Ernte Dank 2019 Flonheim
Einführung:
Erntedank ist ein Tag der Freude, der vielfältigen Gaben und Farben. Aber in dieser Zeit der Corona Pandemie müssen wir ihn leider anders als gewohnt gestalten. Denken wir daran: Letztendlich geht es
nicht in erster Linie um einen schön geschmückten Altar,
sondern um unseren Dank an Gott. Für die Früchte haben
viele Menschen gearbeitet, aber auch Gottes Werk muss man darin erkennen. Ja, er schenkt uns seine Liebe und seine Schöpfung.
In Anerkennung dieser Liebe wollen wir heute danke sagen:

Predigt:
Unter uns sind Winzer und Bauern, die auf ihren Feldern Arbeiter beschäftigen. Würden die Arbeiter sagen:
„Diese Früchte gehören uns“, wie würden sie sich verhalten?
Ohne Zweifel kann man sagen: Es gäbe Ärger.
Warum? Diese Frage ist eigentlich überflüssig,
denn jeder weiß, nicht die Arbeiter, sondern der Besitzer
der Äcker hat ein Anrecht auf deren Erträge.

Auch das zehnte Gebot sagt uns klipp und klar:
„Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut.“
So eine Regelung gilt nicht nur für das religiöse Leben, sondern
ist auch für das Gelingen eines gesellschaftlichen Lebens unerlässlich.
Trotzdem findet man auch in der Bibel immer wieder Menschen,
die mit dem, was sie besaßen, unzufrieden waren.
Zum Beispiel besaßen der König Ahab und seine Frau Isebel viele Weinberge. Aber weil Ahab den Weinberg seines Nachbarn Nabot begehrte, hat seine Frau Isebel ihn töten lassen. Eine unglaubliche Geschichte, aber so steht sie in der Bibel geschrieben.

Das heutige Evangelium erinnerte mich an diese Geschichte.
Die Arbeiter töten den Erben des Weinbergs, um
dessen Weinberg unrechtmäßig in ihren Besitz zu bringen.
Begierde macht manche Menschen blind.
Jesus benutzt heute das Gleichnis vom Weinberg;
hierbei geht es eigentlich nicht um Besitz von Gütern, sondern sinnbildlich um das Reich Gottes. Damit will er uns sagen, dass manche Menschen ihm und seinem Evangelium
kein Gehör schenken wollen. Für sie waren seine Worte
nur ein Hindernis, deshalb trachteten sie danach ihn zu vernichten.

Meine Lieben,
einerseits erlebt Gott große Undankbarkeit seitens der Menschen.
Er erlebt Menschen, die das Reich Gottes verhindern und
es nicht wahrhaben wollen.
Aber auf der anderen Seite sehen wir auch etwas Wunderbares.
Obwohl Gott schlechte Erfahrung mit einigen Menschen gemacht hat, will er ihnen trotzdem sein Himmelreich schenken.
Er setzt sein Vertrauen auf sie und sucht weiterhin
nach treuen „Arbeitern für seinen Weinberg“.

Ja, er sagt, das Himmelreich ist ein Programm das weitergehen muss.
Es wird natürlich hin und wieder verantwortungslose „Arbeiter“ geben. Auch in der Kirche haben wir entsprechende Beispiele…
und sie wird es immer geben, aber…
sie werden immer nur eine kleine Minderheit bilden.

Gott sei Dank denken die meisten Menschen anders.
Sie erleben, ja sie spüren die unendliche Liebe Gottes.
Sie erleben Gott als einen, der immer wieder nach ihnen sucht.
Bleiben wir dieser Mehrheit zugehörig und versuchen wir Gott
in unserem Alltag zu finden.
Gestalten wir unser Leben in Sehnsucht nach ihm.

Ja, meine Lieben, wir dürfen froh sein, dass wir von ihm auserwählt wurden. Wir dürfen in seiner Kirche seine Liebe spüren und für ihn leben und arbeiten. Denn WIR sind die ‚Arbeiter‘ in dieser Zeit.
Wir wollen seine Kirche stärken und gute Früchte hervorbringen.
Möge Gott durch uns immer lebendig bleiben.
Wir beten: „Vater, dein Reich komme“. Amen!

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