Remain relatedEinführung:
„Ungläubig, Zweifler“: Wie schnell fällen wir Urteile über Mitmenschen. Heute hören wir die Geschichte des Apostels Thomas. Er war nicht nur ein Zweifler, sondern ebenso ein mutiger und fragender Mensch… Das vergessen wir leider zu schnell…
Am Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit sollten wir vielleicht versuchen, nicht so vorschnell Urteile über andere zu fällen.
nicht voreilig Menschen abzustempeln.
Dazu brauchen wir ein weites Herz. Darum bitten wir im Kyrie-Ruf:

Predigt:
„Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.„ diesen Satz hören wir im heutigen Evangelium. Aber ich bin nicht sicher, ob Jesus das auch heute noch so formulieren würde.
Denn heute spricht man von Fake News – von falschen Nachrichten.
Ja, man hört, dass viele Meldungen nicht der Wahrheit entsprechen. Heute lässt sich vieles technisch manipulieren und somit werden Meinungen und Stimmung von Gruppen sehr stark beeinflusst. Hier muss man doppelt vorsichtig sein und zweimal prüfen, bevor man etwas glaubt. Blindes Vertrauen darf es nicht geben.
Leider ist es heute so.

Die Lüge ist kein neues Problem der Menschheit. Denn die Menschen haben auch früher gelogen. Oft hat man auch halbe Wahrheiten verbreitet, Geschichten nach eigenem Geschmack neu interpretiert. Heute kann man viel leichter lügen, weil die Kommunikationsmöglichkeiten andere Chancen bieten.
So können sie politisch, religiös und gesellschaftlich viel bewirken.

Ja, heute muss man sehr vorsichtig sein. Denn vieles kann man nicht mehr mit Gelassenheit und Leichtigkeit annehmen.
Das gilt auch für den Glauben. Auch da braucht man echte Wachsamkeit.
Aus dieser Perspektive kann man Thomas nicht als ungläubig bezeichnen. Dennoch ganz fehlerfrei war auch er nicht.
Das Evangelium berichtet, dass er nicht dabei war, als Jesus seinen Jüngern erschienen. Wo war er, als ein so wichtiges Ereignis stattfand? Warum war er nicht in der Gemeinschaft? Wir haben dafür keine Antwort.

Aber eins ist klar. Ihm fehlte die Wachsamkeit in dieser Situation.
Die Jünger brauchen eine Gemeinschaft um all die schwierigen Ereignisse mit Jesus zu verstehen. Sie brauchen neue Kraft im Gebet und Gemeinschaft. Aber Thomas war nicht da.

Menschen wie Thomas gibt es leider viele in unserer Zeit.
Sie meinen, dass sie keine Kirche und keine Gemeinde brauchen um an Gott zu glauben. Sie entfernen sich von der Kirche, weil sie manchmal Probleme mit Priestern, mancher Einrichtungen und Einstellungen der Kirche haben. Ihre Frustration kann man teilweise verstehen.
Trotzdem ist es ein falscher Schritt, die Gemeinschaft zu verlassen.
Besser wäre für sie, sich eine vertrauenswürdige Gemeinschaft oder eine Person zu suchen, um den Glauben weiter zu pflegen.
Sonst kommt man in eine Nische wie Thomas. Die Christen werden die Gemeinschaft verlieren. Sie werden zweifeln, innerlich verhärten und verbittern und wertvolle Begegnungen mit Gott verpassen.

Thomas konnte seinen Fehler korrigieren, indem er sich wieder der Schar der Jünger anschließt. Dort erfährt er Jesus als den Auferstandenen. Dieser lebendige Gott nimmt all seine Zweifeln und Misstrauen hinweg und macht ihn heil.
Versuchen wir den Menschen zu helfen, welche die Gemeinschaft mit Christus meiden. Wir sollen für sie nicht nur beten, sondern mit gutem Beispiel voran gehen. Was für ein Bild geben wir als Christen ab? Können wir Menschen gewinnen – oder verlieren wir sie durch unsere falschen Zeugnisse?
Gott segne uns mit Mut gegen Lügen zu kämpfen.
Er schenke uns das Vertrauen einander zu glauben. Amen!

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