Pray and be strong
Einführung:
Die meisten von uns kennen „die Betenden Hände“, das am meisten reproduzierte Werk von Albrecht Dürer. Hier sehen wir zwei Hände, die zum Beten gefaltet sind.
Sie vermitteln die besondere Botschaft, dass wir uns manchmal Zeit nehmen müssen um zu beten und somit Gott in uns wirken kann.
Ja, betende Hände sind die Kraft einer Familie…
Betende Menschen sind die Kräfte einer Pfarrei und eines Seelsorgers…
Bleiben wir im Gebet verbunden und stärken wir einander…
Bitten wir unseren Herrn, der unser Gebet erhört, im Kyrie:

Predigt:
Bei einem Spaziergang war ich vor einem Bildstock stehen geblieben. Unter dem schön geschmückten Holzkreuz las ich eine Inschrift:
„Wanderer steh still, betrachte mich. Geh weiter und verzage nicht.“
Das war ein schöner Gedanke, der mich auf meiner weiteren Strecke begleitete.

Ja, wenn wir nun unser Leben als Weg betrachten, dann können wir diesen Satz wunderbar anwenden.
Denn unser Lebensweg ist nicht immer einfach,
manchmal führt er uns durch Tiefen,
oft erleben wir auch steile Anstiege auf Berge, die sich vor uns aufbauen.
Dann müssen wir schon mal stehen bleiben um Atem zu holen.
Immer wieder brauchen wir Kraft von außen um manche Dinge im Leben zu begreifen und zu verarbeiten.
Das Gebet ist in dieser Situation eine große Hilfe für viele Menschen.

Am heutigen Sonntag hören wir in den Lesungen vom Gebet.
Die Kirche stellt uns zwei verschiedene Personen vor.

Zuerst sehen wir Moses. Er wird uns als starke Persönlichkeit in der Bibel vorgestellt. Aber, am Anfang war er kein starker Mensch;
das können wir aus seiner Lebensgeschichte herauslesen.

Er war ein Waisenkind, er lebte im ägyptischen Umfeld und
bei einem Streit brachte er einen Ägypter um.
Aus Angst vor dem Pharao hat er Ägypten verlassen und wurde ein Hirte.
Als Gott ihm eine neue Aufgabe geben wollte, sagte er, dass er nicht gut reden könne. Aber danach sehen wir, dass er mutige Gespräche mit Pharao führt…Seine Bedenken waren verschwunden….

Woher bekommt Moses diese erstaunliche Kraft?
Von Gott…
Mose wurde durch seine ständige Beziehung zu Gott ein neuer Mensch.
Er war ursprünglich einer, der keine Herausforderung /Verpflichtungen übernehmen wollte.
Nachdem er mit Gott in Kontakt gekommen war, konnte er sogar eine große Menschenmenge führen. Das alles geschah nur, weil er im Gebet stark war. Davon hörten wir in der ersten Lesung.

Mose selbst stand dem Kampf nicht vor. Es waren Josua und seine Männer, die gegen Amalek kämpften.
Sie spüren die besondere Kraft Gottes, weil Moses mit erhobenen Händen betete. Mose erhielt Kraft von Gott und stärkte so Israel.
Als seine Arme gesunken waren, wurden sie abgestützt, damit die Kraft erhalten bliebe.
So konnte sich Josua, durch das Gebet des Mose, den Sieg erkämpfen.

Auch das Evangelium erzählt eine ähnliche Geschichte.
Eine arme Witwe zeigt hier ihren kämpferischen Geist.
Der Richter, der eigentlich ein mächtiger Mensch war, musste am Ende aufgeben.

Jesus sagt nicht, dass Gott als Richter ungerecht ist. Nein.
In diesem Gleichnis geht es um die Willensstärke der Frau.

Viele von uns kennen einen bekannten Satz des brasilianischen Schriftstellers Paulo Coelho.
In seinem berühmten Buch ‚Der Alchimist‘ lesen wir:
„Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das Universum darauf hinwirken, dass du es erreichen kannst.“
Ja, der Autor hat recht. Das können wir aus eigener Erfahrung bestätigen.

Gebet ist auch ein starker Ausdruck von ‚Wunsch‘ – mit dem feinen
Unterschied, dass wir diese Wünsche mit Gott gestalten.
Da träumen wir mit Gott.
In das Gebet legen wir unsere ganze Hoffnung.
Wenn wir ganz fest mit Gott wünschen und träumen,
dann wird er alles zum Guten führen.
Moses und die Witwe sind hier unsere Vorbilder.

Gebet ist machtvoll. Es ist stark genug um uns zu ändern.
Es verändert auch deine Geschichte, wie Gott durch das Gebet von Moses die Geschichte der Israeliten geändert hat.
Nur – man muss sich auf Gott einlassen…
Ja, meine Lieben,
wenn wir, wie die Frau und Moses bereit sind
standhaft zu kämpfen,
dann werden wir vieles im Leben ändern können –
mit Gottes Hilfe.

Wie der Bildstock, den ich auf meinem Weg sah, sagt uns Gott:
Wir müssen auf ihn blicken und mit ihm unseren Weg gehen.
Wir dürfen im Glauben und Gebet nicht verzagen.
Dann werden wir die nötige Kraft empfangen.
Das Gebet möge uns dazu stärken. Amen!

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