FearlessEinführung
Wer ist ein Prophet? Was ist eine prophetische Berufung?
Kann ein Prophet Kritik ausüben ohne die menschliche Würde zu verletzen?
Oder soll er kompromisslos den Menschen auf die Gebote Gottes aufmerksam machen?
Die erste Lesung – die Berufung des Propheten Jesaja – gibt uns dazu eine Antwort. Er wurde berufen, um das Volk Gottes aufzurichten und zu einen. Ja, Seelsorger sein ist keine einfache Aufgabe.
Menschen im Namen Gottes zusammenführen ist ein Abenteuer.
Aber Menschen für unsere Gemeinschaft begeistern ist eine schöne Sache. Wir wollen uns an dieser schönen Gemeinschaft freuen und Gott dafür danken:

Predigt:
Äußert man heut’ zu Tage seine Meinung, löst man leicht eine Welle der Empörung aus. Ja, auch um die eigene Meinung zu äußern, braucht man heute viel Mut. Für dieses Recht auf Freiheit muss man auch manches einstecken.

Wir feiern heute den Geburtstag des Propheten Johannes des Täufers.
Er war ein Prophet, der nicht schweigen konnte, denn er sah
die Ungerechtigkeit in der damaligen Gesellschaft.
Das Wort war sein Mittel und seine Waffe.
Aber was er verkündet ist nicht seine eigene Meinung,
sondern die Offenbarung Gottes.
Gott ruft seine Propheten und berührt ihren Mund.
Aus dieser Berührung entsteht Leben.
Die Schöpfungsgeschichte in der Bibel ist eigentlich eine solche Berührungsgeschichte Gottes.
Und in dieser Berührung wirkt die Kraft Gottes und
durch die Berührung Gottes geschehen Wunder.
So ist es mit der Berufung. Durch die Berührung Gottes bekommt der Prophet Johannes seine schöpferische Kraft, den Geist Gottes.

Ein Prophet ist eigentlich ein Hilfsmittel Gottes. Durch ihn erreicht er viele Menschen. Das hören wir heute im Evangelium. Eigentlich handelt es von der Geburt des Johannes, aber es ist mehr als eine interessante Geschichte. Lukas schreibt, dass Zacharias nach der Geburt seines Sohnes wieder sprechen konnte. Er, der für einige Zeit stumm war, weil er an Gott zweifelte.
Ja, sogar als Priester hatte er seine Schwierigkeiten mit dem Glauben.

Meine Lieben, wir glauben an Gott!
Aber manche Ereignisse können uns wirklich sprachlos machen …
Und manchmal brauchen wir eine lange Stille,
um Dinge besser zu verstehen. Andererseits können wir durch manche Ereignisse eine heilende Berührung Gottes erleben.

Johannes glich nicht seinem Vater. Er öffnete seinen Mund gegen Unrecht. Normale Menschen, Soldaten und sogar der Herrscher wurden nicht verschont. Er verlangte ihre Umkehr.
Ja, er ging mutig auf die Menschen zu.
Man spricht heutzutage von ‚Zivil Courage’…
Nicht nur in den Medien erleben wir auch jeden Tag viele Kritiker.
Aber, loben wir Menschen, wenn sie Lob verdienen?
Korrigieren wir Menschen geschwisterlich, wenn sie Hilfe brauchen?
Oder ist uns alles egal und gleichgültig?
Haben wir den Geist Gottes? Das erkennen wir an unserer Sprache und an unserem Leben, wenn wir damit Menschen berühren können.
Gott kennt keine Müdigkeit. Sein Wort ist schöpferisch;
sei es durch Lob oder auch manchmal durch Kritik.

Jeder Christ ist ein Prophet, Priester und König. So sind wir getauft… Leben wir entsprechend mutig? Sind wir von Gott berührt? Wenn wir von Gott berührt sind, dann müssen wir keine Ängste mehr haben. Keine Kritik und keine Macht können uns etwas anhaben.
Beten wir um diese Berührung Gottes.
Beten wir um den Mut, Menschen die Berührung Gottes zu offenbaren. Amen!

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