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Einführung:
Manche von uns haben eine anstrengende Woche hinter sich. Und noch dazu – wenn manche Dinge nicht nach unseren Vorstellungen laufen sind wir enttäuscht.
Dann werden wir vielleicht wie der Verfasser des Buches Kohelet sagen: „Alles ist Windhauch“.
Trotzdem finden wir neue Kraft und versuchen weiter zu kommen.
Dabei hilft uns ein Gebet, ein gutes Gespräch mit einem Freund oder einer Freundin.
Gottes Anwesenheit spüren wir in der Gemeinschaft.
Das erleben wir auch, wenn wir als betende Menschen zusammen- kommen. Wir bringen alles, was uns bedrückt vor Gott und
bitten um seine erfrischende Kraft:

Predigt:
Stellt Jesus im Evangelium eine Frage, dann gibt er immer eine Antwort darauf. Das ist der Normalfall.
In den Evangelien finden wir dazu einige Beispiele.
Eine wohlbekannte Stelle lesen wir im Matthäus Evangelium (12, 48b – 50). Jesus war lehrend unterwegs. Seine Familie hatte negative Dinge über ihn gehört und wollte ihn nach Hause holen.
Als er davon erfuhr, dass seine Familie anwesend war, fragte er:
„Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er streckte die Hand über seine Jünger aus und sagte: Siehe, meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“.

Die Antwort war recht ausgefallen und nicht einfach zu verstehen.
Sie ist auch heute ein zweischneidiges Schwert für die Menschen,
die Jesus wortwörtlich nehmen. Aber wer seine Worte und seiner Spiritualität folgt, vernimmt eine andere Bedeutung. Man fühlt sich sozusagen in den Kreis seiner geistigen Familie berufen.
Auch heute hörten wir eine ähnliche Frage und die entsprechende Antwort von Jesus.
„Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt?“ (Lk 12, 14).
Nach wie vor erwarten wir, dass nach dieser Frage eine Antwort kommt. Und so geschieht es. Wir haben diese eben im Evangelium gehört.
Er nennt ein wichtiges Problem beim Namen und sagt:“ Hütet euch vor jeder Art von Habgier“.
Um das näher zu erklären gibt Jesus ein Beispiel.
Wir sind sicher: Nicht nur derjenige, der Jesus die Frage stellte, sondern auch die Volksmenge sollte eine klare Botschaft bekommen.

Habgier ist ein großes Problem:
Kriege, Spannungen zwischen Ländern, Wirtschaftskrise, Arbeitsverlust; viele schlimme Dinge geschehen, weil einige Menschen sich nicht beherrschen können. Das ist nicht nur meine Meinung.
Die meisten Menschen mit denen ich im Kontakt komme, äußern sich ähnlich… Es ist einfach die Gier… Diese Menschen wollen immer mehr erreichen und können damit nicht aufhören. Und diese Gier ist zerstörerisch.

Wo liegt das eigentliche Problem?
Einige, die Macht haben, stellen den Gewinn über alles.
Sie rechnen alles mit den Zahlen des Profits.
Dabei kommen sich andere Menschen überflüssig vor.

Der Mensch, der eine aufrichtige Beziehung zu Gott hat, sucht andere Wege. Denn der Glaube leitet uns nicht nur zum Beten an oder brav in die Kirche zu gehen. Glaube gibt uns Orientierung im Leben. So sollte es sein. Dann bleibt Gott unser Mittler auch in sozialen Fragen. Seine Werte, die Menschenfreundlichkeit und das Mitleid sollen Menschen bewegen. Das hilft uns die Not der anderen zu erkennen und zu handeln. Andernfalls werden wir, wie der reiche Mann in der Geschichte, ein sinnloses Leben führen.
Seine Scheunen waren alle voll. Was hat es ihm letztlich geholfen?

„Wer hat mich zum Schlichter bei euch gemacht…“
Die Antwort ist klar.
Gott, der Vater sandte Jesus als unseren Mittler und Schlichter.

Die Frage Jesu müssen wir uns immer wieder vor Augen halten:
wenn wir Menschen sehen, die auf dem Meer ertrinken,
wenn Kriege die Existenz von vielen unschuldigen Menschen herzlos zerstört,
wenn Menschen im Namen Gottes einander bekämpfen,
wenn die Mutter Erde ausbeutet wird…

Ist Gott wirklich unser Mittler?
Ist er in unsere Mitte?
Ist er in der Welt, wo Menschen nur nach dem Profit und Gewinn suchen, ja süchtig sind?

Die Frage Jesu stellt sich aber auch in unserer Kirche…
Ist Gott Mittler für die Schwachen?
Oder behalten wir unseren Gott exklusiv für uns?

Wir dürfen nicht als Verlierer dastehen, sondern müssen Boten seiner Menschenfreundlichkeit und Barmherzigkeit sein.
Mögen Menschen durch uns einen Gott erfahren,
der mit uns geht,
der Mittler und Schlichter vieler Fragen sein will.
Möge unser Leben ein Zeugnis seiner Liebe sein.
Gott segne uns. Amen!

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