become smaller, bright shiner
Einführung:
Die erste Woche im Advent war schnell vorbei.
Schon brennt die zweite Kerze. Eine Kerze ist kleiner geworden,
aber auch sie schenkt uns noch Licht, Freude und Wärme.
Klein werden, dennoch Freude schenken, Licht und Leben verbreiten,
Zeugen der Hoffnung sein… ja darum geht heute …
Das ist überhaupt unsere Berufung.
Für diese wunderbare Berufung wollen wir Gott danke sagen:

Predigt:
Im übertragenen Sinn klein zu sein, ist nicht gerade attraktiv für die meisten Menschen. Aber wir erleben es immer wieder in vielen Bereichen unseres Lebens. Wer zum Beispiel Sport treibt oder Sportnachrichten verfolgt,
kann dies ganz sicher bestätigen. Denn jeder versucht der Erste zu sein
oder mindestens seinen Platz zu verbessern. Manchmal versucht er sogar den Sieg seines Gegners zu verhindern oder ihn gar auszubremsen.
Klein sein oder in der Rangordnung ‚nur’ Zweiter oder Dritter sein,
wer möchte das schon.

Aber jeder Anfang beginnt im Kleinen: das ist eine Tatsache.
Wenn wir eine Sprache lernen, dann beginnen wir mit dem Alphabet.
Wenn wir ein Haus bauen, dann planen wir jede Kleinigkeit, eine nach der anderen. Auch da brauchen wir viele kleine Bausteine …

Auch für Gott gilt diese Logik.
Die heutige erste Lesung berichtet von einem unscheinbaren, kleinen Anfang.
Es geht um einen jungen Trieb.
Diese Lesung ist ein Bericht über den kommenden Messias.
Gott zeichnet seine Ankunft mit den denkbar einfachsten Worten.

Was klein beginnt, wird wachsen.
Gott haucht uns den Geist des Lebens ein.
Klein und unauffällig ist seine äußere Gestalt.
Aber groß und gerecht ist er in seinem Tun.
Mit diesem Gott erleben die Menschen eine neue Gerechtigkeit.
Eine neue Würde wird dem Volk verliehen.

Wachstum in seinem Geist und in der Gerechtigkeit ist das herausragende Zeichen Gottes und stellt für uns einen Wegweiser dar.
Unter diesen Zeichen sollen wir im Glauben wachsen.
Der Weg und die Reifezeit sind lang.
Wir brauchen Geduld um das Ziel zu erreichen:
So lehrt uns der Apostel Paulus im Römerbrief.

Haben wir dieses Wachstum und diese Reife im Glauben erreicht,
so können wir wie Johannes der Täufer den lebendigen Gott bezeugen.
Auch Johannes war unscheinbar.
Er genoss damals wenig Ansehen in Israel, weil er ein ‚wildes Leben führte und ein ebensolches Aussehen hatte‘.
Aber sein Aussehen war für Gott nicht ausschlaggebend,
sondern sein Lebenszeugnis.
Johannes wusste, dass er die Stimme Gottes war.
Ihm blieb er treu bis zu seinem Ende.

Meine Lieben,
Advent ist eine Zeit um den Sinn unseres Lebens und des
Glaubens zu erkennen – ja wieder zu erkennen.
Möglicherweise sind wir klein.
Vielleicht haben wir wenig gesellschaftliches Ansehen.
Aber Gott hat uns alle berufen.
Er träumt einen Traum mit uns – dass wir alle in der Liebe und Gerechtigkeit wachsen. Das ist ein weiter Weg der Geduld.
Aber Gott hat uns auch den Verstand und die Kraft geschenkt,
damit wir manche Dinge in unserem Leben nach seinem Willen ausrichten.
Johannes, Jesus, Apostel Paulus und viele andere zeigen, dass dies möglich ist.
Es geht um das Wesentliche, nicht um das Äußerliche.
Sind wir so mutig wie diese Zeitgenossen Jesu?.
Können wir auch kleinen Dingen Vertrauen und Zuversicht schenken?
Dann wird diese vorweihnachtliche Zeit für uns und unseren Glauben wertvoll sein.
Gott segne uns mit seiner Kraft. Amen!
— Thomas Kalathil

WordPressFacebookBlogger PostDeliciousDiggEmailTwitterShare