ServiceEinführung:
Manche Leute fragen mich, warum ich Priester geworden bin.
Da erzähle ich ihnen folgende Geschichte.
In meiner Kindheit gab es einen sehr beliebten Pfarrer in meiner Heimatpfarrei. Wenn er Hausbesuch machte, dann ging er oft durch die Küche, um zu schauen, ob die Familie etwas zum Essen hat,
ob sie einigermaßen gut leben und sich ausreichend ernähren kann.
Ja, dieses Erlebnis einer herzlichen Fürsorge hat in mir zuerst die Sehnsucht geweckt Priester zu werden …
Die Welt heute ist modern geworden, aber ihre Probleme sind ungelöst. Armut, Krieg, Krankheit, Ausbeutung gibt es immer noch.
Sicher, wir können all das nicht ändern. Aber wenn wir einem Menschen helfen, dann helfen wir auch denen, die mit ihm verbunden sind… Dienst an Gott wird nur dann gerecht, wenn wir auch Menschen dienen. Für unsere Fehler bei diesen ‚Diensten‘ bitten wir Gott um sein Erbarmen:

Predigt:
„Ein Geistlicher, der vielleicht viel Theologie studiert hat
und vielleicht ein, zwei oder drei Studienabschlüsse hat,
aber nicht gelernt hat, das Kreuz Christi zu tragen, nützt nichts.
Er ist vielleicht ein guter Akademiker,
ein guter Professor, aber kein Priester.“
Diese Worte stammen nicht von Kirchenkritikern unserer Zeit,
sondern vom Papst Franziskus.
Am 7. Mai, am letzten Sonntagvormittag predigte er das
im Petersdom anlässlich der Priesterweihe von
zehn Priesteramtskandidaten und betonte, dass die Priester
nicht Karriere machen, sondern ihren Dienst tun sollen.

Dies ist die klare und selbstverständliche Botschaft unseres Papstes.
Der wesentliche Charakter der Kirche liegt im Dienst.
Gott und Menschen dienen: das ist ihre wichtigste Aufgabe.
Nur so ist der Dienst an Gott und den Menschen ausgewogen.
Es ist uns bekannt,
dass die Kirche von zwei Tischgemeinschaften spricht.
Der Erste Tisch ist in der Kirche:
Da verkündet man das Wort. Dort nimmt man Teil am Leib des Herrn.
Von diesem ersten Tisch sollen die Christen zum zweiten Tisch gehen.
Dieser zweite Tisch ist der Tisch des Dienstes, der in der Welt ist.
Erst in dieser Verbindung erkennt man die Not der Menschen.
In der Kraft der Gemeinschaft handelt der Gläubige,
um das Leiden der Welt zu lindern.

Warum lehren die Apostel so etwas?
Notleidende Menschen gab es auch damals, in der Anfangsphase der Kirche. Die Apostel haben das gesehen und entsprechend gehandelt.
Sie erkannten, dass der Dienst an diesen Menschen einer ihrer wichtigen Aufgabe ist und sie fanden eine Lösung,
in dem sie sieben Männer auswählten und zu Diakonen weihten.
Menschen mit Charisma und Hingabe sollten diesen Auftrag erfüllen.
Denn es war auch ein Dienst im Glauben.

Auch in der heutigen Welt gibt es noch viele, ja zu viele arme Menschen.
Viele von ihnen bekommen Hilfe und die Kirche spielt hier eine wichtige Rolle. Viele Charismatische Menschen setzen sich im Vorder- und Hintergrund dafür ein. Sie wiederum bewegen andere Menschen ebenfalls tätig zu werden und bringen dabei auch ihre eigenen Opfer. Die Welt wäre anders aussehen ohne solche Menschen und
ihre christliche Fürsorge. Auch im Evangelium hören wir von der Fürsorge Christi. Es ist eindeutig und klar, wenn er verspricht, dass er einen Platz für uns vorbereiten wird…
Das ist seine große und wunderbare Gabe an uns, seine Gläubigen.

Meine Lieben, wir sollen, wie Petrus es sagt, lebendige Steine werden.
Steine selbst haben kein Leben in sich. Aber sie werden lebendig, wenn sie im Gottes Hilfe und in der Liebe zusammenwachsen.
Wir sind seine Steine im Dienst und in der Liebe.
Möge unser Glaube uns zum handelnden Menschen machen. Amen!

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