god is not fear
Einführung:
Petrus wollte wie Jesus auf dem See gehen, aber er scheiterte. Ich denke, das war gut so. Sonst wäre er ein ‚anderer‘ Petrus gewesen. An Jesus zu glauben heißt nicht gleichzeitig übernatürliche Kräfte zu besitzen. Gott ist niemand, der uns durch irgendeine Magie gewinnen will. Wer solchen Wundern nachgeht, wird nie den echten Christus erleben. Gott zu folgen heißt, ihm Vertrauen schenken und den Blick auf ihn richten. Seine Kraft wird uns dann schützen und uns erheben. Suchen wir Gott ohne Angst.
Darum bitten wir im Kyrie-Ruf:

Predigt:
Als das Coronavirus sich verbreitete, hörte man immer wieder:
„Man soll keine Angst haben, sondern einfach nur vorsichtig sein“.
Ja, die Angst ist keine Lösung für irgendetwas.
Mit Angst kann man nichts gewinnen.

Ängste aber haben die Meisten unter uns, nicht nur vor einer Krankheit oder vor dem Krieg.
Diese Tatsache findet man auch im Glauben. Viele Bilder und Erzählungen über Gott bestätigen uns das. Schon deshalb gibt es viele Menschen, die solche Gottesbilder verneinen. Manche stellen auch die Frage, wenn sie von Naturkatastrophen betroffen sind.
„Wo ist hier Gott? Warum hat er seine Kirche und seine Leute nicht beschützt?“…
Ich denke, oft wird versucht auf solche Fragen eine Antwort zu finden.

Aber gibt es dazu eine klare Antwort? Gibt es für Gott und seine Anwesenheit eine bestimmte Erklärung? Die Bibel, inklusive der heutigen Lesung will uns sagen: Nein. Moses und andere Menschen haben Gott als Feuer, Wolkensäule, Donner usw. erlebt.
Deshalb war der Gott eine furchterregende Figur für die Menschen.

Aber der Prophet Elija erlebte einen anderen Gott. Er brauchte dringend einen tröstenden Gott, weil er auf der Flucht war.
So erlebte er Gott nicht in einem Sturm oder im Erdbeben,
sondern in einem leisen Säuseln.

Auch die Menschwerdung Christi lehrt uns, dass Gott anders ist.
Er war wohl ein Gott, aber auch der Sohn eines einfachen Ehepaares.
Er war heimatlos. Er war wie ein Wanderprediger unterwegs.
Also: Auch Jesus vermittelt uns keinen glorreichen Gott…

Auch wenn das heutige Evangelium von einem mächtigen Gott, von einem Gott, der auf dem Wasser läuft und so seine Kraft über die Natur beweist, berichtet, versucht der Evangelist noch etwas mitzuteilen:
Gott möchte die Angst der Menschen nicht ausnutzen,
sondern er nutzt seine Kraft, um Menschen zu retten.
Ja, Gott ist niemand der uns Ängste einjagt, sondern jemand der uns aus jeder Angst rettet. Mit anderen Worten, der Mensch erfährt Gott als Helfer. Deshalb sagen auch viele Menschen zu denen, die ihnen Hilfe anbieten:
„Gott hat euch zu uns gesandt“… oder
„Ich habe in dieser Person Gott gesehen“.

Wenn unsere Blicke in eine falsche Richtung gehen,
wenn wir im Leben Niederlagen erleiden,
werden die Meisten von uns Gott als eine beängstigende Figur erleben.
Manche werden untergehen… Andere werden ihn verleugnen…
Der Prophet Elija und die Jünger Jesu haben Gott in ihrer Not anders erfahren: Als Ruhepol, als die ausgestreckte Hand, mit einem liebevollen Blick war dieser Gott für sie da…
Mögen solche Menschen, die Gott ohne Angst erlebt haben, auch an unserer Seite sein.
Gott schürt keine Angst, sondern schenkt Befreiung.
Er schenkt Ruhe… In seiner Kraft, in seinem Licht wollen wir gehen.. und geben… Möge unser Leben ein Beweis für diesen Gott sein.
Gott segne uns dazu. Amen!

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