Eyes of JesusEinführung:
In der Fastenzeit hören wir oft die Botschaft:
„Zerreißt die Herzen!“
Das heißt, dass wir unsere Art zu Denken radikal ändern müssen.
Ja, Fastenzeit ist die Zeit unsere Gewohnheiten zu überprüfen und zu verbessern. Auch sollen wir unsere Mitmenschen nicht mit kritischen Augen betrachten, sondern sie mit barmherzigen Augen anschauen.
Christus verdeutlicht uns das im heutigen Evangelium.
Mit seiner Hilfe wollen wir unsere Herzen zerreißen.

Predigt:
Es war vor einigen Jahren als ich zufällig ein kurzes Video sah:
Ein junger Mann geht auf einer belebten Straße. Er war schlecht gekleidet, ja fast wie ein Bettler. Plötzlich bricht er zusammen und fällt auf die Straße. Viele sehen ihn und gehen vorbei ohne ihm zu helfen.
Im zweiten Teil zeigte das Video denselben Mann an der gleichen Stelle der Straße.
Dieses Mal aber ist er elegant gekleidet.
Wieder bricht er zusammen.
Viele die das mitbekommen, rennen zu ihm und bieten ihm ihre Hilfe an …
Kurz danach sehen wir einen Titel: Kleider machen Leute!

Ja, dieser Fernsehspot war als Werbegag gedacht,
aber sagt er nicht einiges aus über unsere Welt? Über unser Verhalten?
Aussehen ist ein wichtiger Faktor.
Wie oft beurteilen wir Menschen nach ihrem Aussehen!
Kopftuch, Schleier, Burkinis … :
ja, die Kleiderordnung spielt sogar in der Politik eine wichtige Rolle.

Um „Aussehen“ geht es auch in den Lesungen des heutigen Sonntags:
Aber zum Glück enden sie nicht wie in unserem Werbespot!
In der Lesung aus dem Buch Samuel hörten wir:
Gott gibt Samuel den Auftrag einen neuen König für Israel zu weihen.
Samuel bekommt dazu klare Anweisungen Gottes.
Er darf seine Wahl nicht nach dem Aussehen oder aufgrund einer stattlichen Gestalt treffen …
Vielmehr soll er auf das Innerste des Menschen, auf sein Herz schauen.

Samuel ist ein treuer und gehorsamer Prophet und so salbt er David,
den jüngsten Sohn Isais zum König.
Ja, Gott erwählte einen Hirten zum König!

Aussehen spielt bei Gott keine Rolle …
Ja, auch das hören wir im heutigen Evangelium.
Jesus ist unterwegs. Auf dem Weg sieht er einen blinden Bettler und erkennt seine Not. Aber wie reagieren die Jünger?
Sie suchen nach Gründen und fragen:
„Wer hat gesündigt. Er oder seine Eltern?“

Bestimmt hatte Jesus Mitleid mit seinen Jünger und dachte:
Nicht nur dieser Blinde braucht Heilung,
sondern ebenso die, die diesen Menschen mit ihren „Röntgenaugen“ verurteilen, ja, diese herzlosen Menschen bedürfen ebenso der Heilung!
Warum? … Weil sie nach Äußerlichkeiten urteilten …
Dabei vergaßen sie oft die eigene, oftmals dunkle Vergangenheit!

Wie gesagt, auch wir sind nicht viel besser.
Auch wir beurteilen Menschen oft nach dem Aussehen, dem Glauben,
der Sprache, Rasse und Hautfarbe.
Sicherlich nicht alle, aber doch bemerkenswert viele!
Dabei vergessen wir und verkennen wir den Menschen. Oft lassen wir uns täuschen durch ein Auftreten in elegantem Outfit und großartigem Gehabe,
beispielsweise von bekannten Steuersündern, internationalen Kriminellen, (Mafiosi) und vielen der Diktatoren …
Die Weltgeschichte ist reich an Beispielen!

Christus aber lehrt uns eine andere Methode.
Sein Blick sieht alles, er sieht in die Tiefe der Seele und erkennt die innere Not der Menschen und achtet dabei nicht auf Äußerlichkeiten.
Er will den Menschen helfen und sie nicht verurteilen.

Meine Lieben, Jesus erwartet genau das von uns in dieser Fastenzeit.
Ändern wir unsere kritische Art. Hören wir auf andere zu verurteilen.
Dann werden auch wir dazu beitragen eine bessere Welt zu schaffen.
Gott segne uns und schenke uns eine neue Sicht durch
grenzenlose Barmherzigkeit unserer Herzen. Amen!

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