Sonntag-der-Weltmission-2019
Einführung:
Heute ist der Sonntag der Weltmission. An diesem Sonntag werden wir in Deutschland für die Christen im Nordosten Indiens beten und für sie Spenden sammeln. Somit werden sie im Glauben Solidarität und Stärkung erfahren.
Mission ist aber nicht nur Geldspende.
Das erinnert uns an unsere Berufung, an unsere christliche Sendung. Denn wir alle sind gesandt, von Christus Zeugnis zu geben.
In unserem Alltag sollen wir diese Mission erfüllen. Dazu brauchen wir Mut und Glauben. Bitten wir Gott, dass er unseren Glauben stärken möge:

Predigt:
‚Namaste‘, das ist die traditionelle indische Begrüßung…
Das Wort ‚Namaste‘ hat eine sehr besondere Bedeutung.
Man interpretiert das so:
„Der Gott in mir begrüßt den Gott in Ihnen / dir…“ oder
„Ich verehre den Gott, den ich in deinen Augen sehe.“

Das bedeutet, bei jeder Begegnung geschieht etwas Göttliches.
In jedem Lebewesen ist etwas Göttliches. Das ist eine indische Philosophie und Spiritualität. Die indische Kultur ist enorm davon geprägt und deshalb wurden die Fremden in Indien besonders gastfreundlich begrüßt. Denn eine alte indische Weisheit sagt, dass der Gast gleich wie Gott ist.
Das hat sich mittlerweile stark verändert. Deshalb hören wir immer wieder von beunruhigenden Meldungen aus Indien…
Aber der Gedanke ist sehr signifikant und bedeutsam,
nicht nur in der heutigen Welt, wo Menschen Hass und Unmut verbreiten, sondern auch im Glauben…

Dieser Gedanke ist nicht wesentlich anders als die Lehre Jesu…
Er hat die Menschen gelehrt, dass sie Gott in ihrem Nächsten sehen sollen. Die Nächstenliebe ist deshalb das wichtigste Merkmal des Christentums.
Deshalb sagen viele Menschen, dass man Christen alleine an ihrer Christus- und Nächstenliebe erkennen kann.

Heute feiern wir den Sonntag der Weltmission.
Papst Franziskus hat den Monat Oktober als einen außerordentlichen Monat der Mission erklärt.
„Getauft und gesandt“: so kann man seine Botschaft zusammenfassen.

Er sagt uns, dass Gott eine ganz besondere Sendung für uns hat…
Wir sind gesandt wie die Jünger Jesu und die Sendung dazu haben wir in der Taufe erhalten.
Wir müssen für die Menschen da sein, die Gott kennen und für die, welche ihn nicht kennen, für die, die Gott suchen und auch für die, die mit ihrer miserablen Lage nicht zurechtkommen.
Wir müssen Menschen heilen und trösten. Vor allem müssen wir es der Welt verkünden, dass Gott da ist, wo Menschen einander respektvoll begegnen.

Wir leben in einer Welt, in der wir Menschen gerne klassifizieren.
Es gibt Gender Politik, Kampf der Klassen und Ideologien usw…
Das Tröstende ist, dass es bei Gott keine Klassifizierung gibt.
Er sieht wirklich das Herz der Menschen. Deshalb pries Christus in seiner Lehre die Armen: „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“ (Mt 5,3).

Den Armen das Himmelreich zu versprechen war und ist ein mutiger Schritt. Genau diesen Mut verlangt er von uns, von denen, die zu Christus sich bekennen. Auch diesen Mut verlangt er von uns, wenn wir heute mit den Menschen im Nordosten Indiens etwas von unserer Ersparnis teilen.
Damit schenken wir ihnen Christus und die Freude des Evangeliums.
Damit schenken wir ihnen ein besseres Leben und wir können in ihren Augen Gott sehen… Dann werden sie auch in uns Gott sehen.
Sonntag der Weltmission und dieser außerordentliche Monat der Mission helfen uns nicht nur Menschen zu helfen,
sondern ein Stück näher zu Gott zu kommen.
Das hilft uns ein Stück zu wachsen…
Dieser Sonntag lehrt uns, dass wir unbedingt Barmherzigkeit leben und praktizieren müssen. Über andere zu urteilen ist nicht unsere Sache. Aber durch das Teilen können wir unsere Welt etwas verbessern.
Versuchen wir im anderen Menschen Gott zu sehen und ihm zu dienen.
Leben wir diese Botschaft…
Gott segne uns! Amen!

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