god knows your needs
Einführung:
Hätte Jesus heutzutage so gehandelt wie im heutigen Evangelium beschrieben ist, hätten die Schlagzeilen ungefähr so gelautet:
„Jesus, der Wundertäter und Wanderprediger aus Palästina, hat die Ausländer mit den Hunden verglichen. Das beweist seinen Fremdenhass…“ Oder … „Jesus hat gegen die strengen jüdischen Regeln verstoßen und zeigte sich gegenüber einer Nichtjüdin barmherzig…“
Ja, die Schlagzeilen könnten in unterschiedliche Richtungen gehen…
Es kommt darauf an, wie man eine Sache betrachtet…
Wir haben eine Woche hinter uns. Wie sehen wir die Dinge, die in dieser Zeit gelaufen sind?
Eine neue Woche liegt vor uns. Wie wollen wir diese Zeit annehmen?
Bitten wir um Mut um gerechte Entscheidung zu treffen.
Darum bitten wir im Kyrie:

Predigt:
Als ich dieses Evangelium gelesen habe, musste ich mir sehr lange überlegen, ob Jesus gerecht und menschenfreundlich gehandelt hat?
Oder – war er ein orthodoxer Jude?
Wenn nicht, warum war er unfreundlich zu der Frau,
die um seine Hilfe bat? Wie soll ich diesen Jesus verstehen?
Viele von uns und da bin ich sicher, stellen sich diese Fragen…

Nun, nach langer Überlegung konnte ich mich an etwas erinnern:
Früher klingelten fremde Menschen an meiner Tür und baten um Hilfe. Aber damals, als Student hatte ich nicht viel Geld zu spenden.
Außerdem hat man immer wieder gehört, dass es Menschen gibt,
die um Geld zu bekommen, etwas vortäuschen…
Deshalb stellte ich solchen Menschen viele Fragen,
um mich zu vergewissern, ob sie wirklich eine Hilfe benötigten.
Oft erkannte ich, dass sie dabei viel gelogen haben.
Jedenfalls habe ich ihnen am Ende der Fragerei stets etwas gegeben… Vielleicht war das eine Belohnung für die Geduld!
Was ich damit sagen will, ist, dass nicht jeder, der um etwas bittet, wirklich hilfsbedürftig ist.
Vielleicht hatte auch bereits Jesus ähnliche Erfahrungen mit den Menschen gehabt. Auch damals gab es Betrüger…
Jesus prüft deshalb die Echtheit der Not dieser Frau.
Er wollte wissen, ob sie seine Hilfe verdient…
Aber er hatte niemals Vorurteile gegen fremde Menschen.

Auch die Bibel war nicht grundsätzlich gegen Fremde. Nach dem Gesetz Gottes hatten sie auch gewisse Rechte. Dazu lesen wir ein Beispiel im Buch Levitikus 20, 33-34…

Auch die Lesung aus dem Buch Jesaja, die wir heute gehört haben,
ist ein weiteres Beispiel. Sie erzählt uns, dass auch die Fremden, die Gott wirklich suchen, Gott erleben werden…
Auch sie dürfen das Heil Gottes erfahren. Unter einer Bedingung:
Sie müssen gut und gerecht vor Angesicht Gottes leben…

Ja, vor Gott gibt es keinen Unterschied zwischen den Menschen.
Oder doch: Einen wichtigen Faktor kann man nicht außer Acht lassen: Das ist der Glaube.
Das wollte auch Jesus bei der Frau herausfinden.
Er wollte wissen, ob sie wirklich dieser Gnade und der Gabe Gottes würdig war. Deshalb klingt seine Antwort gegenüber der Frau etwas unfreundlich.
Denn Gott ist nicht nur barmherzig, sondern auch ein gerechter Gott.
Er gibt denen, die es verdienen.

Das Evangelium Jesu sagt uns weiter,
dass wir ALLE bei Gott willkommen sind, wenn wir –
in echtem Glauben und Verlangen – nach ihm suchen.
Glauben wir daran…
Nähern wir uns ihm in dieser Zuversicht und
bitten wir um den Mut für den Glauben einzustehen.
Gott segne uns dazu. Amen!

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