to live is christ, to die is gain
Einführung:
Gott ist anders. Mit diesen Worten habe ich am letzten Sonntag meine Predigt beendet. Genau dies hören wir auch heute wieder in den Lesungen. Gott ist anders. Seine Gerechtigkeit ist eine andere. Lassen wir ihn in unserem Leben wirken. Das wird uns immer wieder Überraschungen bringen. Aber wir wollen ihn trotzdem in unser Leben einlassen und beten:

Predigt:
Obwohl das heutige Evangelium genug Gedanken für eine Predigt bietet, möchte ich über die Lesung sprechen.
Genauer gesagt beschäftigen wir uns mit den Worten von Paulus:
„Denn für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn.“

Leben und Sterben sind Themen, nicht nur in der Bibel, sondern auch zu Zeiten der Corona-Pandemie. Täglich korrigieren wir die Zahlen der Toten, die wegen Corona gestorben sind, nach oben. Mittlerweile möchten wir das schon nicht mehr hören, vielleicht fühlen sich manche sogar gestört.
Aber, wie verstehen wir überhaupt das Leben und das Sterben?
Akzeptieren wir es einfach? Wohl nicht immer…
Es bleibt ein schwieriges Thema!

Ja, die Menschen gehen damit unterschiedlich um.
Zum Beispiel möchte ich von zwei Menschen aus meiner früheren Pfarrei berichten. Wenn das Thema Sterben irgendwie in unseren Gesprächen vorkam, sagen sie mir:
„Denk daran! Du musst an meinem Grab stehen und meine Beerdigung feiern.“ Ich antworte ihnen dann: „Dafür haben wir noch Zeit.“
Erstaunlich ist dieser Mut, über seinen eigenen Tod zu sprechen.

Es gibt aber auch andere Erfahrungen: Bei manchen erlebe ich große Angst vor dem Sterben, wenn sie merken, dass es ihnen gesundheitlich schlecht geht. Manchen kommen dann auch Tränen…
In einer solchen Situation habe ich keine schnelle Antwort parat.

Die Worte von Paulus, die wir heute hörten, sagen uns,
dass er ein mutiger Jünger Jesu war.
Er glaubte fest daran, dass er ein Leben mit Gott erleben wird.
Deshalb konnte er mutig bekennen „Sterben ist für mich ein Gewinn.“

Sterben ist Leben: Nicht nur er, sondern viele Jünger Jesu waren davon überzeugt. Deshalb wurden sie auch bei den Verfolgungen und Folterungen nicht schwach.

Verzichten und loslassen muss eigentlich jede und jeder von uns.
Eltern, die für ihre Kinder auf vieles verzichten oder eine Person, die für andere ein Organ spendet, tun dasselbe.
Loslassen heißt Leben schenken. Das ist göttlich. Nur starke Menschen können über Leben und Sterben gelassen denken, weil sie aus der Hoffnung leben.

Wenn man das Thema so interpretiert, werden wir möglicherweise folgende Fragen hören:
Warum sollen wir uns dann überhaupt schützen, wenn man Krankheit und Sterben doch im positiven Sinn annehmen kann?
Wenn es so ist, warum sollen wir vor der Corona-Pandemie
oder vor anderen Krankheiten Angst haben?“
Meine Lieben, das wäre eine extreme und zu einfache Interpretation. Denn niemand darf bewusst ein Risiko eingehen und den Tod willkommen heißen. Das ist auch meine Einstellung und ich denke das ist auch die Einstellung der meisten Menschen.
Gott gab uns das Leben, damit wir es nach seinem Willen gestalten. Im Leben etwas loslassen muss Sinn und einen guten Grund haben. Nur dann ist Sterben ein Gewinn.

Wenn Paulus sagt, Sterben ist ein Gewinn, dann meint er, dass er für die Frohbotschaft Gottes und für seine Überzeugung sein Leben lässt. Dadurch wollte er den Menschen Christus schenken. Das ist der tiefe Sinn seiner Aussage. Bleiben auch wir stark in dieser Überzeugung und in dieser Hoffnung. Gestalten wir sinnvoll und bewusst unser Leben. Gott segne uns dazu. Amen!

WordPressFacebookBlogger PostDeliciousDiggEmailTwitterShare