Always a ChanceEinführung:
Liebe ist ein großes Gefühl, das den Menschen in seinem Innersten berührt. Daran erinnert Johannes in seinem Brief.
Gute, gesunde Beziehungen sollen in der Liebe wachsen und die Menschen verbinden.
Ja. Die Lesungen des Sonntags fragen uns über unsere Liebe, unsere Verbundenheit… Manchmal haben wir dabei auch versagt.
Bitten wir um die Gnade Gottes, damit wir in der kommenden Woche mehr lieben, tiefer verbunden bleiben, um so mehr Frucht zu bringen:

Predigt:
Als Seminarist hatten wir ab und zu die Gelegenheit „Gefängnis-Dienste“ zu machen. Eine bis zwei Wochen unserer Sommerferien haben wir geopfert, um verschiedene Gefängnisse zu besuchen und dort Gottesdienste zu feiern. Dort haben wir Lieder gesungen, Theater gespielt und vor allem sind wir mit den Insassen ins Gespräch gekommen.
Bei diesen Gesprächen sagten uns manche mit Traurigkeit und in Enttäuschung, dass sie ihr Leben ändern wollen, wenn sie ihre Strafe abgesessen haben. Aber viele hatten auch Angst, dass die Welt, die Menschen draußen sie meiden werden. Denn sie hatten oft diesen Spruch gehört:
„Wenn du einmal kriminell warst, bleibst du immer kriminell.“

Ja, das ist leider so. Denn wir haben verschiedene Ängste und aus diesen heraus bilden sich unsere Vorurteile. Mit diesen Vorurteilen werden wir Menschen, die etwas Falsches tun, ausgrenzen. Die Betroffenen werden einsam und fühlen sich verlassen.

Auch Paulus durchlebte eine solche Zeit…
Er war ein berühmter Mensch…hatte Macht und war sehr bekannt. Aber nach der unerklärlichen Begegnung mit Jesus wurde er von den Menschen gemieden, ja, sie hatten Angst von ihm.
Sie wussten, wer er war und kannten seine Vergangenheit.
Jemand, der vorher ein Verfolger der Christen war, sucht nun Annäherung an die Christen.
Das konnten viele nicht glauben und schon gar nicht verstehen.

Ich denke, das war eine sehr schwere Zeit für Paulus.
Aber Gott schickt ihm einen Helfer.
Barnabas zeigt Mut und bringt ihn zu den Aposteln.
Barnabas: der Name bedeutet ‚Sohn des Trostes‘.
Ja, in dieser Situation stimmt es wirklich…
Seine Hilfe war ein großer Trost für Paulus.
Was wäre Paulus ohne Barnabas und seine Hilfe?
Das können wir nicht genau sagen. Aber seine Hilfe zu diesem richtigen Zeitpunkt schenkte uns, schenkte der Kirche,
einen großen Zeugen für Christus.
Paulus spricht meistens positiv über Barnabas,
obwohl sie später getrennte Wege gingen…

Wäre Barnabas und auch andere Apostel dem Paulus mit Vorurteilen begegnet, wäre die Geschichte anders gelaufen. Aber hier zeigten sie eine große Offenheit. Barnabas und die Apostel sind Beispiele dafür, dass man niemand wegen seiner Vergangenheit verkennen darf.

Auch in unserer Zeit erleben viele Menschen etwas anderes.
Menschen werden ausgegrenzt wegen ihrer Hautfarbe, der Religion, der Sprache und auch wegen einer unschönen Vergangenheit…
Die Worte der Insassen in den Gefängnissen erinnern mich immer wieder an diese unsere Ängste und Vorurteile.

Natürlich muss man auch auf sich aufpassen.
Es gibt Menschen, die unsere Gutmütigkeit ausnützen.
Aber jeder muss das Recht und die Möglichkeit haben sich zu bessern.
Menschen sollen diese Chance nicht verpassen, nur weil wir in dieser Beziehung passiv sind. Barnabas ist für uns ein Beispiel.
Wir können vielleicht Menschen Wege aufzeigen, sie zu Menschen oder Einrichtungen begleiten, wo sie professionelle Hilfe bekommen können. Vor allem aber sollten wir Menschen ohne Vorurteile begegnen.
Dafür sind uns Barnabas und Paulus große Vorbilder.
Dazu gebe uns Gott seinen Segen. Amen!

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