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Einführung:
Rabbi bedeutet Meister. Wenn seine Weisheit keine Hilfe, sondern eine Last für die Menschen wird, passt auch der Titel ‚Rabbi‘ nicht mehr.
So ist es ebenfalls mit dem ‚Vater‘. Wenn einer in seiner väterlichen Verantwortung versagt, dann hat er kein Recht mehr Vater’ genannt zu werden. Ja, diese Worte Jesu sind sehr hart, aber er liebt keine Heuchelei, sondern schafft Klarheit.
Wieviel Echtheit und Ehrlichkeit haben wir?
Bitten wir Gott um sein Erbarmen.

Predigt:
Der Papst hat verschiedene Titel.
Heiliger Vater, Bischof von Rom, Stellvertreter Jesu Christi, Nachfolger des Apostelfürsten (Petrus), oberster Brückenbauer der Weltkirche, Primas von Italien, um nur einige zu nennen. Diese Bezeichnungen stehen oft im Zusammenhang mit Macht und Position.
Aber es gibt noch eine andere Bezeichnung, welche die meisten Päpste nach 570 benutzen. ‚Servus Servorum Dei‘. Das heißt, ‚Diener der Diener Gottes‘. Papst Gregor I. hat diesen Titel zuerst für sich selbst in Anspruch genommen.
Seine Entstehung kann man kurz so zusammenfassen:
Damals gab es einen Konflikt mit dem Patriarchen von Konstantinopel, Johannes IV. Nesteutes, weil er sich in einem Brief ‚Ökumenischer Patriarch‘ nannte. Er stellte sich somit über alle anderen Patriarchen. Papst Gregor wollte anders sein. So benutzte er diesen neuen Titel, ‚Servus servorum Dei‘ – Diener der Diener Gottes.

Aber die Zeit ließ uns erkennen, dass diese Bereitschaft zum Dienen immer wieder von vielen Päpsten und Priestern unbeachtet blieb.
Im Laufe der Jahrhunderte bekamen sie immer mehr Macht und Ruhm und manche vergaßen, was ihre eigentliche Berufung war.
In dieser Situation haben sich viele Päpste, Bischöfe und Priester für die Macht entschieden, das ‚Dienen’ wurde nebensächlich.
‚So erlebte die Kirche eine dunkle Zeit der Machtbesessenheit und vielen unchristlichen Folgen in ihrer langen Geschichte.

Jesus war Gegner solcher Machtspiele. Macht war für ihn allein Gott vorbehalten. Er benutzte diese Kraft, um Menschen das Gute zu lehren, um ihnen Heilung zu schenken. Durch seine Autorität kamen Menschen zum Glauben, denn sie haben in ihm die göttliche Kraft erkannt.

Jesus verstand die Macht nicht als eine Lizenz
um Menschen zu beherrschen, sondern um sie aufzurichten.
Leider gab es viele Gegenbeispiele auch in seiner Heimat.
Dazu gehörten auch die Pharisäer, Schriftgelehrten und die Priester. Sie waren oft nur mit den Äußerlichkeiten beschäftigt.
Sie suchten nach Ehre und Anerkennung auf der Straße.
Klar: auch Jesus trug eine ähnliche Kleidung,
aber ohne äußere Symbole.
Er wurde von Menschen begrüßt und anerkannt.
Aber er legte keinen Wert auf den ersten Platz oder große Anerkennung und Ruhm.

Als Zeugen Gottes müssen Wort und Leben zusammen passen.
Aber oft waren die Führungspersonen anders.
Deshalb warnt der Prophet Maleachi den Menschen.
Er warnt sie von Priestern, die vom Weg Gottes abgewichen waren
und so viele zu Fall brachten.
Denn ihre Belehrung und ihr Leben waren ein Gegensatz.

Ja, diese sind sehr kritische und schwere Vorwürfe.
Aber es waren die Tatsachen. Und Jesus entscheidet sich,
noch kurz vor seiner Passion, gegen diese Heuchelei zu kämpfen.

Meine Lieben.
Ich bin sicher, dass dieses Evangelium nicht nur an die Pharisäer und Schriftgelehrten gerichtet ist. Es betrifft alle, die irgendwie Autorität und Macht über Menschen besitzen.
Jesus sagt, wer Autorität hat,
soll die Dinge besser begreifen und bessere Lösung suchen.
Er soll nicht „über den Menschen“ stehen, sondern für die Menschen da sein.

Damit kritisiert er nicht nur die jüdischen Führer und ihre religiösen Traditionen…
Ja, die heutige Kirche, ihre Hierarchie und auch ich als Priester – und
auch ihr als Gemeinde Christi – ja, wir alle müssen über unsere wahre Berufung nachdenken.

Was ist uns wichtig? Sind es die Äußerlichkeiten?
Suche ich nach mehr Anerkennung?
Oder haben wir für die Menschen und ihre Sorgen ein offenes Ohr,
schenken ihnen die nötige Aufmerksamkeit?

Sind wir wirklich Diener Gottes und Freunde der Menschen?
Ist die Kirche froh über unseren Dienst für die Menschen?
Was sagt uns Jesus?
Hören wir sein Lob oder seine kritische Stimme?
Gott schenke uns ein zuhörendes und mitfühlendes Herz. Amen!

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