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4. Sonntag der Fastenzeit – 1 Sam 16, 1b. 6-7.10-13b_Joh 9, 1-41

Eyes of JesusEinführung:
In der Fastenzeit hören wir oft die Botschaft:
„Zerreißt die Herzen!“
Das heißt, dass wir unsere Art zu Denken radikal ändern müssen.
Ja, Fastenzeit ist die Zeit unsere Gewohnheiten zu überprüfen und zu verbessern. Auch sollen wir unsere Mitmenschen nicht mit kritischen Augen betrachten, sondern sie mit barmherzigen Augen anschauen.
Christus verdeutlicht uns das im heutigen Evangelium.
Mit seiner Hilfe wollen wir unsere Herzen zerreißen.

Predigt:
Es war vor einigen Jahren als ich zufällig ein kurzes Video sah:
Ein junger Mann geht auf einer belebten Straße. Er war schlecht gekleidet, ja fast wie ein Bettler. Plötzlich bricht er zusammen und fällt auf die Straße. Viele sehen ihn und gehen vorbei ohne ihm zu helfen.
Im zweiten Teil zeigte das Video denselben Mann an der gleichen Stelle der Straße.
Dieses Mal aber ist er elegant gekleidet.
Wieder bricht er zusammen.
Viele die das mitbekommen, rennen zu ihm und bieten ihm ihre Hilfe an …
Kurz danach sehen wir einen Titel: Kleider machen Leute!

Ja, dieser Fernsehspot war als Werbegag gedacht,
aber sagt er nicht einiges aus über unsere Welt? Über unser Verhalten?
Aussehen ist ein wichtiger Faktor.
Wie oft beurteilen wir Menschen nach ihrem Aussehen!
Kopftuch, Schleier, Burkinis … :
ja, die Kleiderordnung spielt sogar in der Politik eine wichtige Rolle.

Um „Aussehen“ geht es auch in den Lesungen des heutigen Sonntags:
Aber zum Glück enden sie nicht wie in unserem Werbespot!
In der Lesung aus dem Buch Samuel hörten wir:
Gott gibt Samuel den Auftrag einen neuen König für Israel zu weihen.
Samuel bekommt dazu klare Anweisungen Gottes.
Er darf seine Wahl nicht nach dem Aussehen oder aufgrund einer stattlichen Gestalt treffen …
Vielmehr soll er auf das Innerste des Menschen, auf sein Herz schauen.

Samuel ist ein treuer und gehorsamer Prophet und so salbt er David,
den jüngsten Sohn Isais zum König.
Ja, Gott erwählte einen Hirten zum König!

Aussehen spielt bei Gott keine Rolle …
Ja, auch das hören wir im heutigen Evangelium.
Jesus ist unterwegs. Auf dem Weg sieht er einen blinden Bettler und erkennt seine Not. Aber wie reagieren die Jünger?
Sie suchen nach Gründen und fragen:
„Wer hat gesündigt. Er oder seine Eltern?“

Bestimmt hatte Jesus Mitleid mit seinen Jünger und dachte:
Nicht nur dieser Blinde braucht Heilung,
sondern ebenso die, die diesen Menschen mit ihren „Röntgenaugen“ verurteilen, ja, diese herzlosen Menschen bedürfen ebenso der Heilung!
Warum? … Weil sie nach Äußerlichkeiten urteilten …
Dabei vergaßen sie oft die eigene, oftmals dunkle Vergangenheit!

Wie gesagt, auch wir sind nicht viel besser.
Auch wir beurteilen Menschen oft nach dem Aussehen, dem Glauben,
der Sprache, Rasse und Hautfarbe.
Sicherlich nicht alle, aber doch bemerkenswert viele!
Dabei vergessen wir und verkennen wir den Menschen. Oft lassen wir uns täuschen durch ein Auftreten in elegantem Outfit und großartigem Gehabe,
beispielsweise von bekannten Steuersündern, internationalen Kriminellen, (Mafiosi) und vielen der Diktatoren …
Die Weltgeschichte ist reich an Beispielen!

Christus aber lehrt uns eine andere Methode.
Sein Blick sieht alles, er sieht in die Tiefe der Seele und erkennt die innere Not der Menschen und achtet dabei nicht auf Äußerlichkeiten.
Er will den Menschen helfen und sie nicht verurteilen.

Meine Lieben, Jesus erwartet genau das von uns in dieser Fastenzeit.
Ändern wir unsere kritische Art. Hören wir auf andere zu verurteilen.
Dann werden auch wir dazu beitragen eine bessere Welt zu schaffen.
Gott segne uns und schenke uns eine neue Sicht durch
grenzenlose Barmherzigkeit unserer Herzen. Amen!

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2. Februar – Darstellung des Herrn

Presentation of our lordEinführung:
Licht spielt eine große Rolle in unserem Leben.
Wir schlafen gerne, aber jeder Mensch ist froh, wenn die Sonne wieder scheint. Denn das Tageslicht macht uns aktiv.
Licht kann aber auch schädlich sein: das merken wir im Hochsommer, wenn die Sonne richtig auf der Haut brennt.
Heute, am Fest der Darstellung des Herrn begrüßen Menschen Christus als das Licht, das den Menschen Freude und Leben verheißt.
Damals führte er Menschen – Alt und Jung – zusammen.
Diesen Gott der Gemeinschaft begrüßen wir im Kyrie:

Predigt:
„Ältere Menschen sehen schlecht, hören schlecht. So taugen sie nichts“. In der Debatte im Bereich der Verkehrspolitik oder des Gesundheitswesens halten manche Menschen diese Meinung für richtig. Und der erste Teil der Aussage stimmt ja auch manchmal. Denn wenn man älter wird, dann läuft alles nicht so glatt, wie in der Jugendzeit. Dann brauchen wir mehr Zeit, mehr Kraft und Anstrengungen.
Aber das heißt nicht, dass ältere Menschen schlecht sind.
Denn auf der anderen Seite haben sie mehr Erfahrungen.
Älter werden heißt nicht nur, dass man viele Jahre gelebt hat.
Es heißt außerdem, dass man mit der Zeit immer reifer wird.
Reife Menschen sehen Dinge mit gewisser Gelassenheit und Ruhe.
Sie werden im Leben nicht aufgeben. Denn sie wissen, dass man doch für viele Probleme mit Zeit und Ruhe eine Lösung finden kann.

Simeon und Hanna – die einzige Frau, die das Neue Testament als Prophetin bezeichnet – sind solche Menschen. Beide waren ältere Menschen. Aber sie haben ein Ziel im Leben verfolgt. Und zu diesem Ziel kamen sie, als sie das Jesuskind mit seinen Eltern sahen.

Sehen ist nur das eine. Aber erkennen, wer dieses Kind ist, ist das Wichtigste. Es waren bestimmt viele Priester und Tempeldiener damals in Jerusalem. Aber die Bibel berichtet von diesen zwei Personen – Simeon und Hanna. Nur sie sehen und erkennen den Messias in Jesus… Nur sie begreifen aus der Menge, dass diese Familie eine besondere Aufgabe hat. Kann man jetzt sagen, dass ältere Menschen nicht gut sehen und nicht richtig reagieren?

Eine allgemeine Aussage zu machen ist echt schwierig.
Aber Simeon und Hanna beweisen das Gegenteil…

Wie wir im Hebräerbrief gehört haben, kam Christus auf die gleiche Weise wie wir Menschen auf die Erde. Daher war es nicht einfach für die Menschen, ihn als Christus zu erkennen.
Simeon und Hanna aber hatten die Offenbarung Gottes.
Sie waren alt, hatten aber den tiefen Blick,
weil sie vom Geist Gottes geführt waren.
Sie sahen nicht nur mit ihren Augen, sondern auch mit ihren Herzen.
Sie sahen nicht nur mit ihrem Wissen, sondern mit ihrem Verstand.
Nicht die Rituale, sondern der Glaube war ihr Licht.

Sie waren ehrliche Menschen. Deshalb sprachen sie auch die Wahrheit. Deshalb spricht Simeon aus, dass Christus als der Messias seinen Leidensweg vor sich hat. Er mahnt Maria, den Weg ihres Sohnes mitzugehen.

Hier sitzen junge und ältere Menschen.
Woran erkennen wir, dass wir erwachsene Menschen sind?
Nicht die grauen Haare, sondern unsere lichtreichen Taten sollen das beweisen. Unser reifes Handeln soll dafür ein Zeichen sein.

Macht Freude und Wahrheit unser Leben heller?
Dann werden wir Gott sowohl in kleinen Menschen und als auch in alltäglichen Ereignissen erkennen. Gott segne uns, in der Weisheit Gottes zu wachsen und zu reifen. Amen!

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4. Sonntag im JK A – Mt 5, 1-12a

you are holyEinführung:
Demut ist das Thema, das wir heute in den Lesungen wiederholt hören.
Es sind Situationen in denen sich Menschen oft ohnmächtig, ja hilflos vorkommen.
Demut aber wandelt sich in Mut, wenn Gott mit uns ist.
Mut zum Leben, Mut zur Liebe, Mut zur Hoffnung,
Mut zum Frieden…
Versuchen wir in Gott mutige Menschen, aber zugleich
demütige Menschen zu sein.
Bitten wir um das Erbarmen Gottes:

Predigt:
Wer arm oder traurig ist, wer schwach oder hungrig ist,
dieser Mensch steht im Ruf kein Glück zu haben.
Denn ihm fehlt vieles – oder alles, was ihm Freude bereiten könnte.

Jesus aber nennt solche Menschen „SELIG“.
So eine Aussage ist für die heutige Welt unbegreiflich.
Aber dies ist die Logik Gottes.

Wie kann Jesus solche Menschen selig preisen, die nichts haben?
Ja, Jesus sieht die Dinge unter einem anderen Aspekt.
Die Menschen, die leiden, die trauern, die hungern und dürsten,
haben im Angesicht der Welt wenig Wert und Ansehen,
aber sie genießen im Angesicht Gottes eine größere Würde.
Jesus bezeichnet sie auch nicht als Sünder,
auch das ist eine wichtige Botschaft.
Denn die Vorstellung der Menschen damals war, dass Sünder nicht den Segen Gottes empfangen können. Dadurch lebten sie in Missachtung und Armut. Wieder andere dachten, dass Menschen in Armut und Krankheit nicht unter dem Segen Gottes standen. Von welcher Seite aus man die Angelegenheit auch betrachtete,
Jesu’ Aussagen blieben unverständlich

Die meisten Menschen, die Jesus folgten, waren für die damalige religiöse Führungsschicht einfache Sünder. Dennoch kamen sie zu ihm, um ihn zu hören. Sie erlebten Erleichterung und Freude in seiner Nähe. Denn seine Worte waren ermutigend… Seine Worte waren tröstend… seine Botschaft war immer eine frohmachende Botschaft für ihr Leben.

Das bedeutet nicht, dass seine Worte immer ohne Kritik waren.
Nein. Seine Lehre hinterfragte indirekt ihren Lebensstil.
Bestimmt haben die vielen Menschen die seine Worte hörten,
später in ruhigen Stunde über diese Fragen nachgedacht:
„Lebst du selig?“ „Lebst du mit Gott verbunden?“…
Jesus fragte es nicht direkt.
Aber seine Botschaft ging klar in diese Richtung.

Und seine Reden haben den Menschen geholfen ihre Lebensgewohnheiten zu korrigieren. Dabei wurden sie niemals diskriminiert oder um ihre Hoffnung betrogen.
Die Menschen kamen nach wie vor gerne um Jesus zu hören.

Meine Lieben,
auch unsere Aufgabe ist es die Menschen mit Worten und Werken zu stärken, nicht zu entmutigen. Wir müssen ihnen helfen Hoffnung und Freude in ihrem Leben wiederzufinden. Die Botschaft Gottes soll ein Spiegel für ihr und unser Leben werden. Gleichzeitig soll sie helfen, auch in den schweren Zeiten, Gott als Hoffnung zu empfinden,
nicht wie ein Richter, der alles falsch und sinnlos be- oder verurteilt.

Meine Freunde,
Können wir den Hoffnungslosen Hoffnung schenken?
Sind wir Wegweiser für die Menschen, die im Leben keinen Ausweg mehr sehen? Helfen wir Menschen wirklich?
Dann werden auch wir selig sein…
Dann werden wir die wahren Apostel Gottes.
Gott segne uns, damit wir Menschen ermutigen können. Amen!

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