Be-Genuine
Einführung:
Zu Beginn dieser neuen Woche sind wir hier zusammengekommen,
um miteinander unseren Glauben zu feiern und
das vor Gott zu bringen, was uns bewegt und beschäftigt.
Denn es gibt Dinge im Leben, die uns beschäftigen und wozu wir die Hilfe Gottes brauchen.
Halten wir einen Augenblick inne und fragen uns,
was wir aus der vergangenen Woche mitbringen:
Freude und Dankbarkeit, Fragen und Klage, Gelingen oder Versagen?
Bitten wir um Gottes Gnade im Kyrie:

Predigt:
Normalerweise pflege ich meine Freundschaften gerne.
Um sie aufrecht zu erhalten, nehme ich mir Zeit.
Aber in den letzten Jahren habe ich auf einige meiner Kontakte verzichtet. Obwohl ich für diese Menschen viel Zeit und Energie eingesetzt habe, habe ich bemerkt, dass sie nicht ehrlich in der Freundschaft waren… Also habe ich gedacht, dass sie meine Freundschaft nicht unbedingt brauchen.

Ja, Ehrlichkeit verlangen wir von Anderen… Sie ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die wir in allen Beziehungen wünschen und erwarten. Sei es in einer Partnerschaft, sei es bei einer Arbeitsstelle, sei es in alltäglichen Kontakten… Man erwartet eine gewisse Ehrlichkeit und Offenheit gegenüber guten Freunden…

Im heutigen Evangelium erleben wir eine Diskussion.
Wir hören, dass die Sadduzäer Jesus eine Frage stellen.
Jesus hat sich immer für andere Zeit genommen, um sie zu lehren und zu begleiten. Aber die Sadduzäer hatte eine andere Absicht.
Sie wollten ihm damit eine Falle stellen.
Denn sie waren eine starke Gruppe in Palästina, die streng das Recht und die Orthodoxie verteidigten. Nur die ersten 5 Bücher von Mose waren ihre heiligen Bücher. Keine weiteren neuen Gedanken haben sie angenommen. Sie waren gegen die Auferstehung, Engel und Geist.

Nun steht einer vor ihnen, der eigentlich all dem widerspricht.
Ja, die Lehre Jesus gab Stoff für Diskussionen.
Er lehrte, den Geboten Gottes zu folgen,
aber in allem hat er menschenfreundliche Ansichten gehabt.
Deshalb wurden seine Worte herzlich angenommen.
Diese Herzlichkeit erlebten die Sadduzäer leider nicht.
Weil sie sich mit ihren Geboten von den Menschen entfremdeten.
Jesus hingegen wurde von Menschen angenommen und so ihr Feind.
Daher versuchten sie auf unehrlichen Wegen ihn zu stürzen.

Meinungsverschiedenheiten zwischen Menschen sind keine neue Sache. Aber ihre Art, Jesus durch Unehrlichkeit und Hinterlistigkeit zu fangen, war nicht schön.

Solche unschönen Geschichten können wir auch in der heutigen Zeit erkennen. Seitdem die Kommunikation digital geworden ist,
hören wir das immer wieder.
Jeder darf natürlich seine Meinung äußern….
Aber viele nutzen dazu unehrliche und üble Wege…
So hören wir in dieser Zeit oft von Hass-Kommentaren, den sogenannten ‚shit storms‘ und von falschen Nachrichten – ‚fake news‘.
Menschen, die ihr Leben einer guten Sache gewidmet haben, bekommen Drohbriefe und Beschimpfungen.
Auch Religionen und Vertreter der Religionen werden hier Opfer.

Diskussionen müssen wir führen. Aber in einer kultivierten Welt erwartet man auch eine entsprechend kultivierte Art der Kommunikation.
Da erwartet man auch Ehrlichkeit in den Beziehungen…

Jesus versuchte dieses Problem wie ein kluger Rabbi zu lösen.
Aber ob er sie überzeugt hat, ist eine andere Frage.
Sie stellten ihm keine weiteren Fragen, dennoch wollten sie ihn nicht annehmen. Deshalb gab es auch bei ihnen keine Bekehrung.

Ich denke, es ist wichtig zu bemerken, mit wem wir es zu tun haben, mit wem wir diskutieren. Welche Einstellung unser Gegenüber zu uns hat ist hier ganz wichtig…
Menschen, die nicht normal und sachlich diskutieren können, werden andere Wege suchen, um uns fertig zu machen. Dann müssen wir auch mit Hass, Spott und vor allem Unehrlichkeit rechnen…

Jesus zeigt durch seine mutige Einstellung, dass man zum Schluss
gewinnen kann. So konnte er Menschen für das Reich Gottes gewinnen. Er schenkt uns eine Botschaft der Hoffnung und Auferstehung.

Meine Lieben, wir sollen unseren Mut nicht verlieren, weil viele Menschen uns kritische Fragen stellen. Wir können auch nicht auf jede Frage und jeder Person eine befriedigende Antwort geben. Aber bleiben wir dem Evangelium Christi treu.
Suchen wir Mut im Leben Christi.
Bleiben wir ehrliche Menschen.
Denn ein ehrlicher Meister ist unser Herr.
Er prägt unser Leben.
Er segne uns, ehrliche Menschen zu bleiben. Amen!

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