be for others
Einführung:
„Was brauchen die Menschen der Kirche in unserer Zeit?“ In den vielen Sitzungen hört man diese bedeutende und grundlegende Frage immer wieder… Wir wissen, dass wir nicht alle Wünsche der Menschen erfüllen können. Trotzdem versuchen wir immer wieder neu ihre Nöte und Anliegen zu verstehen und danach zu handeln…
Jesus wusste, was die Menschen brauchten und konnte ihnen helfen. Auch unsere Berufung ist es Menschenfischer zu sein. Wir können Menschen fischen, das heißt sie gewinnen, indem wir versuchen ihre Bedürfnisse zu verstehen. Darum bitten wir:

Predigt:
Das Brot war ein wichtiger und symbolischer Bestandteil im Leben Jesu, es diente ihm auch dazu Wunder zu wirken. Denken wir an die zwei Wunder der Brotvermehrung. Er wollte dafür weder Geld noch Anerkennung, er wollte damit Menschen gewinnen.
Waren diese Brotwunder etwas einzigartiges bei Jesus?
Nein. Solche Brotwunder gab es schon vorher…
Wir wissen, dass Jahwe den Israeliten in der Wüste Manna gegeben hat… Auch der Prophet Elija sprach zu einer Witwe in Sarepta im Namen Gottes:„Der Mehltopf wird nicht leer werden und der Ölkrug nicht versiegen bis zu dem Tag, an dem der HERR wieder Regen auf den Erdboden sendet.“ (1. König 17, 8-24.)

Was war denn nun das Besondere bei den Wundern Jesu?
Das sehen wir in seinem letzten Brotwunder, das wichtigste Zeichen, das er uns geschenkt hat. Nicht die Speisung der Menschenmenge, sondern die Einsetzung der Eucharistie…
Dieses Brot stärkt die Erinnerungen… verbindet die Zeiten. Ja, damit gestärkt leben unzählige Menschen…

Eine andere wichtige Botschaft der Lesung und all dieser Brotwunder, sagen uns, dass man für die anderen da sein muss…
Das hören wir auch im heutigen Evangelium, in der Antwort Jesu an seine Jünger. Er sagte ihnen, die die Leute wegzuschicken wollten:
„Gebt ihr ihnen zu essen!“
Er wusste wohl, dass sie das nicht konnten…
Dennoch will er mit dieser Aufforderung etwas klar machen: Man darf Menschen in ihrer Notsituation nicht allein lassen…

Ob die Jünger damals diese Botschaft verstanden haben wissen wir nicht. Ob sie beim letzten Abendmahl – als er das Brot brach –
diese Handlung in ihrer großen Bedeutung verstanden haben, ist zumindest fraglich…
Die Jünger auf dem Weg nach Emmaus hingegen erkannten Jesus beim Brotbrechen. Sie erkannten, dass er mit ihnen gegangen war und nun bei ihnen bleibt… Diese Botschaft „des Daseins“ vermittelt er noch einmal am Pfingstfest. Ja, betont er, Gott wird die Menschen nicht allein lassen.
„Wo waren unsere Hirten?“ „Was haben wir in und mit der Kirche erlebt…“ Nach dieser Corona-Zeit werden wir bestimmt mit solchen Fragen konfrontiert… Ja, sogar jetzt hören wir ab und zu diese Anspielungen… Die Menschen stellen uns diese Fragen, weil sie wissen, dass die Kirche nicht nur eine Gemeinschaft von Gläubigen ist, sondern auch soziale Aufgaben zu erfüllen hat.
Für Menschen da sein heißt das zu teilen, was wir einmal erhalten haben. Jesus lehrt uns zu geben, weil wir vieles bekommen haben…
Ja, das befolgen wir bereits in vielen Fällen: Für Bildung, Gesundheit, Jugend, Caritas und in anderen Bereichen leisten wir schon sehr viel. Die Kirche und die Christen sind Weltmeister im Teilen und Helfen. Das kann niemand in Frage stellen…
Dennoch bleibt eine offene Frage: Reicht das? Erfüllen wir wirklich Jesu Auftrag? Sind wir für unsere Mitmenschen da? Erleben Menschen Gott in und durch uns? Gleich dem geteilten Brot auch mit den Menschen teilen ist nicht einfach… Aber das ist unsere Berufung und unser Auftrag. Versuchen wir möglichst viele Stimmen zu hören, Lernen wir Stimmen für die stimmlosen und Kraft für die kraftlosen zu sein… Das ist das ganz persönliche Brotwunder, das Jesus von uns verlangt.
Gott segne uns dazu. Amen!

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