Prayer is the magical Key
Einführung:
Der Glaube an Gott soll Menschen ermutigen und Hoffnung schenken. Er soll den anderen nicht demütigen oder gar vernichten.
In der ersten Lesung jedoch hören wir etwas anderes:
Stephanus wurde wegen seines christlichen Glaubens gesteinigt. Ja, das war Intoleranz im Namen Gottes…
Auch die heutige Welt ist nicht viel besser.
Populistische Gedanken und menschenfeindliche Weltanschauungen gewinnen Macht über uns.
Das sagen uns die Ergebnisse der letzten Europawahl.
Und sie wecken in uns viele Fragen.
Wohin gehen wir? Was ist unser Menschenbild? Wie wirkt unser Glaube? Sind wir dadurch offene und herzliche Menschen geworden? Bitten wir um einen Geist der Wahrheit und Klarheit:

Predigt:
Beide Lesungen, die wir heute gehört haben, erzählen uns von Gebeten. Und beide waren Abschiedsgebete…
Stephanus betete zum letzten Mal zu Gott.
Auch Jesus sprach sein langes Abschiedsgebet vor seiner Passion.

Wir sehen hier zwei Menschen mit unterschiedlichen Anliegen.
Einer steht direkt vor seinem Tod. Der andere sieht und erkennt,
dass sich seine letzte Stunde nähert.
Beide befinden sich in Schwierigkeiten und inmitten ihrer Feinde.
Der eine sieht und hört wütende und schreiende Menschen.
Der andere sieht Feinde, die ihn bald verhaften werden.
Dennoch Beten sie ohne Vorwurf und Enttäuschung.
Sie beten für andere.
Sie waren nicht verstört und haben ihren Gott nicht aus dem Blick verloren.
Bei uns ist es meistens anders. Wir verlieren oft die Kontrolle über uns und das Gleichgewicht, wenn etwas Außergewöhnliches passiert.
Das muss keine große Sache sein.
Dazu kann ich euch ein Beispiel aus meinem Leben erzählen.

Bei einem Besuch bei meinem Freund, musste ich einmal in einem Zimmer neben dem Glockenturm übernachten.
Glocken sind schön zu hören… Aber wenn sie auch in der Nacht, zu jeder Viertelstunde schlagen, ist es nicht so angenehm…
Und das Ergebnis… in der ersten Nacht konnte ich kaum ein Auge zu tun. Es war sehr ärgerlich. Ja, so ist es manchmal im Leben.

Wir beten seit Jahren und Jahrzehnten…
Trotzdem, wenn etwas Unerwartetes in unserem Leben passiert, fühlen wir uns doch verloren.
Dann werden wir schwach, hadern mit Gott und den Menschen.
Wir werden ungeduldig und unruhig.

Stephanus und Christus lehren uns etwas anderes:
Wir sollen nicht allein für unsere Erfolge beten.
Auch wenn wir Rückschläge erleben, sollen wir unseren Glauben an das Gebet nicht verlieren, denn Gebet stärkt uns.
Es öffnet uns einen neuen Himmel.

Das bedeutet, wir sollen immer wieder neu lernen zu beten…
Dazu müssen wir nicht in einer Kirche sein.
Wir können beten, wenn wir unterwegs sind, putzen, kochen, oder auch wenn wir etwas Schönes erleben…
Ja, beten können wir überall… Beten hilft uns…
Wenn uns ‚viele Türen im Leben zugeschlossen‘ werden,
wird uns eine andere Tür geöffnet.
Das Gebet ist der ‚magische Schlüssel‘ dafür…

Meine Lieben,
unsere Kirche braucht in dieser Zeit viel mehr Gebet.
Manchmal denke ich, dass wir unseren Glauben an das Gebet verloren haben…
Kein anderes Mittel außer dem Gebet kann unsere Probleme in der Kirche lösen…
Das Gebet ist kräftiger und mächtiger als alle unsere menschlichen Methoden. Lernen wir wieder den Glauben an das Gebet…

In diesen Tagen bereiten wir uns auf das Pfingstfest vor.
Wie dringend brauchen wir den Heiligen Geist in der Kirche.
Nur er kann unsere Kirche erneuern und stärken.
Wenn wir diesen Geist haben, dann können wir wie Stephanus und Jesus unbeirrt beten und neuen Mut im Leben gewinnen.
Dazu segne uns Gott. Amen!

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