Christmas 2017Einführung:
Am heutigen Abend, kurz vor der Bescherung, sind wir hier versammelt um Weihnachten zu feiern.
Was bedeutet Weihnachten? In diesen Tagen stellte ich mich folgenden Fragen…
Geht es darum Geschenke oder tolle Beleuchtungen zu haben?
Was steht noch auf der Liste? Adventsmarkt, gutes Essen, Familie und Freunde…? Ich frage ich mich, nachdem ich die Liste abgehakt habe, ob mir das alles einen Sinn gegeben hat? Ist meine Weihnachten damit komplett? Oder fehlt da noch etwas, eine Person – Christus?
Wo steht Christus auf meiner Liste?
Welche Vorbereitungen habe ich für ihn getroffen? …
Ein Weihnachtsfest ohne Christus ist keine Weihnachten…
Freue ich mich auf Christus? Das dürfen wir, denn er ist hier in unsere Mitte. Danken wir ihm für seine Liebe im Kyrieruf:

Predigt:
Zunächst wünsche ich Euch allen den Segen der Weihnachten.
Möge die Geburt Christi unser Leben im Glauben und in der Menschlichkeit bereichern.

Wir haben heute verschiedene Lesungen gehört.
Die erste Lesung sprach von der Erwartung des Volkes.
Die Menschen hatten die Vorstellung, dass der Retter ein besonderer Herr sein muss. Auf sein Kommen haben sie sich gefreut. Worte der großen Hoffnung, ja ihrer Träume kann man hier spüren.

In der zweiten Lesung hörten wir eine Predigt des Apostels Paulus in Antiochia. Sie ist eine Kurzfassung der Geschichte Gottes mit den Israeliten. Paulus hat die Geschichte in fünf Sätzen zusammen gefasst.

Im Evangelium hingegen hörten wir eine ausführliche Erzählung. Ein Teil davon sind ungewöhnliche, fremde Namen. Für viele von uns keine besondere Lesung; dann aber, im zweiten Teil des Evangeliums hörten wir die Geschichte von der Geburt Christi.

In all diesen Texten geht es um Gott. Die Verfasser waren ganz unterschiedlicher Natur und sie lebten auch in verschiedenen Zeiten. Aber sie führen uns zu Christus hin. Ja, diese Lesungen sagen uns: man kann Christus unterschiedlich erleben.
Das ist die Frohe Botschaft heute an uns.
Denn auch jeder von uns lebt seine eigene Geschichte…
Meine Erfahrung ist nicht wie eure…
Meine Probleme sind nicht die gleichen wie eure…
Jede Sekunde meines Lebens ist anders als eure, obwohl wir zeitgleich leben. So ist es auch mit Gott. Jeder sucht Gott mit seinem eigenen Herzen. Jeder sucht und sieht ihn anders, je nach seiner Lebenserfahrung.

Was ist Weihnachten? : Diese Frage stelle ich noch einmal.
Kann man Weihnachten nur in einer bestimmten Weise feiern?
Ist Gott nicht unterschiedlich erfahrbar? Die Lesungen sagen uns, dass man ihn auf verschiedene Weise suchen und finden kann.

Man kann die Weihnachtstage unterschiedlich feiern. Aber unsere Suche darf nicht nur auf die Feier begrenzt sein. Wenn wir Gott finden wollen brauchen wir einen persönlichen Weg.

Vielleicht erlebe ich in meinem Leben viel Ungerechtigkeit.
Vielleicht werde ich manchmal klagen.
In der Familie, in der Arbeit, Gesundheit oder in den Beziehungen wird es auf und ab gehen.
Manchmal sehen wir das Licht Gottes. Manchmal lieben wir ihn. Manchmal bekommen wir keine Lösung für unsere Fragen.
Dann werden wir gleichgültig…
Ja, all das gehört zu meiner Geschichte mit Christus.

An diesen Tagen sollten wir doch uns fragen, ob in unserem Leben eine Beziehung zu Christus besteht? Brauche ich Christus in meinen Notsituationen? Die Antwort auf diese Fragen wird uns sagen, was Weihnachten für uns, für mich, bedeutet.

Apostel Paulus hat Christus anders erfahren. Das erkennen wir an seiner Sprache. Matthäus hat Christus in seiner Weise gesehen und erfahren. Diese Erfahrungen prägen sein Evangelium.
Auch jeder von uns sollte seine eigene Erfahrung mit Christus machen. Das wird unsere Sprache, unsere Gedanken und unser Leben verändern.

Wir haben im Evangelium viele Namen gehört.
Diese Menschen waren Vorfahren Christi.
Im Evangelium ist der Stammbaum mit Christus zu Ende gegangen.
Aber er hat seine Fortsetzung in uns. Auch unsere Namen gehören in diese Reihe. Auch wir bauen durch unsere Vorfahren und unseren Glauben eine Beziehung mit Christus auf.
Wenn der Weihnachtsstress vorbei ist, nehmen sie sich bitte etwas Zeit darüber nach zu denken, ob sie ihren Namen mit dem von Christus verbinden können.

Ich wünsche uns allen eine schöne Feier zuhause, mit den Freunden. Aber viel mehr wünsche ich uns ein persönliches Christus-Erlebnis.
Dann können wir auch unsere schweren Stunden im Leben, mit ihm, mit dem Glauben gut überwinden.
Gott kommt zu uns auf verschiedenen Wegen,
in und durch verschiedene Menschen.
Er will mit uns eine dauerhafte Beziehung aufbauen.
Darüber sollten wir uns freuen.
Noch einmal wünsche ich uns allen den Segen des Mensch gewordenen Gottes. Amen!

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