Goddness of GodEinführung:
Paulus war vor seiner Bekehrung ein radikaler Gegner der Christen.
Durch die Bekehrung wurde er zu einem anderen Menschen.
Warum? Vorher „sah“ er Christus mit anderen „Augen“.
Aber durch die Begegnung mit Christus erschien ihm dieser in einem anderen, einem neuen Licht.
Er sah ihn nun mit den „Augen des Glaubens“.
Christus war seine neue, aber auch seine richtige Wahrheit.
Ja, so ist es immer: ein anderer Blickwinkel zeigt uns ein neues Bild.
Mit welchen „Augen“ blicke ich auf Christus, auf meine Mitmenschen, meinen Glauben, meine Kirche? …
Bitten wir um Gottes Erbarmen:

Predigt:
Täglich begegnen wir vielen Menschen. Zu Hause, während einer Fahrt, am Arbeitsplatz, in den Einkaufsmärkten usw. kommen wir mit Menschen in Berührung und ins Gespräch.
Solche Gelegenheiten bringen mich oft zum Staunen:
Manche Personen, die mir als ganz einfache Menschen erschienen,
zeigten ihre Lebensweisheit bereits in kurzen Gesprächen.
Man spürt, diese Menschen sind größer als man vermutet.
Auch das Gegenteil habe ich erfahren: Menschen mit einer guten Ausbildung, die ein hohes Ansehen genießen, hatten mich mit manchen ihrer Einstellungen und Kommentaren enttäuscht.

Unterhält man sich mit wichtigen und bedeutenden Menschen, erkennt man oft auch seine eigenen Grenzen. Manchmal werden wir sogar eifersüchtig oder neidisch. Die Erfahrungen dieser vielschichtigen menschlichen Beziehungen können aber auch hilfreich sein, um uns selbst zu ändern. Man kann lernen sich selbst besser einzuschätzen oder auch den anderen anzunehmen.

Heute hörten wir zwei Namen: Paulus und Johannes der Täufer.
Beide waren starke und aufrichtige Vertreter von Christus. Genau diesen Respekt gegenüber Jesus können wir aus ihren Worten herauslesen.
Paulus war ein gelehrter, stolzer Pharisäer. Er war anders als die anderen Apostel: sie alle stammten aus der Arbeiterklasse.
Paulus war auch stolz auf seine besondere Stellung. Aber er erkannte, sein Wissen und seine besondere Herkunft sind vor Gott ohne Bedeutung. Die heutige Lesung aus dem Korintherbrief ist ein Beispiel dafür: sie ist nur eine gewöhnliche Begrüßung; dabei wird keine besondere Botschaft verkündet. Aber auch zwischen den Zeilen liest man, wie hoch Paulus seinen Herrn Jesus schätzte. Sich selbst bezeichnet er nur als ein „Berufener“ und will damit sagen, dass er nicht in seinem eigenen Namen spricht, sondern im Namen Jesu Christi.

Ähnlich ist die Botschaft im Evangelium. Johannes der Täufer ist sozusagen der ältere Bruder Jesu. Aber auch er begreift:
Jesus ist der Größere, er erkennt in ihm den „Auserwählten“.

Nicht nur bei Paulus oder bei Johannes erkennen wir diese Besonderheit. Viele Menschen, die in der Nähe Gottes weilten und seine wahre Größe erfahren konnten, haben auf diese Art und Weise reagiert.
Wir stehen wieder am Anfang eines Kirchenjahres.
Vor uns liegt eine neue Zeit, auch um unsere Lebenseinstellungen zu korrigieren. Wir können unsere Begegnungen christlich gestalten,
in dem wir bereit sind, die Größe eines Anderen zu akzeptieren.

Wir alle haben verschiedene Aufgaben, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir nur einem Ziel folgen – Christus.
Nur so machen wir das Leben Gottes auf der Erde sichtbar.
Ein gutes Leben ist nur möglich, wenn wir einander achten und schätzen lernen. Eifersucht und Hass können alles zerstören.
Gott möge uns verwandeln, damit seine Größe durch unsere Worte und Taten sichtbar werden. Mögen die Beispiele des Paulus und Johannes des Täufers uns den Weg weisen. Gott segne uns. Amen!

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