God above allEinführung:
Die Bibel berichtet von Abraham, Mose und Jesus, die auf einen Berg stiegen wenn sie in ihrem Leben vor einer besonderen Erfahrung standen. Sie suchen die Anwesenheit Gottes und bringen ihre irdischen Fragen vor Gott. Abraham sollte seinen Sohn opfern, Moses hatte große Probleme mit seinem Volk, Jesus wusste um seine bevor-stehende Passion. Wenn sie vom Berg wieder hinab stiegen, trugen sie die Weisung Gottes mit sich.
Wir gehen immer wieder in die Kirche und bringen auch unsere alltäglichen Probleme mit. Auch wir glauben daran, dass Gott uns stärken kann. Diesen Glauben wollen wir nun feiern und bitten im Kyrie um Gottes Stärkung:

Predigt:
Als Seelsorger spüren wir manchmal unsere Grenzen. Zum Beispiel, wenn die Eltern ihr Kind durch eine schwere Krankheit, durch einen Unfall oder durch eine andere Ursache verlieren zu Grabe tragen müssen… Es ist auch für uns als Leiter der Liturgie nicht leicht, so etwas zu erleben…
Warum erzähle ich das hier? Der Grund liegt in der ersten Lesung.
Der erste Teil dieser Lesung ist ein grausamer Bericht.
Ja, die Geschichte des Abrahams, eines Vaters, der von Gott aufgefordert wurde, seinen Sohn zu opfern, ist eine harte Geschichte…

Gott sei Dank nimmt sie ein gutes Ende, es war ‚nur’ eine Prüfung Gottes. Aber Abraham geht damit gelassen um.
Um das verstehen zu können, muss man einige Jahrtausende zurück gehen. Abraham lebte ungefähr 2000 Jahre vor Christus. Nach dem Evangelisten Lukas (3, 23-38) lagen mehr als 56 Generationen zwischen Abraham und Jesus.

Opfer zu bringen war damals ein ganz normales Ritual um Gott zufriedenzustellen. Da gab es in dieser Zeit nicht nur harmlose Brandopfer, Dankopfer oder Opferung von Tieren und Vögeln, sondern auch Menschenopfer. Diesen Brauch gab es nicht nur im Orient, sondern auch hier im Westen – bei den Kelten, Germanen und war ebenso in vielen Naturreligionen üblich.

Deshalb versteht Abraham die Forderung Gottes als ein normales religiöses Opfer. Er hat begriffen, dass Gott das Allerwichtigste von ihm verlangt. Er musste an diesem Punkt auf etwas verzichten – entweder auf Gott oder auf seinen einzigen, geliebten Sohn. Abraham entscheidet sich dafür seinen Sohn zu opfern, der Glaube war für ihn noch wichtiger. Vielleicht hat er trotzdem, im Geheimen, seine Hoffnung auf Gott gesetzt. Denn Isaak war ein Geschenk Gottes. Warum sollte ihm dieser Gott nicht noch einen weiteren Sohn schenken?

Aber Gott wollte kein Menschenopfer. Er wollte Abraham prüfen. Er wollte wissen: Wie weit wird er für seinen Glauben gehen? Oder wird er wegen seines Sohnes„nein“ zu Gott sagen?
Isaak war schließlich die Hoffnung seines Vaters und die Stütze seines Alters. Zudem hat Gott Abraham versprochen, ihn zum Vater eines großen Volkes zu machen. Abraham aber hinterfragt hier nicht diese Zusage Gottes.

Gott belohnt Abraham für seine Treue. Abraham wurde – wie versprochen – der Vater des Volkes Israel. Sogar der Stammbaum Jesu Christi beginnt mit Abraham (Mt, 1,1), obwohl Adam, Noah und noch andere vor ihm lebten…

Glaube Hoffnung und Liebe, das ist das Motto unserer Pfarrgruppe.
Wie steht es mit unserem Glauben, unserer Hoffnung und unserer Liebe? Steht Gott für uns an erster Stelle, wie einst bei Abraham?
Gott verlangt nicht nur nach Leben, sondern er schenkt auch Leben.
Es gibt Kreuze in unserem Leben. Unsere Grenzen werden wir immer wieder erreichen und für einen guten Zweck müssen wir auch auf einiges verzichten. Können wir das in dieser Fastenzeit neu lernen?
Sind wir von dem Glauben geprägt, dass Gott uns retten wird?
Gott segne uns mit einem starken Glauben. Amen!

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