love your churchEinführung:
Gott liebt die Welt so sehr. Das wissen wir und singen wir ab und zu in dem Lied aus dem Gotteslob, Nr. 464. Aber ob wir ihn lieben?… Darum geht es heute…
Liebe kann Leben unterstützen, Beziehungen aufbauen.
Wir sind mit Gott in der Liebe verbunden. Deshalb sind wir hier.
Bitten wir ihn darum, diese Liebe zu stärken.

Predigt:
In der letzten Zeit habe ich in den ‚Sozialen Medien‘ einige verstörende Bilder und Video-Ausschnitte gesehen, die die Zerstörung und Entweihung einiger Kirchen zeigen. Diese Bilder stammten von manchen religiösen fanatischen Gruppen… Sie haben in den Gebäuden randaliert, die Heiligenfiguren und andere liturgische Geräte zerschlagen und vernichtet…
Ich konnte die Bilder nicht lange anschauen…
Das hat mir leidgetan, obwohl ich zu dieser Kirche keine direkte Beziehung hatte. Dennoch dachte ich, dass die Kirche durch meinen christlichen Glauben mit mir verbunden war…

So ist es auch, denn jeder Christ ist froh über eine Kirche. Denn eine Kirche ist nicht nur ein Gebäude. Sie vermittelt manche tiefen Gefühle in mir. Wenn ich die Kirche in meiner Heimat oder die Kirche, wo ich Kaplan war oder die Kirchen in unserer Pfarrgruppe sehe, dann fühle ich mich Zuhause. Der Turm der Kirche, die Glockengeläute, ein Schild auf der Straße, ja, viele erwecken in mir so ein schönes Gefühl. Ich denke, dass es bei euch ebenso sein wird…

In der ersten Lesung hörten wir die Geschichte des Tempels in Jerusalem. Das war die „Kirche der Juden“. Ich denke, man kann es so formulieren. Im zweiten Buch der Chronik geht es um die Zerstörung des ersten Tempels in Jerusalem. Der König Salomo hatte diesen wunderbaren Tempel errichtet. Aber die späteren Könige Israels waren nicht gläubig genug und sie haben die Gebote Gottes verachtet.
Der letzte König Zedekia, der als 21-Jähriger Herrscher wurde, wurde vom König Nebukadnezzar II., Großkönig Babylons, zum König eingesetzt. Aber Zedekia hat den Bund mit Nebukadnezzar gebrochen und das führte zur Zerstörung von Jerusalem.
Der Tempel wurde verbrannt, die Stadtmauer wurde niedergerissen, Menschen wurden entweder getötet oder als Sklaven verschleppt.
Das war eine traurige Wende in der Geschichte Israels…

Warum widerfuhr ihnen so etwas? Dazu gibt es eine einzige Antwort.
Vertrauensbruch – das war die einzige Ursache dieser Missgeschicke.
Nicht nur der König, sondern auch das Volk und vor allem auch die Priester haben den Bund mit Gott gebrochen…

Wir wissen, dass gläubige Menschen eine besondere Kraft haben.
Sie sind mutig, auch wenn das Leben ungerecht und unschön ist.
Aber das Volk Israel hatte leider diesen Glauben verachtet.
Sie entfremdeten sich von Gott…
Ja, ein Volk ohne Gott und Glaube kann sich irren. Ihm fehlen dann die Menschlichkeit und Gottesliebe. Wenn ihm der Glaube fehlt, dann fehlen ihm auch viele gute Werte… Ohne gute Werte wird die Gesellschaft schwach und offen für ihre Angreifer. Das passierte damals in Israel… Das passiert aber auch heute, in vielen Teilen der Welt…

Zum Glück endet die Lesung positiv. Denn König Kyrus will den Tempel wiederaufbauen. Auch er war ein fremder König, ein Perser. Aber er glaubte an den Herrn, den „Gott des Himmels“…
Ja, Gott wirkt auch durch fremde Menschen…

Und wir sehen, dass mit dem neuen Tempel, ein neues Leben in Israel entsteht. Die Menschen leben wieder ihre Hoffnung. Sie kommen zusammen beten ihren Gott an, leben ihre Werte und Freundschaft.
Meine Lieben, die Kirche fragt uns heute; welche Rolle spielt die Kirche in unserem Leben? Prägt sie unser Leben und unsere Gesellschaft? Stehen wir für unsere Kirche mit Leib und Seele ein?
Gott segne uns, unsere Kirchen zu lieben. Amen!

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