Do not judge
Einführung:
Eine neue Woche mit neuen Möglichkeiten liegt vor uns. Gott ermöglicht uns neue Einblicke, neue Begegnungen,
neue Erlebnisse zum Lernen und Wachsen.
Die Lesungen dieses Sonntags verlangen von uns ein ständiges Wachstum unserer Persönlichkeit. Bitten wir Gott um seine Gnade, dass wir diese Zeit in rechter Weise gestalten zu können. Darum bitten wir:

Predigt:
Ich möchte eine Erfahrung mit zwei Freunden erzählen:
Ich nenne diese Freunde ‚X‘ und ‚Y‘.
Manchmal haben sie stundenlang telefoniert…
Das Thema ihres Gesprächs war meistens ihr Chef und die Mitarbeiter. Beide wussten immer irgendetwas, um sich über sie zu beklagen…
Aber irgendwann dachte der Freund ‚X‘, dass das eigentlich ungehörig ist immer über einen dritten, in dessen Abwesenheit, zu sprechen.
Er wollte sein Leben ändern und vor allem nahm er sich vor möglichst wenige Leute zu kritisieren.
Bei den nächsten Telefonaten mit seinem Freund sagte er, dass er von dieser und jener Sache nicht viel Ahnung hat und daher nichts dazu sagen kann… Immer wieder gab er solch diplomatische Antworten…
Was war das Ergebnis?
In der letzten Zeit wurden die Telefonate immer seltener.
Und wenn sie überhaupt telefonierten,
sprachen sie nicht mehr über den Chef oder andere Personen.

„Er denkt nicht folgerichtig“ oder „Sie hätte das besser machen können.“ Ja, oft kommen solche Formulierungen auch von uns.
Jeder von uns versucht andere zu korrigieren…
Schließlich passieren den anderen ja immer wieder Fehler.
Das ist unser normales Denkmuster.
Das ist auch das Thema im heutigen Evangelium. Hier ergänzte Jesus seine Worte mit dem Hinweis: „Urteilt nicht“!
Es klingt wie ein neues Gebot von Jesus.

Die Hl. Schrift sagt uns, dass er sich selbst auch entsprechend verhalten hat. Als die Menschen eine Frau zu Jesus brachten, sagte er, dass er sie nicht verurteilt, obwohl er das hätte tun können.
Er hat auch hin und wieder seine Jünger gerügt, wenn sie andere verurteilen wollten.
Er lehrte sie, dass es nicht ihre Aufgabe ist über andere das Urteil zu fällen. Nur Gott kann jemanden gerecht richten (und über ihn urteilen).

Andererseits – einander korrigieren, kann auch eine Tat der Brüderlichkeit sein. Denn jeder soll eine neue Gelegenheit bekommen, seine Einstellung und sein Leben zu verbessern. Aber man darf niemanden beleidigen und schlecht machen. Dazu gibt Jesus sehr treffende Anweisungen im Evangelium.
Jeder Mensch hat seine Würde und die darf man nicht verletzen.

In einem Buch habe ich ähnliche Formulierungen gelesen:
Kritik soll entweder dir helfen oder mir helfen,
oder der Person von der wir sprechen helfen,
oder wenigstens der Allgemeinheit helfen.
Wenn das nicht der Fall ist, sollte man auch nicht kritisieren.

Ja, die Erfahrung mit den Freunden, von der ich am Anfang erzählte, sagt uns, dass man oft völlig nutz- und sinnlos über andere und über viele Dinge redet. Für manche Menschen ist es sogar eine Art Zeitvertreib…
Vielleicht müssen wir für einen Moment über uns nachdenken und uns fragen, ob wir fehlerfrei sind. Höre ich gerne Kritik?
Wie reagiere ich darauf? Versuche ich mein Verhalten zu rechtfertigen oder unternehme ich etwas, um meinen Fehler zu korrigieren?
Das verlangt von uns Mut zur Veränderung.
Dazu segne uns Gott. Amen!

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