come down
Einführung:
Heute hören wir im Evangelium eine sehr bekannte Geschichte.
Ihr alle kennt den Namen Zachäus.
Er wollte Jesus nur sehen, aber – diese Begegnung endete mit einer Einladung und mit einer Bekehrung…
Was sagt uns dieser Bericht?…

Natürlich…wir alle sind von Gott eingeladen.
Nicht nur sonntags, sondern jeden Tag erhalten wir diese Einladung Jesus persönlich zu begegnen, in dem Wort, in Brot und Wein und auch in unseren Mitmenschen…
Ja, er ist für uns da. Erkennen wir ihn?
Stärkt er uns, um die täglichen Lasten zu tragen, Überraschungen des Lebens zu verstehen und zu akzeptieren?
Bitten wir um seine heilende Nähe im Kyrie:

Predigt:
An diesem Sonntag treffen wir Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem. Es gab viele Menschen, die Jesus auf diesem Weg begegnet sind. Aber die Erfahrung eines obersten Zollpächters Namens Zachäus – er war kein Zöllner, denn viele halten ihn dafür – wird zu einem besonderen Höhepunkt im Evangelium. (Hier muss man unterscheiden zwischen Zöllner und Oberzöllner. Als Zollpächter oder Oberzöllner hatte er das Recht, Abgaben durch Mehreinnahmen zu kassieren. Er konnte das Recht entweder weiter verpachten oder mit Angestellten arbeiten, die das Geld dann für ihn eintreiben mussten. Beispiel: Levi nach Mk 2,14, war ein Zöllner.)

Sein Name stammt von dem hebräischen Namen ‚Zakaj‘ ab und bedeutet „unschuldig sein“, „rein sein“. Obwohl er ein Oberzöllner war, – auch diese waren, ebenso wie die Zöllner in Israel unbeliebt – hatte er die Sehnsucht ohne Sünde zu sein…
Darum wollte er sehen, wer dieser Jesus ist: Er hatte den brennenden Wunsch, Jesus zu begegnen, obwohl es ihm gut ging und er auch sicher reich war.
Ja, auch reiche Menschen haben Sehnsüchte,
auch sie haben spirituelle Wünsche…

Aber er hatte keinen Mut, um diesem armen Handwerker Jesus direkt in die Augen zu schauen.
Oder dachte er, dass Jesus ihn übersehen würde?
Er sammelte all seinen Mut und kletterte auf einen Baum. Dieser Maulbeerfeigenbaum hatte genug Blätter und Zweige,
um einen kleinen Mann wie Zachäus zu verstecken.

Ein ähnliches Versteckspiel lesen wir auch am Anfang der Bibel.
Ja, ich meine Adam und Eva: Sie versteckten sich vor Gott, weil sie sich schämten. Sie wussten, dass sie gegen den Willen Gottes, ihren eigenen Sehnsüchten folgten und so ihr Versprechen nicht halten konnten.

Benehmen wir uns nicht auch manchmal wie Zachäus oder wie Adam und Eva?
Versuchen wir nicht, Dinge im Leben zu verstecken, weil wir uns schämen; weil wir wissen, dass das was wir getan haben, nicht dem Willen Gottes entsprochen hat?
Ja, in jedem von uns steckt ein wenig von diesen Menschen, von Zachäus und von Adam und Eva…

Aber das interessante im heutigen Evangelium ist,
dass Jesus einen Stopp unter dem Baum einlegt und hinauf blickt…

Eigentlich wollte Zachäus Jesus sehen. Nun sieht Jesus diesen kleinen, unsicheren, mutlosen Mann, der einiges zu verstecken hat, der viele Fehler gemacht hat, nur weil er sein Berufsleben gewinnorientiert führte. Sind wir viel besser als er?

Aber, meine Lieben, Gott kennt uns. Wir dürfen diese Wahrheit nie vergessen. Er sieht unsere positiven Seiten,
aber er sieht auch unsere Fehler.

Manche können Gott vielleicht verleugnen und sagen, dass sie nicht an ihn glauben. Das ist Realität.
Aber es ist unmöglich sich vor ihm zu verstecken. ER sieht uns… Er kennt uns besser als wir uns selber kennen.

Adam und Eva wurden für ihr Verhalten bestraft. Im Neuen Testament erleben wir etwas anderes.
Jesus schaut auf uns mit den Augen der Barmherzigkeit.
Sein erstes Wort ist kein Urteil, sondern eine Einladung.
Ja, er will uns eine neue Chance geben, damit wir uns besinnen und merken, dass wir unser Leben verbessern können, dass er mit uns begleiten will…
Das ist eine großartige Sache, nicht wahr?

Wie gesagt und wie wir erkennen können, ist dieser Zachäus teilweise auch in vielen von uns:
Wir haben den Wunsch, Gott zu erfahren …
Aber viele von uns verbinden Gott mit Ritualen und äußeren Aktivitäten. Wir brauchen sie – selbstverständlich…
Aber wichtig ist, dass wir Mut haben uns zu bewegen, um
den Weg zu Jesus zu finden in der Bereitschaft seine Einladung anzunehmen.
Dann kommt das wichtigste: wir müssen nach seinem Willen handeln. Das ist wohl der schwerste Teil in der Nachfolge Christi…
Aber wenn wir seiner Forderung folgen, dann werden wir erfahren, dass uns das Heil geschenkt wird. Das erlangen wir nicht durch Geld oder Macht. Das können wir nur erlangen, wenn wir Jesus Raum in unserem Leben geben.

Wir machen am heutigen Sonntag eine wichtige Erfahrung. Aus einer Begegnung gewinnt ein Mensch – der in den Augen der Welt wohl reich war, aber sich selbst armselig, unwürdig und mutlos fühlte – ein neues Leben, Christus schenkt ihm eine neue Würde.
Eine ganz gewöhnliche Reise Jesu zeigt einem Menschen einen neuen Weg der Hoffnung und Freiheit.
Durch Christus hat Zachäus die Reinheit und Unschuld seiner Seele zurückgewonnen.

Nun hat er alles mit seinen Mitmenschen geteilt.
Das war ein überaus mutiger Schritt von einem äußerlich mutlosen kleinen Mann.
Dadurch sagt er der Welt, dass er nicht arm wurde, sondern reich. Sein Leben wurde durch und in Jesus bereichert.
Er zeigt fortan der Welt, dass Teilen auch Freude und Freiheit schenkt.

Mögen auch unsere Gebete und Gottesdienste ein Ort der Begegnung mit Jesus sein.
Mögen sie uns helfen einander Würde zu schenken,
einander zu ermutigen und wenn notwendig einen neuen Anfang schenken.
Dazu segne uns Gott. Amen!

WordPressFacebookBlogger PostDeliciousDiggEmailTwitterShare