Jesus and SacheusEinführung:
Wir erfahren aus der Hl. Schrift, dass Jesus oft als Gast geladen war.
Und es wird weiter berichtet, dass er als solcher die Gastgeber beschenkte,
indem er ihnen Freude und Heilung brachte.
Auch der Familie von Zachäus schenkt er diese Freude und Heilung…
Eine Begegnung mit Jesus befreit die Menschen auch in ihrem Innersten.
Heute wir sind wir seine Gäste.
Zum Gottesdienst und in der Gemeinschaft lädt er uns ein und will auch uns mit diesen Gnadengaben beschenken, ja er will uns retten.
Sind wir zu dieser Begegnung und dieser Befreiung bereit?
Im Kyrie bitten wir um seine Gnade:

Predigt:
In der ersten Lesung hörten wir heute von einer ungewöhnlichen Logik.
Es geht um die Barmherzigkeit Gottes.
„.. du siehst über die Sünden der Menschen hinweg,
damit sie sich bekehren.“…
Und als eine Ergänzung dazu hörten wir:
„…denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen.“
In diesen Aussagen erkennen wir wie sehr unser Gott die Welt liebt.
Wie sehr er aber auch die Sünder liebt.
Er liebt alle, damit sie sich in seiner Liebe und durch diese Liebe
über sich selbst Gedanken machen und ihr Leben ändern…
Gott will nicht ihr Vernichter, sondern ihr Helfer sein:
Dies ist das menschenfreundliche Bild Gottes, das wir Christen feiern.

Eine ebenso wunderbare Botschaft wird uns auch im heutigen Evangelium verkündet. Jesus möchte bei einem Zöllner zu Gast sein.
Auch die Zöllner waren Juden, aber sie arbeiteten als Steuereinnehmer im Auftrag der Römer.
Sie haben nicht nur ihre Aufgaben erfüllt,
sondern sie waren darüber hinaus sehr oft unmenschlich und korrupt.
Das erkennen wir sogar an der Aussage des Zöllners Zachäus,
als Jesus bei ihm zu Hause war:
„… wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.“
Das heißt, die Zöllner kassierten vom Volk meistens mehr als die Römer verlangt hatten. Daher waren die Zöllner bei den Juden unbeliebt …
Auf Grund dessen ist es ungewöhnlich, dass Jesus einen solchen Menschen besuchen will – einem durchschnittlichen Juden erschien dies sogar als Schande.
Jesus aber hatte eine andere Logik.
Ja, eben die gleiche Logik der Barmherzigkeit,
von der wir in der ersten Lesung gehört haben.
Er sieht in Zachäus einen Menschen der Hilfe braucht.
Auch ihm will er die Heilung Gottes schenken.

Zachäus ist auf den Baum gestiegen, nicht nur um Jesus zu sehen.
Er wollte den anderen Menschen ‚fern’ sein, nicht mit ihnen zusammen leben.
Er war ‚fremd‘ in ihrer Welt.
Zudem war er auch nicht willkommen in ihrer Mitte.
Jesus blickt nach oben und findet nicht nur den versteckten Zachäus,
sondern erkennt auch seine Ängste und seine Einsamkeit…
Durch seinen Blick zeigt Jesus zugleich ein Interesse an Zachäus,
so wie es dieser niemals zuvor von seinen Landsleute erfahren hatte.
Während andere Menschen ihn gemieden hatten, geht Jesus auf ihn zu.
Er will nicht nur seine Gastfreundschaft erleben,
sondern er will ihn zur Gemeinschaft mit Gott und den Menschen begleiten…
Durch seinen Blick und durch seine Kommunikation heilt Jesus zugleich das Minderwertigkeitsgefühl von Zachäus.

Meine Lieben,
wie Zachäus leben viele Menschen in unserer Welt.
Sie fühlen sich klein. Sie fühlen sich fremd und ausgeschlossen,
weil sie anders sind. Sie erleben oft Kritik und Abstand…

Wie offen nehme ich meine Mitmenschen an?
Wie viel Heil schenke ich den anderen?
Oder lasse ich sie im Stich? Lasse ich sie allein?
Gehe ich auf sie zu und öffne den Weg zur Versöhnung?

Heute müssen wir uns als Kirche, als Gottes Gemeinschaft
diesen wichtigen Fragen stellen.
Hoffentlich finden wir dafür eine positive Antwort…
Hoffentlich bringen wir Hoffnung und neues Leben
für einsame Menschen…
Gott segne und befähige uns um Anderen zu helfen. Amen!
— Thomas Kalathil

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