Sorry
Einführung:
Es ist nicht immer einfach jemandem zu verzeihen und es ist nicht leicht mit manchen Menschen umzugehen. Aber Vergeben heißt neues Leben schenken. Auch so kommen wir Gott näher…
Jetzt stehen wir vor Gott und bitten um sein Erbarmen, weil wir seine Hilfe benötigen. Ja, er wird uns helfen, denn er ist unser Freund.
In diesem Vertrauen rufen wir zu ihm:

Predigt:
„Verzeihen Sie bitte…“
Das ist ein Satz, den wir sehr oft benutzen… Aber wie oft?
Darüber können wir nichts Genaues sagen.
Und oft benutzt man ihn schon automatisch, weil er wie ein Wundermittel bei vielen Auseinandersetzungen wirken kann.

Wenn Petrus im heutigen Evangelium seine Frage über das Verzeihen stellt, merken wir zunächst, dass er sich darüber viel Gedanken gemacht hat und als ein Jünger Jesu, viel hinzugelernt hat.
Denn zu seiner Zeit war es bei den Juden üblich nur dreimal zu verzeihen.
Petrus, aber versucht etwas großzügiger als seine Landsleute zu sein und fragt Jesus, ob es reicht bis zu siebenmal zu verzeihen.
Jesus überrascht ihn und sagt: „bis zu siebzigmal siebenmal.“
Wenn Jesus so etwas sagte, gab er bestimmt keine mathematische Lösung vor. Ihm ging es vielmehr um eine innere Haltung,
die jeder Mensch haben sollte.

Ja, Verzeihen ist in einer Beziehung sehr wichtig.
Deshalb gibt Jesus diesem Aspekt eine ganz wichtige Rolle in dem einzigen Gebet, das er seine Jünger gelehrt hat. Jesus sagt,
Gott wird uns verzeihen, unter der Voraussetzung, dass wir auch bereit sind einander zu verzeihen…

In vielen seiner Gleichnisse und Begegnungen weist er uns darauf hin, dass Gott selbst die Vergebung ist. Dieses Bild des verzeihenden Gottes erkennen wir unter anderem in dem Vater wieder, der seinen verlorenen Sohn empfängt.
Es ist interessant zu hören, dass der Vater ihn nicht als einen Sohn bezeichnet, der sein Vermögen verschwendet hat,
sondern als einen Sohn, der einfach verloren war. Ja, er wollte ihn nicht anklagen, sondern ihm verzeihen und ein neues Leben schenken.
Und damit gibt er ihm seine ursprüngliche Würde zurück.

Eine solche Größe hat nicht jeder Mensch. Verzeihen ist der Ausdruck der Stärkeren. Am Kreuz gibt Jesus ein Beispiel dafür. Er konnte auch inmitten seiner Leiden für seine Verfolger beten und ihnen verzeihen.

Verzeihen heißt aber nicht alles dulden und erlauben. Nein!
Auch Gerechtigkeit spielt hier eine Rolle. Deshalb war Jesus im Tempel über die Verkäufer wütend, weil sie Unrechtes taten.
Und deshalb endet auch das heutige Evangelium nicht so gewaltfrei.
Denn der Knecht, der bei seinem Herrn Erbarmen gefunden hat,
war nicht bereit seinem Mitknecht zu verzeihen und ihm die Zeit zu schenken, um seine Schuld zu begleichen. Und weil der erste Diener ungerecht war, musste er zur Strafe seine ganze Schuld abtragen…
Das heißt, Verzeihen ist nicht nur ein Nehmen, sondern auch ein Geben!

Ja, meine Lieben,
mit Jesus beginnt eine neue Tradition des Verzeihens und des Lebens.
Er ist anders. Er ist der Gott, der mit dir unterwegs ist,
der auch gütig und freundlich ist. Aber er fordert dich heraus.
Und Petrus ist gerade in einer Lernphase.
Er lernt, wenn man mit Jesus unterwegs ist, muss man seine Einstellungen ändern, ja auch sein Leben ändern.
So lernt Petrus eine neue Denkweise und bekommt einen neuen Horizont. Auch wir wollen mit Petrus diesen neuen Weg gehen, der nicht einfach ist. Aber wenn Gott mit uns ist, können auch wir diese Aufgabe meistern. Dazu segne uns Gott. Amen!

WordPressFacebookBlogger PostDeliciousDiggEmailTwitterShare