Not fear, but faithEinführung:
„Ihr seid Zeugen dafür“ das hören wir im heutigen Evangelium.
Ähnliches hören wir aus der ersten Lesung.
„Dafür sind wir Zeugen“. So sagt Petrus…
Petrus und die anderen Jünger Jesu waren aber anders. Sie haben ihn vorher verleumdet, weil sie Angst hatten. Jetzt hört man das Gegenteil.
Ich bin sein Zeuge. Ja, ich kenne ihn…
Das wiederholen sie immer wieder…
Das ist eine Veränderung, welche die Auferstehung Jesu bringt. Denn der Glaube an den lebendigen Gott kann Menschen verändern.
Auch wir haben einiges zu ändern, weil wir keine fehlerfreien Menschen sind.
Im Kyrie bitten wir um das Erbarmen Christi, das auch Petrus erfuhr:

Predigt:
In der Osterzeit hört man viel von den Erscheinungen Jesu.
Den Jüngern Jesu fällt es sehr schwer, zu glauben.
Warum? Das waren meine Gedanken in den letzten Tagen.
Dann tauchte in mir eine Frage auf:
Wie würde ich reagieren, wenn Christus mir heute erscheinen würde? Wie große würde meine Überraschung sein? Würde ich Angst bekommen? Würde ich ihn für ein Gespenst halten?
Würde ich mich freuen oder an ihm zweifeln?
Hoffentlich werde ich das überleben…

Was wäre eure Reaktion, meine Lieben?

Es ist ziemlich schwierig zu beantworten. Das hat nichts mit dem Glauben zu tun, denke ich. Denn wir glauben und verkünden, dass der Herr kommen wird. Aber wenn er plötzlich da ist, dann wird es uns viel mehr überraschen. Ich denke, auch die Jünger Jesu waren in einer solchen Situation. Ja, sie waren da, als Jesus einige Male die Toten auferweckte.
Aber die Rückkehr des lebendigen Jesus, der am Kreuz starb, macht sie wieder durcheinander…
Nun sehen wir die Meisterleistung Jesu. Das waren seine Bemühungen, um sie aus dieser Überraschung zu befreien.

Ich denke, dafür gab es auch einen Grund:
Die Jünger lebten in einer sehr komplexen Gedanken-Welt.
Sie hatten nicht nur die neue Lehre Jesu, sondern auch ihre jüdischen und kulturellen Hintergründe. Sie waren stark von diesen Erzählungen geprägt. Das können wir ab und zu aus ihrem Sprachgenrauch heraushören. Zum Beispiel, wenn sie Angst haben, hören wir im Evangelium ein bestimmtes Wort: Sie meinen, einen „Geist“ gesehen zu haben. Gleiches hören wir, wenn Jesus über das Wasser geht…
Damit möchte ich sagen, dass diese Menschen, obwohl sie mit Jesus zusammen waren, immer noch ihren alten Aberglauben und ihre alten Ängsten hatten.
Jesus musste sie zuerst aus den Fesseln dieser Verunsicherung befreien. Er musste ihre Ängste verjagen.
Dafür brauchen sie Licht in der Dunkelheit. Denn nur die Wahrheit kann gegen den Aberglauben gewinnen.

Die starke Waffe war sein Wort. Jesus öffnete ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Sein Wort ist anders als die alten Märchen und Sagen über die Geister… Sein Wort macht keine Angst, sondern befreit sie davon. Durch sein ständiges Erscheinen macht er ihnen deutlich, dass er sie weiterhin begleiten wird. Langsam erreicht er sein Ziel. Nun aus dieser Freiheit verkünden die Apostel, dass sie seine Zeugen sind.

Glaube an Jesus ist nicht einfach zu leben.
Denn auch wir haben unsere Gedankenwelt. Wir haben unsere Vorstellungen. Wir können Zeugen Christi sein, wenn wir aus den Sackgassen herauskommen können. Wir müssen daran glauben, dass er uns begleiten wird. Das ist sein Versprechen. Und er begleitet uns heute durch sein Wort. Sein Wort befreit uns aus der Angst.
Möge der auferstandene Jesus uns befreien. Amen!

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