Endure in love
Einführung:
„Eingeladen zum Fest des Glaubens…“
Das Lied, das wir eben gesungen haben, ist ein Lieblingslied bei vielen Familiengottesdiensten. Ja, wir sind bei Gott Gäste…
Dieses Fest können wir nur feiern, wenn wir in der Liebe wachsen. Bringen wir vor Gott, was uns in der Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen belastet und bitten um seine Vergebung:

Predigt:
Vor einiger Zeit habe ich ein dickes Buch über die Kunst berühmter Künstler wie Michelangelo, Raffael, Rembrandt usw. in die Hand bekommen. In diesem Buch waren nicht nur ihre berühmten Werke zu sehen, sondern auch die Zeichnungen und Skizzen zur ihrer Arbeit. Da sieht man auch einmal eine Figur ohne Kopf,
ein Detail eines Armes oder von der Nase usw.
Irgendwann erschienen mir die Skizzen interessanter als die vollendeten Kunstwerke.
Denn in diesen Zeichnungen konnte ich
die langen Beobachtungen, die vielen Experimente und
vor allem die geduldige Ausdauer der Künstler sehen…
Ja, sie erinnern uns;
um ein schönes und gutes Ergebnis erzielen zu können, müssen wir hartnäckig daran bleiben. Diese Weisheit ist auch für alle Bereiche unseres Lebens zutreffend.
Denn jeder Künstler oder Sportler hat hinter seinem Erfolg eine lange und mühsame Geschichte zu erzählen.
Und sie alle werden bestimmt ein Wort immer wieder betonen:
Das ist ‚die Ausdauer‘…

Wer heute Jesus folgt, hört auch diese Botschaft der Ausdauer im Glauben. Ganz besonders hören wir, dass der Glaube allein keine Garantie gibt, wenn man ihn nur äußerlich lebt.
Glaube zählt nicht allein durch unsere großen wunderschönen Gotteshäuser…
Es zählt nicht, wann wir begonnen haben Gott zu folgen oder
was für eine Tradition wir haben.
Es zählt aber, wie überzeugt wir ihm gefolgt sind…

Deshalb sehen wir in der katholischen Kirche nicht nur die großen Heiligen wie Petrus oder Paulus, Augustinus oder Thomas von Aquin…
Wir sehen auch einige kleine Heilige wie Dominikus Savio, Theresa vom Kinde Jesu oder Maria Goretti…
Sie waren jung…
Sie haben weder große theologische Bücher geschrieben,
noch waren sie als Missionare unterwegs.
Nein… Das konnten sie nicht machen.
Was haben sie dann getan?
Sie lebten ihren Glauben mutig; sie liebten ihren Gott innig.
Ja, ihre Ausdauer im Glauben war vorbildlich…

Meine Lieben,
auch Christus sagt uns ganz deutlich, dass Gottes Wege nicht immer für die Massen sind. Darum sagte er: „Viele werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.“

Das bedeutet nicht, dass Gott es nicht will, dass alle gerettet werden. Nein. Er will, dass alle Völker zu ihm kommen dürfen.
Das hörten wir erstaunlicherweise vom Propheten Jesaja.
Die erste Lesung war eigentlich eine Einladung Gottes an alle Völker auf der Erde, die berufen waren,
seine Herrlichkeit zu erleben.
Diese Offenheit war strenggenommen fremd für das Judentum.
Aber Gott zeigt seine Bereitschaft auch für fremde Völker…

Auch Jesus bestätigte es…
Deshalb gingen er und seine Jünger nicht nur zu den Juden, sondern auch zu den Nicht-Juden. Er war ein Freund der Frommen und der Zöllner und Sünder zugleich.

Meine Lieben, Gott lädt uns alle ein…
Sein Reich ist offen für alle…
Er liebt uns und wartet auf uns.
Aber gleichzeitig erwartet er auch von uns etwas…
Dass wir die Ausdauer im Glauben und in der Liebe haben.

Gott wartet auf uns – geduldig.
Er verlangt von uns nur einen Schritt; dass wir zu ihm gehen.
Den Rest macht er für uns…
Das sehen wir am Kreuz: Der Dieb, der Mitleid mit Jesus hatte, sagte nur einen Satz und er wurde gerettet.

Bleiben wir geduldig im Glauben. Dann können wir, wie die großartigen Künstler und Sportler, ein gutes Ziel erreichen.
Dann können wir im Glauben Hoffnung finden.
Dann können wir mit ihm in das Reich gelangen.
Denn eine bleibende, lebendige Gemeinschaft mit Gott ist unser Ziel. Das können wir erreichen, wenn wir in der Liebe Christi bleiben.
Gott segne uns und schenke uns die nötige Kraft dazu. Amen!

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