Gloria in Excelsis Deo
Einführung:

Gott offenbart sich „Viele Male und auf vielerlei Weise“.
So schreibt Paulus in seinem Brief an die Hebräer.
Dass Gott sich offenbart ist keine Neuigkeit in einer Religion.
Jede Religion pflegt solche Traditionen…

Mit der Geburt Christi feiern wir Christen diese Offenbarung Gottes in seiner Menschwerdung.
Bis jetzt war er – Jahwe – bekannt als ein starker, kämpfender Gott.
Christus ist anders, aber seine Worte und Zeichen haben eine besondere Kraft.
Ich wünsche uns allen die Demut, Gott in einem Kind zu erkennen und aus seinen Worten Kraft zu schöpfen. Ihn, der in unserer Mitte unsichtbar, dennoch als unser Herr und Gott anwesend ist, begrüßen wir:

Predigt:
Ab und zu finde ich Zeit, um ein älteres Ehepaar zu besuchen.
Wir sprechen über Sport, Politik und manche Entwicklung in der Welt.
Ihrer Meinung nach gibt es viel zu viel Menschen auf der Erde. Deswegen wird alles teurer, und „Es gibt wenig Krieg…“ sagte der Herr.

„Willst du wirklich wieder einen Krieg?“ habe ich nachgefragt.
Ich habe keinen erlebt, du aber schon.
Du weist, ein Krieg in der heutigen Zeit heißt totales Zerstören.
Willst du so etwas?“ fragte ich ihn.

Ich weiß es nicht ob ich ihn mit meiner Argumentation überzeugen konnte. Aber er ist bestimmt nicht der einzige, der meint, ein Krieg kann vieles ändern und Lösung für viele Probleme sein.

Ja, der Krieg verändert vieles.
Ob es ein gutes Leben verspricht, daran glaube ich nicht.

In den letzten Jahren erlebten wir sehr viele Flüchtlinge und Asylanten in Europa. Flucht ist kein neues Phänomen,
aber die Zahl der Menschen erschreckt uns…
Das hat auch hierzulande vieles in Politik, Gesellschaft, Recht und Ordnung verändert.
Die wichtigste Frage, die wir uns stellen müssen, lautet:
„Warum verlassen Menschen ihre Heimat?“

Eine der Antworten die man bekommen hat war, dass diese Menschen
in ihrer Heimat kein friedliches Leben mehr führen konnten.
Krieg, Unterdrückung und ähnliche unmenschliche Entwicklungen haben sie dazu gezwungen einen anderen Ort zu suchen, wo sie ein Leben in Frieden führen können.

Friede ist ein wichtiges Thema in der Weihnachtszeit.
Die Engel verkündeten den großen Frieden auf der Erde…
Sie sangen in der Nacht, in der Christus geboren wurde:
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden,
den Menschen seines Wohlgefallens“ (Lk 2, 14).

Auch Jesaja spricht in der ersten Lesung vom Frieden und dem Freudenboten der Frieden verkündet.
Friede war die Botschaft Christi, nicht nur bei seiner Geburt,
sondern während seines ganzen Erdenlebens.
In seiner Bergpredigt hören wir: „Selig die Frieden stiften;
denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ (Mt 5, 9)
Und wenn er seine Jünger entsendet, schickt er sie nicht nur als seine Boten, sondern auch als die Boten des Friedens. (Mt 10, 13).
Diese Botschaft verkündete Jesus auch nach seiner Auferstehung.
„Friede sie mit euch!“ So begrüßt er seine Jünger (Lk 24, 36).

Also, Gott will Frieden und nicht Krieg und Feindseligkeit.

Suchen wir noch einmal in der Bibel, wer die Boten des Friedens waren. Dann sehen wir die einfachen Hirten und die Jünger Jesu.
Sie haben die Stimme Gottes erkannt und folgten ihm, dem Gott des Friedens und verkündeten diesen Frieden auf der ganzen Welt,
wie er es von ihnen verlangte.

Meine Lieben,
diesen Frieden wünschen wir uns jedes Mal in der Eucharistiefeier bevor wir die Kommunion empfangen. Das heißt, wer Christus empfängt muss zuerst seinen Frieden schenken und entgegennehmen.
Ohne Frieden wird Christus nicht in uns leben.

Friede ist eine Sehnsucht…
Das wünschen wir für unsere Familien, in der Gesellschaft und in der ganzen Welt.
Ich will deshalb keinen Krieg – weder in der Gegenwart, noch in der Zukunft.
Aber die Menschen müssen dafür zusammen arbeiten.
Und sie müssen auch auf die Stimme Gottes hören
nur so können sie Boten der Freude und des Friedens werden.

Auch wir müssen es versuchen in unseren Familien, in unseren Beziehungen. Wir wollen versuchen allein durch unsere Anwesenheit unseren Nächsten den Frieden zu schenken.
Wir schmücken unsere Häuser mit vielen Engeln. Das ist wunderschön
aber wichtiger ist, dass wir in dieser Weihnachtszeit,
selbst zu Boten des Friedens werden…
Der Friede Gottes sei mit euch. Amen!

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