, ist man nicht besonders kreativ.
Ich denke, das gilt für die meisten Menschen.
Man kann auch mit leeren Magen nur schlecht beten. Es sei denn man fastet bewusst. Hunger und Durst lenken ab und machen uns unproduktiv.

Hunger ist ein großes Problem in unsrer Welt. Wir sehen viele Menschen, die auf der Flucht sind. Sie sind unterwegs, nicht nur wegen politischer Instabilität, sondern auch um ihren Hunger zu überwinden.
Sie suchen neue Orte, wo sie ein würdiges Leben aufbauen können.

Aber wir wissen, dass nicht jeder Mensch Hunger und Durst kennt.
Wer diese Not aber erfahren hat, kann sich gut in die Situation eines anderen hinein versetzen…
Zwei solche Namen haben wir in den heutigen Lesungen gehört.
Der Prophet Elischa und Jesus haben bestimmt Hunger und Durst erlebt, weil sie immer unterwegs waren.

Zweimal hörten wir von einer Brotvermehrung: Das ist eine Botschaft an uns: Elischa und Jesus genießen nicht nur die Gastfreundlichkeit der Mitmenschen, sondern sie sind selbst bereit etwas für die Menschen zu tun. Sie können spüren, was die Menschen wirklich brauchten.
Sie erkennen ihre Sehnsüchte, ihren Hunger.
Sie versuchen mit ihren Mitteln, den Menschen zu helfen.
Ignatius von Loyola, der Ordensgründer der Jesuiten schreibt:
„Eine Zunge und zwei Hände hat uns Gott gegeben,
weil er möchte, dass wir mehr tun als reden.
Das Wort ohne Werk ist tot, ja, die ganze Welt ohne Liebe ist nichts wert. Die Liebe aber hat ihren Sitz nicht im Mund,
sondern im Herzen aufgeschlagen.“

Ja, meine Lieben, es ist auch unsere große Aufgabe die Not und Sehnsüchte der Menschen zu erspüren… Dazu müssen wir die Welt in Liebe betrachten. Nur dann werden wir die Not der Menschen nach empfinden können.

Glaubt ihr, dass es uns gut geht, weil wir keine politischen und menschlichen Nöte erleben; weil unsere Welt in Ordnung scheint?
Nein…
Auch viele Menschen in unserer unmittelbaren Nähe haben, wenn auch im übertragenen Sinn Hunger und Durst. Viele sind hungrig nach einer bleibenden Beziehung,
nach Anerkennung, nach Zeit, Trost, Menschlichkeit und Frieden.

Wir tragen dieses ‚Brot‘ mit uns. Unsere Fähigkeiten, unser Wille, unser Geld sind ‚die Brote‘, die wir heute besitzen.
Wenn wir bereit sind, einen Teil davon mit anderen zu teilen,
dann werden wir den Hunger und Durst von vielen löschen können.
Wir können auch heute Wunder wirken,
wenn wir die Sprache der Liebe sprechen.

Gebe ich etwas zurück, von dem was ich empfangen habe?
Wie viel von Christus lebt in uns?
Christus und die vielen Vorbilder mögen uns dabei helfen. Amen.

WordPressFacebookBlogger PostDeliciousDiggEmailOrkutShare