Have place-in-the-heart-of-god
Einführung:
Jesus war ein guter Beobachter. Das können wir feststellen, wenn wir seine Gleichnisse und Geschichten aufmerksam lesen. Er hat die Natur und die Menschen verstanden und sie großartig interpretiert…
Jesus beobachtet uns: nicht durch eine versteckte Kamera, wie wir es bei manchen Fernsehendungen erleben. Er beobachtet uns, um uns einen guten Rat zu geben und sagt uns, was wir besser machen können.
Hören wir auf ihn und bitten wir um seine Gnade im Kyrie-Ruf:

Predigt:
In Indien, in meiner Heimat, feiert man Hochzeiten und andere Feste sehr groß, oft sind einige hundert Gäste eingeladen. Die Gäste bringen die unterschiedlichsten Geschenke. Vielleicht haben sie ein solches Fest schon in einem Film miterlebt oder in Büchern darüber gelesen.
Als ich das heutige Evangelium gelesen habe, kam mir eine solche Feier in Erinnerung. Ich war bei einer Hochzeit eingeladen, konnte aber leider erst gegen Abend zu der betreffenden Familie gehen.
Als ich dort war, sah ich, dass die Familie die Geschenke sortierte und die Summe der Geldgeschenke in ein Buch eintrugen.
„Warum macht ihr das so?“ fragte ich.
Sie antworteten mir: „Wie könnten wir sonst den Leuten etwas zurückgeben, wenn sie uns einladen? Da muss man wissen, was sie uns geschenkt haben.“

Ich musste zuerst lachen; aber dann kam mir die Frage:
„Wie komme ich nun mit dem heutigen Evangelium zurecht?“
Denn Christus hat gesagt: „Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie haben nichts um es dir zu vergelten.“ (Lk 14, 13-14).
Wie kann ich dieses Evangelium leben?
Ja, das war eine schwierige Frage…
Denn viele von uns denken: „Was bekomme ich? Was wird mir das bringen? Was ist mein Profit dabei?“… Das heißt Beziehungen, die uns nicht nützen, werden wir vermeiden…
Dann bauen wir Mauern; diese Menschen werden wir ausgrenzen, verbannen und abschleppen…
Das ist die heutige Politik Menschen einzuteilen, ja sie zu trennen.

Gott aber schenkt uns ohne Maß, weil er uns nicht als Objekt betrachtet.
Denn ihm sind wir alle wertvoll… Ja, meine Lieben: Sie und ich haben durch die Taufe das Licht Gottes erhalten; also sollen wir Licht sein…
Wir bekennen unseren Glauben jedem Sonntag;
das ist ein Bekenntnis zur christlichen Gemeinschaft.
Meine Lieben, das soll nicht nur für den Gottesdienst gelten, sondern für unser ganzes Leben.
Christus erwartet von uns eine neue Gerechtigkeit.
Er verlangt von uns, dass wir die Mitmenschen mit anderen Augen sehen. Er verlangt von uns, dass wir mehr geben als empfangen.
Wenn wir barmherzig handeln, werden wir auch Gottes Barmherzigkeit erleben…

Wir brauchen natürlich unsere Feierlichkeiten. Wir dürfen uns auch über die Geschenke und die Beziehungen freuen.
Aber dabei sollten wir unsere christliche Berufung nicht vergessen und Christus den ersten und wichtigsten Platz in unserem Leben geben. Wenn wir ihn in unserer Mitte stellen, werden wir den anderen nicht diskriminieren und nicht demütigen.

Jesus lehrt uns im Evangelium, dass wir nicht zuerst unsere Ehre suchen dürfen.Unsere Ehrenplätze sollen wir in den Herzen unserer Mitmenschen haben. Und die können wir verdienen, wenn wir gut miteinander umgehen.
Diese Ehre bekommen wir, wenn wir mehr geben, als wir selbst empfangen. Gott segne uns, damit wir großzügig und barmherzig sind. Amen!

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