EntedankEinführung:
Die Ernte bringen Menschen zusammen und wenn Menschen zusammen kommen, dann wird natürlich ein Fest gefeiert.
Fröhliche Menschen als Gemeinschaft sind für ein Fest die Voraussetzung.
Auch heute kommen wir als Festgemeinde zusammen. Als fröhliche Menschen wollen wir Gott danken für alles, was wir von ihm erhalten haben.
Wir bringen aber auch unsere Sorgen mit und
bitten um seinen Segen für unser Leben:

Predigt:
Als ich im Jahr 2008 hier angekommen war, habe ich von vielen gehört, dass Rheinhessen eine gastfreundliche Gegend sei.
Der Weinanbau und dazu gehörende Bindungen spielen hier eine wichtige Rolle. Denn die Winzer brauchen andere Menschen,
denen sie ihre geschmackvollen Weine anbieten können.
Auch die Weinberge, Winzerfeste, Weinbergrundfahrten und
viele andere Veranstaltungen bringen hier die Menschen zusammen.

Aber die Landwirtschaft ist nicht der alleinige Weg für ein Einkommen. Zudem verspricht sie nicht immer eine Sicherheit. Besonders in diesem Jahr haben wir das richtig gespürt.
Denn, nicht nur die Obstbauern und Winzer, auch die meisten von uns die ein Garten besitzen, haben dieses Jahr mit großer Sorge begonnen, weil der Frost viel Schaden angerichtet hat …
Also für viele kein gutes Jahr im Blick auf die Landwirtschaft.
Ja, Geld brauchen wir alle zum Leben
Aber im Leben gibt es viele Dinge, die noch wichtiger sind als Geld.
Die Menschen werden auch durch andere Arbeit und deren Produkte untereinander verbunden.
Sie können das Leben trotz vieler Rückschläge genießen,
weil sie eben die Kraft der Verbundenheit und Beziehungen erleben.

Feste feiern, ja, davon hören wir auch in den heutigen Lesungen.
Jesaja spricht von einem Fest auf dem Berg Gottes.
Das war eine Feier mit Gott. Eine wunderbare Gelegenheit, die man auch damals selten erlebte. Das Wichtigste an diesem Fest: es war
als Festmahl für alle Völker gedacht. Und Gott bereitet es mit den feinsten Speisen, erlesensten Weinen. Auch die Trauer schwindet im Angesicht Gottes; Hoffnung ist das Stichwort. Menschen, die auf Gott ihre Hoffnung gesetzt haben, werden ihre Trauer überwinden. Ihr Leben ist ein Festmahl mit Gott. Das sagt uns die Lesung.

Ja, meine Lieben, Hoffnung ist auch ein ganz wichtiges Wort für die Menschen, welche gute Früchte durch ihre Arbeit erwarten.
Sie ist zunächst die Grundlage ihrer Arbeit. Und diese Hoffnung lebt weiter, wenn sie ernten und alle anderen Aufgaben meistern.
Jeder setzt Hoffnung in die eigene Leistung. Dazu brauchen wir Gesundheit, Unterstützung vieler anderer Menschen und auch der Maschinen und Technik… Selbstverständlich muss auch die Natur mitspielen…
Darüber hinaus setzten viele ihre große Hoffnung auf Gott. Ja, es wird immer die eine oder andere Ausnahme geben. Aber die meisten glauben, dass die Ernte auch die Gabe Gottes ist.
Ja, es ist eine gemeinsame Leistung. Gott, Menschen und Natur stehen dabei Hand in Hand. Das muss als Fest gefeiert werden.

Heute kommen wir hier als Menschen zusammen, die für die Ernte gearbeitet haben und in Dankbarkeit vor Gott treten.
Das erinnert uns daran, dass auch wir, als eine Gemeinschaft Frucht tragen sollen… Es erinnert uns auch an unsere geistigen Früchte.
Dieser Tag lehrt uns aber vor allem, dass wir unsere Hoffnung auf Gott setzen sollen. Auch dies kann – wie das Wetter-Chaos in diesem Jahr gezeigt hat- manchmal schief gehen. Dennoch dürfen wir unsere Hoffnung nie verlieren.
Gott schenkt uns das, was wir brauchen.
Wir sollen zufrieden leben, der Natur dankbar sein, auch
für die Kraft und für das Leben diese Gaben genießen zu können.
Wenn wir Menschen zusammen bringen, wie wir es in unserer Gegend erleben, so ist das auch ein Dienst an der Gesellschaft.
Möge unser Leben ein Fest des Frohsinns und der Hoffnung sein. Amen!

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