be strong in faith
Einführung:
Jesus spricht heute von einem kleinen, aber festen Glauben,
aber auch von der Demut zum Dienen.
Ja, das christliche Leben ist nicht einfach.
Es ist ein außergewöhnlicher Weg.
Ein Weg des Gebetes und ein Weg des Dienstes…
Bitten wir um die Gnade, dass wir diesem Ruf folgen zu können.
Für unsere Fehler bitten wir Gott um sein Erbarmen:

Predigt:
„Stärke unseren Glauben!“
Gerade hörten wir im Evangelium diese Bitte der Apostel.

Eigentlich lesen wir nur selten, dass die Jünger Jesus um etwas bitten.
Aber…da war doch schon eine ähnliche Bitte: „Herr, lehre uns beten!“
Ja, ich habe den Eindruck, dass sie nicht ausführlich beten wollten, auch ihre Bitten formulierten sie kurz und bündig. Aber so konzentrierten sie sich auf das Wichtigste und Notwendigste…

Von Jesus wissen wir, dass er oft lange betete, sich aber genau so gut kurzfassen konnte. Vielleicht haben sie das von ihm sogar gelernt.

In den heute vorgetragenen Bitten erkennen wir auch eine gewisse Unsicherheit der Jünger. Sie bitten nicht darum den Glauben zu haben,
sondern um die Stärkung ihres Glaubens.
Das bedeutet doch, dass sie wohl ihren Glauben haben, aber gleichzeitig spüren, dass dieser nicht stark genug ist,
um Jesus zu folgen und um sein Reich zu verkünden.

Warum fühlen sie sich nun auf einmal schwach und unsicher im Glauben?
Eine eindeutige Erklärung hierzu können wir nicht in dem Evangelium finden.
Ich habe auch in der vorangehenden Stelle des Lukas Evangeliums nach einer Antwort gesucht.
Dort spricht Christus über die Vergebung und sucht dafür das Verständnis der Jünger zu wecken. Er sagt: Auch wenn einer siebenmal am Tag sündigt und wieder umkehrt, so soll man ihm vergeben…
Ja, das ist eine Herausforderung…
Aber ob sie direkt mit der Bitte verbunden ist, dass sie einen stärkeren Glauben brauchen, kann man auch hier nicht genau herauslesen.
Vielleicht gab es doch noch andere Ereignisse in ihrem Leben,
die der Evangelist nicht in diesem Zusammenhang zum Ausdruck bringt.

Eine Antwort Jesu ist in jedem Fall interessant. Er sagt, dass ein Glaube ausreicht, selbst wenn er so klein ist wie ein Senfkorn.
Ja, es muss nicht etwas Besonderes, nichts Großes sein. Es ist genug, dass man fest daran glaubt. Hier hören wir heraus: es gibt keine Superlative im Glauben.

Und das können wir auch bei den vielen Wundern Jesu beobachten.
Zum Beispiel bei der Speisung vieler Menschen benötigte er nur fünf Brote und zwei Fische…
Manchmal reichte auch nur eine Berührung oder ein Wort um Menschen zu heilen.
Und zum Schluss benutzte er nur ein kleines Stück Brot, um die Erinnerung an sich wach zu halten.
So feiern wir Eucharistie…
Ja, er wirkte, und wirkt auch heute noch durch kleine Zeichen.

Aber diese kleinen Zeichen sind Beweise seines großen Vertrauens auf seinen Vater. Wir können immer erleben, dass er seine Wunder in großer Demut wirkt.
Er war sowohl Gott, als auch ein Diener seines Vaters.
Er war ein Gesandter des Himmels, aber durch sein Wirken gab er letztlich seinem Vater die Ehre und Herrlichkeit.

Ich bin nicht sicher, ob wir alles was wir heute als Dienst bezeichnen, wirklich Dienst nennen können. Denn dieser Begriff hat in der heutigen Welt keine klare Definition mehr.
Auch die Wirtschaft verwendet diesen Begriff nicht unbedingt im Sinne eines Dienstes, wie Christus ihn verstand,
sondern als ein Angebot, ein Service.
Diese Angebote sind nicht etwa umsonst, man erwartet dafür oftmals eine Gegenleistung…

Dienst im Sinne Christi ist etwas anders.
In diesem Sinn endet auch das heutige Evangelium.
Da erwartet man nichts zurück.
Das ist ein Dienst an Menschen, um sie aufzurichten,
um ihnen Glaube und Hoffnung zu verkünden.
So hören wir in der Bibel von Menschen, die einiges leisten, sich aber trotzdem als unnütze Diener bezeichnen…

So verkündet Paulus:
„ Doch was mir ein Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten. Ja noch mehr: Ich halte dafür, dass alles Verlust ist, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles überragt. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen und in ihm erfunden zu werden.“ (Phil 3, 7-9)

Um Leistung in diesem Sinn zu erbringen, brauchen wir einen starken Glauben.
Darum wollen wir heute mit den Jüngern beten:
„Herr, stärke unseren Glauben. Stärke unsere Liebe,
stärke unserer Gemeinschaft.“

Gott segne uns, damit wir in seinem Namen handeln und leben.
Dazu schenke er uns Demut und Mut. Amen!

WordPressFacebookBlogger PostDeliciousDiggEmailTwitterShare