Witness faith
Einführung:
Heute feiern wir unser Patrozinium hier in Heimersheim.
Nach einem Bericht aus dem 5. Jahrhundert war Mauritius Kommandant der so genannten Thebäischen Legion;
diese bestand aus etwa 6600 Männern, die in der ägyptischen Thebais rekrutiert worden und hauptsächlich Christen waren.
Als die Legion sich weigerte, den Göttern Roms zu opfern,
wurde sie zuerst dezimiert und dann
in der Nähe von St. Maurice (Wallis) niedergemacht.
Die Überlieferung sagt uns, wie wichtig der Glaube der damaligen Menschen war.
Wenn wir heute dieses Fest als Patrozinium feiern, stellt der Heilige Mauritius auch uns die sehr wichtige Frage, wie stark unser Glaube ist. Beten wir für die Kraft, offen und mutig für unseren Glauben einzutreten. Für unsere Fehler bitten wir Gott um sein Erbarmen.

Predigt:
Sie haben es bestimmt schon beobachtet, dass die Märtyrer öfter mit einer Märtyrerpalme dargestellt werden. Das kommt aus der Tradition, dass in der antiken Welt der Sieger nach einem erfolgreichen Wettkampf mit einem Palmzweig geehrt wurde.

Der Heilige Mauritius und seine Gefährten waren in den Augen von Kaiser und den Gegnern der Kirche bestimmt keine Sieger.
Für sie waren diese Menschen Verlierer,
weil sie durch ihren christlichen Glauben ihr Leben verloren haben.
Aber die Kirche sieht diese Niederlage anders, nämlich als einen Sieg.
Dadurch schenkt sie den Verstorbenen eine große Anerkennung.
Sie sagt uns, dass diese Menschen sich nicht versteckt,
sondern für ihren Glauben gekämpft haben.

Meine Lieben,
wenn wir heute der Heiligen Märtyrer gedenken,
dann verkünden sie uns eine Botschaft, die ganz klar und eindeutig ist.
Auch wir sollen und dürfen uns nicht verstecken oder scheuen,
weil wir Christen sind. Nein. Das müssen wir nicht machen.
Wir sollen unseren Glauben leben, ohne andere zu stören.
Stören ist ein relativer Begriff:
Natürlich gefallen unser Glaube und unsere christliche Einstellung einigen Menschen nicht.
Aber das ist es nicht, was ich meine.
Wir müssen in der Lage sein, unseren Glauben bewusst zu leben. Wir sollen unseren Glauben auch am Arbeitsplatz und im Alltagsleben sichtbar machen.
Denn Christsein bedeutet Leben zu gestalten.
Es ist ein Leben mit Mut.
Um unseren Glauben bewusst zu leben haben wir immer wieder die Gelegenheit. Hierzu bekommen wir bald eine besondere Gelegenheit, um unsere Identität zeigen zu können.

Ich spreche von unseren PGR Wahlen.
Ja, die PGR-Wahl gibt uns Christen die Gelegenheit, unseren Glauben bewusst zu gestalten.
Denn wir sind nicht nur einfach das Volk.
Wir sind auch Gestalter unseres Glaubens.
Das Beispiel des Heiligen Mauritius und seiner Gefährten soll für uns deshalb ein Ansporn sein.
Dazu muss man nicht unbedingt Theologie lernen oder
predigen können oder Dienste des Seelsorgers ausüben.
Aber dafür brauchen wir manchmal den Mut und den Geist Gottes.
Diese haben wir in der Taufe empfangen.
Wir alle haben die Aufgabe und den Auftrag bekommen, unsere Kirche lebendig zu gestalten, weil wir am königlichen Priestertum Christi teilhaben.
Also sind wir nicht geringer als andere…
Deshalb sollten wir uns auch nicht zurückziehen.
Wir wollen alle gemeinsam nach vorne schauen und Gestalter der Kirche werden.

Wie die Heiligen damals der Kirche ein stolzes Gesicht gaben,
wollen auch wir hier Gestalter des Glaubens am Ort sein,
unserer Kirche ein Gesicht unseres Glaubens schenken.
Deshalb nehmen Sie bitte diese Herausforderung an, in und mit der Kirche zu arbeiten.
Jede Chance, die wir verpassen, wird die Kirche nur schwächen.
Das wollen wir nicht…
Das wollen Sie auch bestimmt nicht, denn die Kirche erzählt Ihre Geschichte, die Geschichte Ihrer Familien, die Geschichte Ihrer Vorfahren… Stärken Sie deshalb unsere und Ihre Kirche als Gestalter des Glaubens.
Möge die Fürsprache des Heiligen Mauritius und seiner Gefährten uns dabei helfen. Amen!

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