24.-Juni-St-John-the-baptistEinführung:
Heute – ausnahmsweise am Sonntag – feiern wir die Geburt von Johannes dem Täufer. Die Kirche feiert nur zwei weitere Geburtstage, den der Gottesmutter Maria und von Jesus, dem Sohn Gottes… Gemeinsam mit ihnen ist Johannes eine ganz wichtige Person in der Geschichte Gottes mit uns… Er war der Prophet (der Vorläufer des Gottessohnes).

Aber auch wir sind etwas besonderes für Gott.
Denn unser Leben ist ein Zeichen der Liebe Gottes.
Lasst uns mit Johannes von Christus Zeugnis ablegen; seinen Weg bereiten. Wir wollen Gott danken für unser Leben und unsere Berufung als Christen.

Predigt:
Nicht nur in der Bibel, sondern in vielen anderen religiösen Überlieferungen hören wir von Wundergeburten.
Solche Geschichten erzählen uns, wie Jungfrauen oder auch hochbetagte Frauen durch die Hilfe Gottes Kinder zur Welt bringen.
Kinder zu haben ist ein Segen Gottes. Kinderlos zu sein war zu damaligen Zeiten, vor allem in den orientalischen Kulturen, eine Schande

Auch in der Bibel begegnen uns solche Erzählungen. Samuel im Alten Testament und Johannes im Neuen Testament sind zwei wichtige Beispiele dafür… Wenn wir wollen, dann könnten wir diese Geschichte in einem einfachen Satz zusammenfassen: Gott kommt zu den Menschen und hilft denen, die in einer Schande leben…

Wir können denken:
mit der Geburt der Kinder werden alle Probleme der Eltern gelöst. Aber so einfach war das nicht.
Die Eltern konnten sagen, dass ihnen ein Kind geschenkt wurde. Das ist richtig. Aber sie „profitieren“ (Ich denke, man darf dieses Wort hier benutzen) nicht von diesen Kindern.
Denn beide, Samuel und Johannes gehen aus dem Haus und suchen ihren eigenen Weg. Samuel bleibt im Tempel… Johannes geht in die Wüste… Sie suchen Gottes Nähe in ihrem Leben. Nicht die Nähe ihrer Eltern. Sie folgen der Stimme Gottes und nicht der Stimme der Menschen…

Das Besondere daran ist, dass die Eltern das klaglos hinnehmen.
Sie planen ihr Leben nicht mit ihren Kindern…hierzu finden wir keine Aussage in der Bibel. Ein Kind durch die Gnade Gottes zu haben war eine Anerkennung für sie, aber was aus ihm wird, lag nicht in ihrer Hand.
Es ist nicht zu verwechseln mit Trägheit oder Unaufmerksamkeit.
Sie waren sich bewusst, dass ihr Kind etwas Besonderes vor Gott war
und sie vertrauten ihm.

Ich denke, unsere Generation könnte viel von diesen Eltern lernen.
Denn die heutige Zeit spricht sogar von Wunschkindern.
Wir planen viel zu viel und erwarten einiges von unseren Kindern.
Wir träumen von der Zukunft unserer Kinder.
Ja, als Eltern haben wir sicherlich große Verantwortung für die Kinder.
Aber was einmal aus ihnen wird, liegt auch in Gottes Hand. Gott hat eine Vision für unsere Kinder. Er hat eine Berufung für sie. Wir müssen nicht nur unseren Plan verfolgen, sondern auch Gott seinen Raum geben.
Selbstverständlich, wir müssen unseren Beitrag dazu leisten. Aber wir sollten nicht versuchen, alle unsere unerfüllten Wünsche in unsere Kinder zu projizieren. Das ist sicher falsch und entspricht sicher nicht dem Plan Gottes.

Samuel und Johannes waren keine ‚ungehorsamen’ Kinder,
nur weil sie Gottes Wort folgten und ihm dienten.
Nein, sie hatten eine sehr wichtige Rolle in der Geschichte Gottes.
Sie führten Menschen zu Gott, zum Leben und zur Wahrheit.

Meine Lieben, ob es auch heute noch ‚Wundergeburten’ gibt können wir nicht wissen. Aber wir können unsere Kinder zu Gott führen und durch sie neue Wunder vollbringen.
Dazu müssen wir selbstverständlich‚Ja‘ zu dem Willen Gottes sagen.
Dazu brauchen wir Mut und Gott möge uns mit diesem Mut segnen.
Möge die Fürbitte des hl. Johannes des Täufers uns stärken. Amen.

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