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14. September – Fest der Kreuzerhöhung – Meditation und Predigt


1. Meditation: Der Blick

Meine Lieben,
heute feiern wir ein Fest – „Fest der Kreuzerhöhung“. Kann man eigentlich Kreuze feiern? Ist es so etwas wie Schadenfreude – oder können wir etwas Positives über das Kreuz hinaus sehen? …

Um dies etwas besser zu verstehen brauchen wir oft eine Wiederholung, eine intensive Beschäftigung. Ich lade Sie deshalb alle ein das Kreuz anzuschauen. Nehmen sie das Kreuz fest in den Blick…
Was sehen wir dort? Was sehe ich -:
Ein Mensch der ungerecht verurteilt worden ist?
Einen verlassenen Menschen? Einen Menschen der kämpft?
Einen Menschen, der vor der Welt, vor seinen Angehörigen erniedrigt, entwürdigt und bloßgestellt wurde?
Einen gebundenen, festgenagelten Menschen, der sich nicht rühren kann?
Einen Menschen, der seiner Freiheit beraubt wurde?
Oder einen Menschen der tot ist?

– Stille –

Wir sehen hier am Kreuz keinen triumphierenden Menschen. Das Leben Jesu war – zumindest aus Sicht der Welt / aus der Sicht seiner Feinde – kein Erfolg. Aber in all dieser „Schwäche“ zeigt uns Jesus etwas, er verkündet, dass er diese Schmerzen für die Liebe, für die Liebenden, aber auch für die Feinde erträgt. Das bedeutet ‚Kreuz’ für Jesus.

Gebet: Jesus Christus, du hast das Kreuz auf dich genommen und zeigst uns den Mut für den Glauben, für deine feste Überzeugung alles preis zu geben. Deine Würde, dein Ansehen, deine Freude, deine Freiheit…
Wir sehen in der heutigen Welt viele leidende Menschen, wie dich. Hilf uns unseren Blick zu ändern und diesen Menschen zu helfen.

2. Meditation: Einander stärken

Was sehen wir wirklich am Kreuz?
Ein Holz, das den verurteilten Menschen trägt?
Einen Menschen, der am Baum, am Holze hängt…

Christus, war ein Mensch, der vielen Menschen geholfen hat.
Aber am Ende erlebte er eine große Einsamkeit.
Seine Jünger – außer Johannes und einigen Frauen – verlassen ihn.
Nur ein Baum, ein Kreuz ist da, an das er anlehnen kann.
Einige Verbrecher sind seine letzte Gesellschaft.

Die Dornenkrone bereitet ihm Schmerzen. Eine Lanze durchbohrt seine Seite. Aber die undankbaren Menschen, ihre List, der Verrat durch seinen Jünger Judas, Petrus und die anderen, die moralisch entgleisten Pharisäer und religiösen Führer Israels, sie alle bereiten ihm mehr Schmerzen…

– Stille –

Kreuz ist kein Grund zur Freude. Um uns herum sehen wir viele Menschen: Menschen, die in ihren Schmerzen völlig allein gelassen worden sind… sie fühlen sich – und leben wie gekreuzigt. Wir singen und beten in der Kirche. Diese Gemeinschaft gibt uns den Sinn, wenn wir für Menschen ‚Baum’ werden können; wenn wir einander den Rücken stärken…

Wir zünden eine Kerze an und wollen beten: Gott unser Vater, wie eine Frage steht dein Kreuz aufrecht vor uns. Es stellt auch uns viele Fragen… Wir suchen vernünftige Antworten auf diese Fragen, aber oft sind wir ahnungslos und sprachlos. Nimm diese Kerze als Symbol für viele Menschen, die leiden, die gedemütigt worden sind, die einsam sind, die schwach sind, die sich in Religion und Glaube allein gelassen fühlen, die ungerecht verurteilt worden sind. Hilf uns unsere Fehler und Passivität zu ändern.

Predigt:
Wir haben es bestimmt alle mitbekommen, dass die IFA – die Internationale Funkausstellung – am letzten Mittwoch in Berlin zu Ende gegangen ist. Wie in jedem Jahr gab es wieder viele interessante Entwicklungen im Bereich von Smartphone und Konnektivität der Haushaltgeräte die im Mittelpunkt der Ausstellung standen. Zum Beispiel die Kühlschränke kann man in der Zukunft mit unseren Smartphones überwachen und man kann sehen, was man einkaufen muss. Oder man kann die Wohnung durch Roboter vor Einbrechern sichern… Ja, solche Erfindungen sind recht interessant und können unser Leben manchmal erleichtern. In der Zukunft kann man – wie ein Magier – vieles nur mit einer Handbewegung erledigen…

Aber trotz einer sich derart rasant entwickelnden Technik werden wir im konkreten Leben immer wieder auf Hindernisse stoßen.
Auch die Kirche wird keine einfache Zukunft haben. Wie soll man in einer solch technisierten Gesellschaft noch über das Kreuz und Leid in unserem Leben sprechen. Die Sozialpsychologie sagt, dass der Mensch einen gewissen Abstand zu den Themen Leid und Schmerz entwickeln wird. Und natürlich, nur noch wenige Menschen werden die siegreiche Seite des Kreuzes verstehen können.
Das Leid ist kein willkommener Gast bei den Menschen.
Dieser ist beständig auf Suche nach einer schmerzfreien Zone und nach seiner grenzenlosen Freiheit. Deshalb bekämpft er auch seine Schmerzen mit allen nur möglichen medizinischen Behandlungen.

Aber hierzu gibt es doch etwas Interessantes. Der Mensch will nur an sich selbst keine Schmerzen erfahren. Er sucht und findet aber eine Art Freude daran, wenn er Anderen Leid zufügen kann. Die vielen „Gewaltspiele“ sind nur ein Zeichen dieser seltsamen charakterlichen Entwicklung der Menschheit.
Denkt ihr, dass dies ein Problem der modernen Welt ist? Das ist falsch, es ist kein neuer Trend. Zum Beispiel gegen Ende des zweiten Weltkrieges bombardierten amerikanische Flugzeuge Nagasaki und dabei wurden mehr als 100.000 Zivilisten getötet. Kurz danach ergab eine Umfrage unter der amerikanischen Bevölkerung, dass weniger als fünf Prozent der Meinung waren, diese Waffen hätten nicht benutzt werden sollen, während 23 Prozent der Meinung waren, wesentlich mehr davon hätten Verwendung finden sollen! Warum haben so viele Menschen einer mutwilligen Tötung unschuldiger Opfer zugestimmt? Der Grund war der, dass die Amerikanern abwertende und negative Gefühle gegen das japanische Volk entwickelt hatten und diesem daher noch weiteres Leid wünschten. Ja, der Mensch ohne Vernunft kann oft schlimmer sein als manche Tiere. Dieser Unmensch freut sich, wenn der Andere leidet.

Das heißt Schmerzen, die man am eigenem Leibe erträgt tun weh, während die Schmerzen der Anderen in uns sogar eine gewisse Freude auslösen können. Deswegen spitzen wir oft unsere Ohren, sprechen gerne über Abwesende und zeigen ein großes Interesse an Gerüchten. Leid der anderen ist Spaß für viele…
Alle Weltreligionen, seien es Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam beschäftigen sich, trotz ihrer Verschiedenheit, aber auch einigen Gemeinsamkeiten, mit dem menschlichen Elend, Krankheit, Sterben, Trauer und Erlösung auf unterschiedliche Weise.
Sie alle lehren, dass es in der Welt gewisse Leidensphasen gibt und Gott den Menschen zu Hilfe kommt um sie davon zu erlösen. Im Gegensatz hierzu lehren uns viele Philosophien, dass wir selbst gegen unsere Leiden kämpfen müssen.
Nur Christus lehrt uns das Kreuz bewusst anzunehmen, ja zu umarmen. Er ist der Einzige, der für uns und mit uns das Kreuz trägt und so zum Vorbild geworden ist.
Er leistete kein Widerstand, sondern fand einen Sinn im Leiden.
Das heißt nicht, dass er das Kreuz blind angenommen hat. Nein, er wusste wofür er litt und wofür er starb.
Durch dieses positives Annehmen fühlte er das Leiden nicht massiv oder als Ende. Daher führt dieses Fest der Kreuzerhöhung uns Jesus als den Christus, den Sieger und Retter vor Augen. Denn er hat die Verführungen des Lebens besiegt. Die Auferstehung war seine Belohnung. Christus und sein Kreuz lehrt unsere Welt: es gibt in der Welt nichts umsonst, ohne Bemühungen und Einsatz kann man nichts erreichen.

Wenn wir bereit sind für unser Ziel, für die Mitmenschen, für den Glauben Risiken einzugehen, dann werden wir auch Momente des Triumphes in unserem Leben erfahren. Hier gibt es keine Technik und keine Technologien, die unser Leben vereinfachen. Hier hilft nur eines: dem Willen des himmlischen Vaters gehorchen und danach leben.
Den Sinn des Lebens und Leidens zu suchen ist unsere Aufgabe. Hier dürfen wir uns als Schwestern und Brüder im Glauben einander stärken. Möge das Vorbild des Christus uns dabei helfen. Amen!

— Thomas Kalathil

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Good Friday – B – 2015 – Meditation

Good FridayDying is not easy.
In order to face death, one needs courage.
If someone knows that he will die in the next few days, in the next few minutes, he or she will live determined and change some life style.

Actually, we are all aware that death is an inevitable fact.
Nevertheless, we are afraid of dying, because we are not ready to face it.
We do not prepare for our last time.
It is true, that we organize many things for our life here on earth:
We collect everything for our lives: we build homes, buy and sell things that we need to live or we believe we need them.
All of these things are only for few years on the earth.

But we pay rere attention to our Life after death.
Interesting thing is, though we proclaim our belief in a Life after death almost every Sundays, when we pray our Creed. Still we rarely do think about our last hours and our life after life.

Jesus gives us an example here:
He was sure that his life will not last long.
Thus we observe in the life of Jesus, two important aspects:

1. He loved the world, his fellow man, his life. But these relations were a part of his temporary life on earth. This does not mean that he would not have taken this life, this relaions seriously. No, he loved it. We can experience it in the Gospels. But still he lived his life consciously and consistently to the End. He never forgot his death and sufferings to come.

2. Life and death were his ways to glory (Resurrection).
He used both positively. He was able to view life and death as something important. Therefore, he could say, “It is finished”. Yes, his life comes to an end, even if he dies helpless before us- powerless on the cross.

What is Life?
What is the meaning of these years on earth?
Are they a cause for celebration? A cause for anxiety?
Can we seriously make some thoughts on our end?

What would happen to me if I die today or tomorrow?
How people will remember me?
Have I lived my life responsibly?
Can I say like Jesus, “It is finished”?
Did I really fulfilled my duties here on earth?

Or is there something that bothers me a lot:
some relationships…?
some tasks that I have neglected…?

Am I afraid of life and death?
Or do I firmly believe in the resurrection in Christ, life in Christ?

Sometimes, like Jesus, I may stand alone in my life.
I may see cheering and criticizing people around me …
Yes, Sometimes in the middle of celebration and happiness…
but sometimes I have to stand alone…
i have to suffer Alone…

Do I have the good feeling,
that my life is safe in the hands of God?
Am I sure with my God?

–Thomas Kalathil

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