Quest to know God
Einführung:
Heute feiern wir den Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit.
Thomas und andere Jünger erlebten die Barmherzigkeit Jesu auch unmittelbar nach dessen Auferstehung. Er bot ihnen immer wieder Gelegenheiten ihren Glauben zu stärken.
Thomas nutzte eine solche Gelegenheit und verkündete der Welt
„Mein Herr und mein Gott…“
Das war sein Bekenntnis nach einer ergreifenden Begegnung.
Auch uns schenkt Gott immer wieder Gelegenheiten um ihn zu sehen, zu hören, zu spüren und ihm zu dienen…
Bitten wir um eine tiefe Gotteserfahrung…

Predigt:
Neulich hörte ich ein Lobpreis – Lied von Anja Lehmann:
„Ich werde still, denn ich weiß: Du bist mein Gott“.
(https://www.youtube.com/watch?v=Dfl1icKFKSA)
Still werden, keine Fragen stellen und Gott alles anvertrauen,
das können nur wenige Menschen.
Die meisten sind anders…
Wie seid ihr? Könnt ihr still werden und einfach nur glauben, was man hört und sieht?
Ich kann es nicht.
Gerade in der modernen Zeit der Kommunikation hört und sieht man Dinge, die zunächst als Wahrheit erscheinen, aber dennoch Lüge sind.

Ich nenne zwei Beispiele:
Einmal bekam ich ein Bild weitergeleitet auf dem ein aufrecht sitzender Mann zu sehen war. Aber, er saß in einem Sarg, dazu die Erklärung „Dieser Mann war tot. Aber durch ein besonderes Gebet wurde er auferweckt.“

Ein anderes Mal bekam ich ein Bild: Hier sah ich einen Wurst-ähnlichen Aufschnitt. Absenderin war eine Nonne die mich gefragt hat, ob ich von diesem Eucharistie-Wunder gehört habe.
Sie erhielt dieses Bild mit der Erklärung, dass dies keine Wurst sei, sondern Hostien, die während der Wandlung bei der Eucharistiefeier, Fleisch oder Leib Christi geworden sind.

Nicht nur ich, wir alle könnten unzählige ähnliche Geschichten erzählen…

Da wiederhole ich meine Frage: Kann man an alles glauben?
Wie gesagt, ich kann nicht, Gott sei Dank! (leider)….

Auch Thomas der Apostel konnte nicht so einfach an alles glauben.
Das heißt nicht, dass er ungläubig gewesen wäre,
sondern lediglich, dass er ein ganz normaler Mensch war.
Und weil wir sehr schnell und erfinderisch sind
Menschen Beinamen zu geben, hat Thomas, und leider nur er, den Beinamen ‚Zweifler‘ erhalten…
Aber welcher der Jünger Christi war in jener Zeit ohne Zweifel?
Petrus? Maria von Magdala? Johannes?…
Die Evangelien berichten von ihren Zweifeln und Unsicherheiten.
Auch sie erkennen Jesus nicht sofort nach seiner Auferstehung.
Nur durch das Sehen und dem Hören kommen sie langsam zum Glauben.
Jesus isst sogar mit ihnen, um zu beweisen,
dass er kein Geist ist, sondern leibhaft auferstanden.
Also Zweifel war bei allen Jüngern vorhanden.
Nur Thomas wird als Zweifler betitelt.

Eigentlich müssen wir alle froh sein über den offensichtlichen Zweifel.
Denn dieser ist eine wichtige Basis für die Verkündigung
und ein weiterer starker Beweis für die Auferstehung Jesu.
Nehmen wir an, diese Zweifel hätten nicht bestanden, hätten wir dann eine Bestätigung der Auferstehung Jesu erhalten?

So können wir sagen, dass Thomas die Wunden Christi gesehen hat, dass Kleopas und andere Jünger mit Jesus speisten, dass Maria die Stimme Jesus hören konnte…
Gut, dass die Jünger damals keine leichtgläubigen Menschen waren.
Sonst hätte die Welt behaupten können, dass alles nur eine Erzählung einiger labilen oder phantasiebegabten Menschen sei.
Durch zweifelnde und fragende Menschen haben wir die Gewissheit
und den Beweis unseres christlichen Glaubens.

Trotzdem – wir haben viele Fragen…
Zweifel gehört zu einem gesunden Glaubens- und Menschenverstand.
Wichtig ist es dort aufzuhören zu zweifeln und zu fragen,
wenn man seine Fragen im Licht des Glaubens beantworten kann.
Thomas und andere Jünger haben die Einsicht gewonnen.
Hier muss ich aber leider auch erwähnen, dass das ursächliche Problem bei vielen Menschen ein anderes, als das des Thomas ist. Sie stellen Fragen um Anderen zu verunsichern, um zu diskreditieren und bloßzustellen….
Das ist dann eine andere, eine üble Geschichte…

Ich wünsche uns allen einen gesunden,
fragenden und nach Wahrheit suchenden Glauben.
Ich wünsche uns vor allem eine tiefe, ergreifende Erfahrung Gottes. Amen!

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