Renew-the-church
Einführung:
Eine Woche ist vergangen. Und eine neue Woche liegt vor uns.
Alles was wir in der letzten Zeit erfahren haben, alles was uns in der kommenden Woche erwartet bringen wir vor Gott.
Er wird unsere Fehler durch unsere Reue und seine Liebe auslöschen. Er geht mit uns.
Für seine Begleitung danken wir und beten:

Predigt:
Die steigenden Kirchenaustritte, Unmut über Papst Franziskus und die Bischöfe, Missbrauchsfälle in der Weltkirche und vor allem die am vergangenen Dienstag vorgestellte Studie über die Missbräuche, auch hier in Deutschland, erschüttern die Christen.
Ja, zurzeit durchlebt die Kirche eine schwierige Zeit.
Die vielen Berichte, die wir in diesen Tagen lesen, hören oder sehen, verunsichern viele Menschen…
Manche Medien werden es feiern…

In der Kirche bilden sich zwei Gruppen: die eine meint, dass sie ihre alten Traditionen nicht verändern sollte.
Die andere Gruppe sagt, dass sie in der Kirche einen neuen Geist erleben will.
Das ist keine einfache Situation für die Seelsorger, Bischöfe und für den Papst.

Ja, wir sind traurig und schämen uns für die Geschehnisse…
Viele wissen nicht, was sie dazu sagen sollen, wie sie die Kirche verteidigen können…Vielleicht können uns hier die Lesungen des Sonntags etwas helfen.
Wir haben heute von einer besonderen Erfahrung des Mose gehört. Gottes Geist kam über die Menschen im Lager. Dort waren 70 der Ältesten versammelt, die die Prophezeiung empfangen haben. Aber da waren auch zwei Menschen, die nicht in dem Lager anwesend waren. Der Geist Gottes aber machte hier keinen Unterschied. Auch sie bekamen die Verheißungen Gottes Gottes.
Natürlich gab Proteste…
Die Meinung von Moses jedoch ist hier Ausschlag gebend.
Sie sagt uns, dass der Geist Gottes für alle ist…
Er wünschte sogar, dass alle den Geist empfangen würden.

Auch Jesus äußert sich ähnlich im heutigen Evangelium.
„Wer nicht gegen uns ist, ist für uns“.
Natürlich werden wir uns die Frage stellen:
Wer ist für uns? Und wer ist gegen uns?
Es ist nicht möglich hier eine schnelle Antwort zu finden.

Aber hier müssen wir sehr vorsichtig sein.
Denn es gibt viele, die in uns den Eindruck erwecken, dass sie für die Kirche sind; dass sie für eine gute und gerechte Kirche alles tun werden.
Aber man kann und muss ihnen nicht voreilig Glauben schenken.

Erinnern wir uns an den Satz Jesu aus dem Markus Evangelium 13, 6.:
„Viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! Und sie werden viele irreführen“.

Hier erhebt sich die Frage:
Wie können wir das Gute von dem Bösen unterscheiden?
Dazu brauchen wir zunächst das Gebet.
Ein Glaubensleben ohne Gebet kann kein langes Leben haben.
Ein Leben, das nicht durch das Gebet gestärkt ist, wird sich schwer tun, wenn Gegenwind und Enttäuschungen hereinbrechen.
Daher müssen wir zuerst unser Gebetsleben stärken.

Wir haben schlechte Nachrichten über die Situation der Kirche.
Aber ich möchte fragen: Wie viele von uns haben für die Kirche gebetet. Wie viele von uns haben um gute Seelsorger gebetet und diese auch geistig unterstützt?
Ja, wir müssen selbstkritisch sein…
Wir müssen für unsere Kirche beten, ja inständig beten, denn sie hat viele Feinde.

Zweitens müssen wir schauen, ob Menschen, die
große Unsicherheit verbreiten wirklich für Christus stehen.
Wir müssen prüfen, ob sie wirklich in ihren Gedanken, Taten und Worten, Christus verkünden oder andere Ziele verfolgen.
Die heilige Schrift sagt, dass der Geist Gottes für alle da ist.
Aber das heißt nicht, dass alle diesen Geist haben.
Die Menschen müssen offen und in der Lage sein ihn zu empfangen.
Alle, die beim ersten Hinsehen christlich erscheinen, müssen diesen Geist nicht haben…
Es ist sehr wichtig, dass wir unsere Sinne schärfen um hier unterscheiden zu können.

Die Kirche durchlebte immer wieder schwierige Situationen.
Doch stets hat sie diese Dunkelheiten durch heiligmäßige Menschen überlebt.
Auch heute braucht sie solche heilige Menschen,
Menschen die für die Kirche beten,
die aus Fehlern einen neuen geistlichen Impuls erhalten.
Vor allem braucht sie Menschen, die zusammen stehen.
Beste Freunde erkennt man in den schweren Zeiten.
Die Kirche ist unsere Mutter.
In ihr sind wir neu geboren.
Durch sie haben wir Gott kennengelernt.
Menschen in dieser Kirche können auch Fehler machen.
Diese Fehler müssen wir annehmen, aber auch korrigieren.

Ganz wichtig ist es zu wissen:
Gott will seine Kirche weiter führen. Denn er hat sie gestiftet.
Sein Geist wird sie immer führen, auch wenn wir Menschen Fehler machen.
Und niemand – keine Medien, keine Protestbewegung – kann das Wirken von Gottes Geist verhindern.

Lasst uns mit Gott zusammenarbeiten, wir wollen
den Geist Gottes empfangen, um für seine Kirche zu leben.
Lasst uns mit unseren Fähigkeiten, mit unserem Glauben für Christus da sein und die Menschen stärken und trösten,
die durch Mitmenschen verletzt und enttäuscht wurden.
Gott wird dann seine Kirche neu errichten.
Einen neuen Himmel und eine neue Erde wird er uns geben,
aus seiner Kraft, aber auch durch unser Mitwirken.
Gott segne uns dazu. Amen!

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