only faith helpsEinführung:
Alles was einen Anfang hat, hat auch ein Ende.
Alles was lebt, trägt auch den Keim des Todes in sich.
Nun, da der Jahreskreis zu Ende geht, hören wir apokalyptische Texte.
Diese sind zunächst keine ‚frohe’ Botschaft.
Denn da hören wir von dem Ende der Welt und des Lebens …
Das Ende der Welt, wie es in der Bibel beschrieben wird,
ist kein heftig gezogener Schlussstrich.
Es ist viel mehr ein Übergang, ja ein Neubeginn.
So wie der allmächtige Gott kein Ende hat.
Auf ihn richtet sich unsere Hoffnung.
Ihn preisen wir im Kyrie:

Predigt:
In unserem Leben geschehen viele Dinge.
Es ist auch interessant, dass wir ein und dieselbe Sache unterschiedlich betrachten.
Zum Beispiel: Wenn jemanden ein Unfall überlebt, dann sagen wir:
„Der hatte noch Glück“.
Und wenn es anders läuft, dann sagen wir: „Welch ein Unglück“.
Das heißt, wir beurteilen die Ereignisse nach der eigenen Erfahrung.

Auch die heutigen Lesungen erzählen eine, diesem Sinn gemäße, Geschichte:
In dem Buch Maleachi wird uns von einem besonderen Tag berichtet
– über einen Tag der Entscheidung. Da geht es um Glück und Unglück.
Glück für die Menschen, die an Gott glauben.
Und Unglück für die Überheblichen,
die Gott keinen Platz in ihrem Leben einräumen.
Für Letztere ist es das Ende.
Für die Anderen aber wird die Fortsetzung des Lebens verheißen …
Warum ist es so?

Die Überheblichen sind stolze und starke Menschen.
Sie glauben alles aus eigener Macht erreichen zu können.
Gott und andere Werte spielen kaum eine Rolle in ihrem Leben.
Gott aber sagt, ihre Zeit ist begrenzt.
Ihre Macht hat vor Gott keine Bedeutung.
Ihre ‚ich-bezogene-Welt‘ wird aufhören zu existieren.
Denn Macht ohne Liebe bietet keinen Halt, so lehrt uns Gott.

Andererseits hören wir, wer den Namen Gottes fürchtet hat das ewige Leben.
Das klingt etwas unverständlich und unlogisch in der heutigen Welt,
denn genau diese Menschen werden von anderen als Schwächlinge eingeschätzt, gerade weil sie ihr Vertrauen auf Gott setzen.
Sie suchen in allem und bei allem Tun die Meinung und die Hilfe Gottes
und bleiben am Ende Sieger.
Sie erfahren die vernichtende Kraft des Feuers als Sonne der Gerechtigkeit.
Denn Gott ist ihre Kraft, die unglaubliche Kraft ihres Glaubens …

Auch Jesus spricht darüber im heutigen Evangelium.
Er macht seine Jünger auf den Leidensweg der Glaubenden aufmerksam.
Wer an ihn glaubt,
wird von den Mitmenschen verachtet und als schwach angesehen.
Sie werden kein Lob und keine Anerkennung erhalten,
sogar ihre eigene Familie wird sich gegen sie stellen.
Aber nur auf diesem Weg führt uns Gott zum Heil.
Das Evangelium endet mit dem Satz:
„Ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden und doch wird euch kein Haar gekrümmt. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen“.
Ja, das verspricht Gott allen, die auf ihn hoffen.

Diese Aussagen sind verstandesmäßig nicht zu erfassen.
Der Weg des rationalen Denkens hilft uns nicht weiter.
Aber wenn wir es aus dem Blickwinkel des Glaubens versuchen,
dann bekommen die Worte eine andere und tiefe Bedeutung.
Der Weg des Glaubens ist nicht einfach zu gehen.
Wir brauchen Mut und ein festes Vertrauen auf Gott.
Wir wollen seine Macht in unserem Leben anerkennen und bezeugen.
Wir wollen nicht überheblich leben,
sondern Gott Raum in unserem Leben schenken.
Denn er kann alles ändern und wenden.
Dann wird unser Unglück zu Glück werden.
Der Gott des Lebens segne uns. Amen!
–Thomas Kalathil

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