Mary, graceful life for others
Einführung:
„Zum Geburtstag viel Glück…“
So singen wir für unsere Lieben, um ihnen zu gratulieren…
Die Kirche feiert heute den Geburtstag der Mutter Gottes.
Wir müssen ihr kein Geburtstagslied singen und kein Glück wünschen, denn sie ist unser „Glück“.
Sie schenkte uns Christus, unsere Hoffnung, unsere Freude und unser Heil… Mit Maria wollen wir in diesem „Glück“ – mit Christus leben… Darum bitten wir im Kyrie-Ruf:

Predigt:
Geburtstage habe ich eigentlich nie groß und in besonderer Weise gefeiert. Es gab einige Gründe dafür.
Zunächst war es in meiner Kindheit nicht üblich.
Wir haben damals zu unseren Geburtstagen neue Kleider und vielleicht Süßigkeiten oder ähnliches bekommen. Eine Feier gab es damals nicht.
Heute ist es anders… Auch bei uns wird schon der erste Geburtstag gefeiert.

Ein zweiter Grund war, dass ich im April geboren wurde:
April ist bei uns die Ferienzeit. Deshalb haben die wenigsten von meinem Geburtstag etwas erfahren. Die gleiche Situation war auch im Priesterseminar, bis ich nach Innsbruck kam. Dort waren wir auch im April zu Hause, d.h. im Seminar – und haben den Tag mit Freunden und einigen indischen Familien gefeiert.

Aber ein mir unvergesslicher Geburtstag war vor 4 Jahren…
Als ich 40 wurde haben mich meine Freunde in meiner früheren Pfarrei, in Oppenheim und Nierstein, überredet zu feiern.
Ich stellte aber einige Bedingungen. Ich wollte keine persönlichen Geschenke. Falls die Gemeinde mir etwas Gutes tun wolle, bat ich darum Geld zu sammeln, um die OP eines herzkranken Mädchens in meiner Heimat zu finanzieren.
Eine weitere Bedingung war, dass wir den Gottesdienst ganz schlicht und einfach gestalten.
Diese Wünsche wurden akzeptiert und am Ende des Tages wurden mir rund 2000 Euro für das Kind überreicht und ich konnte damit die Operation finanzieren.
Das Mädchen ist ganz gesund geworden und wir haben heute – im wahrsten Sinne des Wortes – eine herzliche Bindung…

An jenem Tag habe ich mich wirklich über meinen Geburtstag gefreut.
Ich fühlte: „Mein Geburtstag hat einen Sinn bekommen…“
Natürlich, mein priesterliches Leben hat seine Erfüllung.
Aber dieser Geburtstag war doch etwas Besonderes…

Wir feiern heute die Geburt Mariens. Sie war ein ganz einfaches Mädchen. Ihre Geburt aber hatte eine wichtige Bedeutung für die ganze Welt. Sie war berufen um den Menschen Christus zu schenken… Dazu hatte Gott sie auserwählt.
Sie hat es verstanden, dass jede Geburt und jedes Leben ein Sinn hat und ihr Dasein darauf ausgerichtet.

Maria war immer für andere da.
Das erfahren wir an viele Stellen in der Heiligen Schrift.
Sie war da für Elisabeth.
Sie war da für die Familie in Kana, genau im richtigen Moment.
Sie stand auch unter dem Kreuz ihres Sohnes und hat ihn ermutigt.
Sie war bei den Jüngern Jesu, um mit ihnen zu beten.
Ihr Leben begann mit der Erfüllung des Heiligen Geistes und
endete mit dem Pfingsterlebnis.
Ein wunderbare Fügung Gottes!

Meine Lieben, Maria lehrt uns dem Sinn unserer christlichen Berufung zu folgen. Denn wir sind berufen für andere da zu sein.
Sei es in und für unsere Familien, am Arbeitsplatz oder auch in unserem Gemeindeleben…
Mit Maria als Vorbild wollen wir ein erfülltes Leben führen,
ein Leben im Heiligen Geist und ausgerichtet auf Gott unseren Vater.
Gott ist unsichtbar…
Machen wir ihn sichtbar durch unser Leben,
so erhält unser Dasein seinen Sinn.
Mit Maria wollen wir Gott loben und danken, dass uns ein solch
wunderbares Leben geschenkt wurde.
Gott segne uns durch die Fürsprache der Gottesmutter Maria. Amen!

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